48. Jahrgang Nr. 3 / August 2018
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1. Gebet in der Dämmerung
2. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben
3. Das Kreuz mit dem Kreuz
4. Auf dem Weg zur Unterwerfung
5. Nachlese...
6. Mittel gegen den Zorn
7. Der Sauerteig der Welt
8. Die Hoffnung, niemals tiefer fallen zu können, als in Gottes Hand
9. Die bunte Gesellschaft ist vorgezeichnet
10. Leserbriefe
11. Buchbesprechungen:
12. Nachricht:
13. Mitteilungen der Redaktion
Das Kreuz mit dem Kreuz
 
Das Kreuz mit dem Kreuz

von
Werner Olles

Der neue Ministerpräsident Bayerns, Markus Söder, ein praktizierender fränkischer Protestant will in allen öffentlichen Gebäuden Kreuze aufhängen lassen. Die schärfste und zugleich dümmste Kritik an diesem Vorhaben kam nicht etwa von Mohammedaner-Verbänden, dem Islamisten Erdogan oder atheistischen Mitbürgern, sondern - wie könnte es auch anders sein -vom Vorsitzenden der sog. „Deutschen Bischofskonferenz“ (DBK) „Kardinal“ Marx. Marx hatte sich seinerzeit nicht entblödet – genau wie sein evangelischer Kollege Bedford-Strohm (SPD) - auf dem Jerusalemer Tempelberg in Begleitung eines mohammedanischen Würdenträgers sein Brustkreuz abzulegen, um die traute Eintracht mit den Verfolgern christlicher Minderheiten in vom Mohammedanismus beherrschten Ländern nicht zu stören. Derselbe Marx war es auch, der auf die Aufforderung des katholischen Romanciers Martin Mosebach – dessen Buch „Die 21“ über die koptischen Märtyrer jedem zu empfehlen ist - sich nach dem bestialischen Massenmord des Islamischen Staates an den koptischen Wanderarbeitern am Strand von Sirte in Libyen doch energischer für den Schutz der christlichen Minderheiten in Nordafrika einzusetzen, antwortete: „Das waren doch nur Kopten!“ Es gehört schon viel Selbstbeherrschung dazu sich bei einer derartigen Aussage nicht zu erbrechen, doch wir sind ja inzwischen von unseren „Hirten“ eine Menge gewohnt.

Den Vogel schoß „Hochwürden“ Marx jetzt mit seiner Begründung der Ablehnung von Ministerpräsident Söders Kreuz-Aktion ab. Es ginge nicht an, das Kreuz „nur“ auf seine kulturelle Bedeutung zu reduzieren, da dies die Bevölkerung „spalte“. Zum einen hat Söder dies nicht getan, er sprach viel mehr davon, daß das Kreuz „auch“ eine kulturelle Bedeutung für Bayern und Deutschland habe. Zum anderen sollte „Kardinal“ Marx vielleicht einmal einen der größten deutschen Philosophen lesen, Oswald Spengler nämlich, der keineswegs ein besonders religiöser Mensch war, aber in seinem Hauptwerk „Der Untergang des Abendlandes“ vollkommen zu Recht  und höchst weitsichtig schreibt: „Das Wesen aller Kultur ist Religion. Das Wesen aller Zivilisation ist Irreligion.“

Blicken wir auf unsere herrschende politische und mediale Klasse und auf die Mehrzahl unserer sich völlig zu Unrecht als „Christen“ oder gar „Katholiken“ bezeichnenden „Hirten“, so ist inzwischen die Endstufe unserer „Zivilisation“ angebrochen. Was danach kommen wird, wissen wir nicht, aber es sieht ganz danach aus, als ob uns das gar nicht so „finstere“ Mittelalter im Gegensatz zu der Zukunft, die uns blüht, zumindest im Hinblick auf Kultur und Religion den Blick auf ein kleines irdisches Paradies gewährt.
 
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