54. Jahrgang Nr. 4 / Juni 2024
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1. Weihnachten einmal anders: „Mama Merkel baut uns ein Haus“
2. Legende von der Christrose
3. „Er sah ihn und ging vorüber“ – Priester ohne kirchliche Sendung: das Legitimitätsproblem
4. Kann man die römisch-katholische Kirche verlassen? 2. Offener Brief an die Redaktion der EINSICHT
5. Die Bergpredigt
6. Vernichtung keimenden Lebens
7. Du sollst nicht falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten - Internet - Segen oder Fluch?
8. Buchbesprechung:
9. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN...
10. Mitteilungen der Redaktion
Du sollst nicht falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten - Internet - Segen oder Fluch?
 
"Du sollst nicht falsches Zeugnis geben wider deinen Nächsten"
- Internet - Segen oder Fluch?

von
Eberhard Heller

Wenn man die deutsche Presse beobachtet, so hat man häufig den Eindruck, viele, ja fast alle Organe seien gleichgeschaltet, gefangen in den Tabus der political correctness, was soviel heißt, daß diejenigen, die sich nicht einbinden lassen, öffentlich geächtet und - je nach öffentlicher Position - beruflich teilweise ruiniert werden.

Es ist verständlich, wenn sich neben den kontrollierten Medien, die nach der Devise handeln, es darf nichts veröffentlicht werden, was nicht den Normen der political correctness entspricht, eine andere Plattform etabliert hat, über die man unkontrolliert kommunizieren kann. Als Forum freier Darstellung hat sich mittlerweile das Internet etabliert - mit allen Vorzügen und auch Nachteilen, die ein solches Forum mit rechtlich ungenauen Abgrenzungen bieten kann, das aber auch einem zügellosen Mißbrauch offen steht: Segen und Fluch.

Wir selbst haben die EINSICHT ins Internet gestellt, um so einer größeren Leserschar und interessierten Personen Zutritt zu unseren Darstellungen und Argumenten zu gewähren. Und die Mühen der Textaufbereitung und des Einstellens haben sich gelohnt. In den letzten Jahren sind vermehrt Abonnenten zu uns über unser Internet-Forum gestoßen und häufig werden auch gezielt Anfragen zu bestimmten Problemen über dieses Medium an uns gestellt.

Man kann einwerfen, es ließe sich jeder Unsinn über das Internet verbreiten. Und dieser Unsinn findet natürlich auch seine gierenden Abnehmer!!! -, weil man dafür nicht grade stehen müsse bzw. keine rechtlichen Konsequenzen zu fürchten habe. Diese Internet-Nische hat sich dahin gehend ausgeweitet, daß sämtliche Verschwörungstheorien präsentiert werden, die von vielen Gläubigen, die sich dem konservativen Flügel zuzählen, besonders gern verschlungen, ja direkt "gefressen" werden. Manche scheinen geradezu süchtig nach diesen Schauermärchen: Je unglaubwürdiger, desto lieber werden sie geglaubt. Mir fallen die Porno-Hefte ein, die früher unter dem Ladentisch verkauft wurden… und deren Lektüre man beichten mußte.

Aber wenn es doch im Internet verbreitet wird, muß es doch dafür bisher unbekannte Fakten geben, das kann man doch nicht einfach erfinden, werden viele sagen. Wenn von Ratzingers Ritualmord berichtet wird, für den es angeblich Zeugen geben soll, muß doch etwas daran sein. Natürlich tragen die Tabus der sog. political correctness eine Menge Schuld, wenn sie über Vorgänge, die eine gewisse Brisanz in sich bergen, bewußt verfälschend berichten, über 9 Eleven in New York, über das Treffen der Bilderberger in Österreich kurz nach dem Gipfel in Elmau. Da sprießen die Spekulationen ins Kraut. So wird den Bilderbergern angedichtet, sie kontrollieren die Weltpolitik gegen den Willen der Völker. So schreibt Thorsten Hinz (jungefreiheit.de 26/15/19. Juni 2015) über die-ses Treffen: "Die alljährlichen Bilderberg-Treffen sind ein größeres Mysterium als das Konklave zur Papstwahl, das im Durchschnitt alle zehn Jahre stattfindet. Denn das Konklave wählt bloß das Oberhaupt der katholischen Kirche, die Zusammenkünfte der Bilderberger aber – so raunen die angeblich Wissenden – bestimmen das Schicksal der Welt. Am meisten beigetragen zu dem Eindruck haben die Bilderberger selbst. Nach den knappen Informationen, die sie an die Öffentlichkeit dringen lassen, handelt es sich bei ihren Zusammenkünften  um eine privat organisierte und finanzierte Angelegenheit, die einen zwanglosen Austausch zwischen internationalen Führungskräften aus Politik, Wirtschaft, Militär, Geheimdiensten und Medien über globale Probleme ermöglicht. Ursprung und Umstände wecken indes Mißtrauen. Das erste Treffen fand 1954 im holländischen Oosterbeek, im Hotel Bilderberg, statt. Prinz Bernhard der Niederlande war der erste Vorsitzende. Sekretariate befinden sich im holländischen Leiden und in New York. Der lose organisierte Club geht auf ein Netzwerk namens „Europäische Bewegung“ zurück, das aus den USA finanziert wurde und sich die Einigung Westeuropas zum Ziel setzte, um gemeinsam gegen die sowjetische Bedrohung zu bestehen. Tatsächlich sollen sogar die Römischen Verträge, die 1957 die heutige EU begründeten, im Rahmen der Bilderberger konzipiert worden sein. Seitdem versammeln sich alljährlich rund 130 einflußreiche Politiker, Finanz- und Wirtschaftsleute, Lobbyisten, strategische Vordenker, Aristokraten, Militärs und Journalisten aus Nordamerika und Europa an wechselnden Orten. Verschwiegenheit ist Pflicht, es werden keine Protokolle und Schlußerklärungen veröffentlicht. Wie stets in der Vergangenheit war auch die diesjährige Tagung, die in Tirol stattfand, hermetisch von der Öffentlichkeit abgeschirmt."

Kriminell wird es aber dann, wenn Netzbenutzer dieses schwankende Medium als Basis benutzen, um bewußt Lügen in Umlauf zu bringen. Ein anderes Medium, das Print-Medium haben Rothkranz und sonstige böse Zungen benutzt, um Gerüchte zu verbreiten, um bewußt zu schaden. Dieses Wühlen in der Gerüchteküche kann zur Sucht wer-den. Und das Resultat dieser Schnüffelei, die angeblich der verborgenen Wahrheit zum Sieg verhelfen soll? Geistige und religiöse Stagnation! Diejenigen, die angeblich die Aktivitäten der "Freimaurer" enthüllen wollen, werden gerade von denen, die sie entlarven wollen, in Nebel eingehüllt, in dem sie gefangen bleiben. Sie werden Opfer ihres eigenen Aktivismus. Man muß eben wissen, um „wie viele Ecken man schauen“ muß, um die Wahrheit zu entdecken… oder es reicht auch, wenn man geradlinig schaut.

Ich kenne Personen, die sich als Mitarbeiter bei der EINSICHT durch Akribie und Kenntnisreichtum ausgezeichnet haben… und dann versiegen solche Quellen. Sie gehen am realen Leben vorbei, indem sie sich in eine Scheinwelt zurückziehen. Da wird Ratzinger ein Ritualmord angedichtet. Daß er aber mit dem islamischen Mufti "gen Mekka betet" (auf seiner Türkeireise im Mai 2010), um so zu demonstrieren, daß er das Christentum dem Islam unterstellen will, kümmert diese Leute wenig. Aber diese Aktion zeigt offensichtlich seine Apostasie. Das Ausfindigmachen von solchen Verbrechen, wie man sie Ratzinger unterstellt, könnten im Falle, daß sie zutreffen, nur belegen, daß die betreffende Person kriminell ist und ins Gefängnis gehört. Über Ratzingers Amtssünden würden dann aber keine Aussagen getroffen, um über ihn als Nachfolger des hl. Petrus zu urteilen. Als in den 70er Jahren Gerüchte über Paul VI. durch die Zeitungen in Umlauf gebracht wurden, er sei homosexuell, haben wir diese Hinweise benutzt, um darauf aufmerksam zu machen, daß es nicht die Aufgabe der EINSICHT sei, persönliche Verfehlungen bloßzulegen, sondern auf die Amtssünden hinzuweisen und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Häufig sind Täter auch Opfer fremder Manipulationen.

Aber es kommt noch schlimmer. Diese abstrusen Bilder, die durch die Internetseiten geistern, werden bewußt von den Urhebern ins Heimtückische gesteigert. Das ist in der Tat so: Ich denke nur daran, daß Ratzinger nicht mehr den Vatikan verlassen darf, weil er sonst von der italienischen Polizei verhaftet würde, weil er 1987 in Belgien bei einer sog. "Schwarzen Messe" einen Ritualmord an einem kleinen Mädchen verübt haben soll, wozu es noch Zeugen geben soll!

Man fragt sich, wie solche Diffamierungen entstehen können. Schlicht und einfach durch Verleumdungen, durch bewußte Inszenierungen solcher Greuelbilder. Ich selbst bin mehrfach Opfer solcher verleumderischer Kampagnen geworden, ausgedacht und verbreitet durch angeblich "treue" Katholiken, die nur der Wahrheit "dienen" wollen. So sollen z.B. Herr Hiller - der sich im Zusammenhang mit den Aktivitäten um Erzbischof Ngô-dinh-Thuc in den 80er Jahren Verdienste erworben hat - und ich "Partnertausch" gemacht haben, was konkret meint: er würde mit meiner und ich mit seiner Frau schlafen. (Den anonymen Urheber für diese Zote habe ich leider nicht ausfindig machen können.) In einem anderen Fall sollte Bischof Carmona der Vater meiner jüngsten Tochter gewesen sein. In diesem Fall konnte ich eine ältere Leserin ausfindig machen, die als Behinderte in einer Telefonzentrale arbeitete. Als ich ihr klar gemacht hatte, daß wir uns vor Gericht wiedersehen würden, wenn sie diese Kampagne nicht sofort einstellen würde, versiegte diese Schmutzgeschichte.

Den Gipfel bewußter Verleumdung bildete aber die Veröffentlichung von Rothkranz un-ter dem Titel "Falsche Brüder - Wie Maranen und andere Judaisierer den Rest der wahren katholischen Kirche sabotieren". Ich merke an, daß dieses Machwerk im Verlag - na wie wird er wohl heißen? - "Pro fide Catholica" erschien. Ich füge an, daß dem Verlag seitens des Gerichtes die weitere Verbreitung untersagt wurde. Dem unwissenden Leser möchte ich noch verraten, daß mit "Maranen" (spanisch: Schweinen) diejenigen Juden in Spanien gemeint waren, die zum Schein Christen wurden, um dann durch Subversion der Kirche zu schaden. (Sie, verehrte Leser hätten dann seit 1975 ein subversives "Schwein" unterstützt, das nur das eine Ziel verfolgt hätte, den Glauben zu zerstören!!! Dabei habe ich meine Position immer öffentlich vorgetragen, jeder konnte und kann meine Aussagen kontrollieren.)

Wenn diese Anwürfe auf meine Person beschränkt blieben, wäre der Schaden eingrenzbar… Nein! Die mexikanischen Priester sollen nach den Verleumdungen Rothkranzens Pistoleros sein, die unter der Soutane Waffen tragen würden. Rothkranz und Konsortien geben bewußt "falsches Zeugnis" (gegen das 8. Gebot), um so zu schaden. Die Wahrheit, auf die sie pochen, wird gerade dadurch, daß sie sie verfälschen, verhöhnt. Als Gralshüter der Wahrheit, als die sie sich sehen wollen, sind sie ausgeschieden, weil sie die Wahrheit selbst ablehnen. Was Rothkranz produziert, ist geistige Pornographie, deren Lektüre zu beichten wäre.

Warum verweise ich auf diese Kampagnen? Sicherlich nicht, um Sie mit meinen negativen Erfahrungen bekannt zu machen, sondern um Ihnen die Gelegenheit zu geben, kolportierte Aussagen zu überprüfen. "Ist Heller ein Marane, der heimtückisch den Glauben zerstört oder nicht?" Seit 1975 bis heute bin ich - ohne Unterbrechung! - Redakteur der EINSICHT. Ich habe mir in dieser Zeit - d.s. gut 40 Jahre - durch die konsequente - nicht radikale! - Position, durch die ich sicherlich vielen zunächst einmal wehe getan habe, auch manche Feinde gemacht. Aber zeigen Sie mir nur einen einzigen Satz aus meiner Feder, durch den ich das Glaubensgebäude unterwandert hätte… in 40 Jahren Redaktionsarbeit einen einzigen subversiven Satz! Sie werden ihn nicht finden! Darum mahne ich zur Zurückhaltung bei Autoren - sei es im Internet, wo die Autoren rechtlich fast keine Konsequenzen zu fürchten haben, oder im Printmedien-Bereich -, die von sich behaupten, die "großen Geheimnisse dieser Welt zu lüften".

Und die Moral von der Geschicht?
Schnüffle nicht!
Schau auf das,
was vor Dir liecht.
(liecht = dichterische bzw. mundartliche Umformung von "liegt".

 
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