51. Jahrgang Nr. 5 / November 2021
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1. Weihnachten 2021
2. Cur Deus Homo? Warum Gott Mensch wurde Wir feiern Weihnachten
3. Die Einsamkeit
4. Heimkehr mit Hindernissen?
5. Leben und Werk des hochw. Abbé. Augustin Barruel
6. Ein deutsch-kretschmannisiertes ? Schicksal
7. Tiqua, eine Beratungsstelle für Schwangere
8. Buchbesprechung:
9. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
10. Leserbrief
11. Mitteilungen der Redaktion
Weihnachten 2021
 
Weihnachten 2021

Fr. Courtney Edward Krier
Übersetzung: Elisabeth Meurer

Und es begab sich, dass in jenen Tagen ein Erlass des Kaisers Augustus erging, dass die ganze Welt geschätzt würde. (Lk. 2; 1)


Vor 2020 Jahren war die Welt beschäftigt mit dem Funktionieren ihrer Geschäfte. Kaiser Augustus war zufrieden, dass endlich Friede im ganzen Römischen Reich erreicht war, nachdem Julius Caesar im Jahre 44 v. Chr. ermordet wurde. Er hatte befohlen, dass ein Zensus genommen werde von der Anzahl der Bewohner des Reiches, was sicherstellen sollte, dass er ein festes Einkommen zum Unterhalt des Reiches erhalten würde. In einem Gebiet im Ostteil dieses Reiches waren seine Armee und Verwalter mit der Erhebung des Tributs und der Zählung der Völker unter Besatzung befasst. Es hatte etwas Autonomie aufgrund des Ersuchens der Römer und der Tatsache, dass es ihnen beim Hinaustreiben der Griechen zur Zeit der Makkabäer geholfen hatte. Herodes wurde als König über das unruhige Volk gewählt, das aus Stämmen bestand aber an seinen Gesetzen und seinem in Jerusalem zentrierten Opferkult festhielt. Einer der Orte für Zensus und Tribut war Bethlehem. Hierhin kam an einem kalten Dezembertag ein bis dahin unbekanntes Paar. Es sollte der letzte Tag sein, dass sie im Dunkeln gelassen würden, denn die Frau des Mannes sollte ein Kind gebären, und die verzweifelte Suche nach einem Ort sollte sie zu einem Stall führen, einer als Unterstand für Vieh verwendeten Höhle.
In der Nacht gebar die Frau – aber sie sollte nicht die vielbenötigte Ruhe bekommen, denn Hirten kamen, die das Kind sehen wollten, worüber sie von einem Engel gesagt bekamen, es sei der lang erwartete Messias. Behielten sie die Nachricht für sich? Wurde anderen davon erzählt? Wurden die Hirten wie simple Provinzler behandelt, die alles glaubten, was man ihnen erzählte, weil sicherlich, wenn dies der König der Könige und Herr der Herren war, die Entourage über die ganze Stadt verbreitet gewesen wäre und der Messias in der besten aller Unterkünfte geboren worden wäre. Vielleicht war das einzige Resultat, dass das Paar tatsächlich in ein Haus zog, denn bevor dieses Paar in der Lage war, nach Hause zurückzukehren, kam tatsächlich eine Entourage, um die Ankunft des Königs der Juden zu begrüßen; diese fand sie in einem Hause, über dem ein Stern war. Das scheinbare Schweigen, das nach dem Besuch der Hirten vorherrschte, würde nach dem Besuch der Magier aus dem Orient nicht andauern. Jetzt wusste Herodes, dass da ein Kind war, das als König der Juden anerkannt wurde, während er König der Juden war, und das bedeutete Verrat. Die einzige Art, mit Verrat umzugehen, war ein Exempel bei den Tätern zu statuieren. Seine Lösung? Alle jungen Kinder von Bethlehem in einem Aufwasch zu töten – ohne Gnade. Der Mensch denkt, Gott lenkt, und Er sandte einen Engel, um Joseph zu warnen, bevor die verschwörerischen Pläne ausgeführt werden konnten. Als es ihm gesagt wurde, nahm Joseph das Kind und Seine Mutter mit nach Ägypten.
Außer den Heiligen Schriften gibt es keine historischen Aufzeichnungen dieser Ereignisse. Tatsächlich: Obwohl die Zeit jetzt eingeteilt ist in vor Christi Geburt (v. Chr.) und nach Seinem Eintreten in diese Welt (AD = Anno Domini, im Jahre des Herrn), beruht es auf den Berichten der Schriften, die vom Ereignis der Menschwerdung berichten; es gibt keine bürgerlichen Aufzeichnungen.
Zweitausendzwanzig Jahre später ist die Welt noch immer mit dem Funktionieren ihrer Geschäfte beschäftigt. Die Globalisten sind zufrieden, dass sie noch einmal die Führung der weltlichen Geschäfte haben werden und in einem Augenblick einen Beschluss verkünden können, dem alle zu folgen verpflichtet wären. Aber in den geheiligten Nischen katholischer Kirchen, wo noch immer dem Ewigen Vater das Heilige Messopfer dargebracht wird, wird Christus kommen. Christus wird in diese Städte, Orte und Dörfer kommen, unangekündigt und unerwartet. Er kommt jedes Weihnachten und offenbart Sich denen, die ihr Herz Seiner Gnade öffnen. Er bleibt so unaufdringlich und unbemerkbar wie immer – nimmt die bescheidene Gestalt von Brot und Wein an, nur weil Er will, dass wir Sein Fleisch essen und Sein Blut trinken, damit er für den Augenblick an unserem Leben teilhaben kann und wir für den Augenblick an Seinem Leben teilnehmen können – eine Verbindung, die es uns gestattet, Seine Göttlichkeit zu teilen, wenn wir es erfassen – nicht in einer sensationellen Euphorie, sondern in einer Tatsächlichkeit, verwirklicht in Ich in Ihm und Er in mir. Und jetzt, wo ich Ihn besitze, kann ich erwarten und daher das erbitten, was ich brauche, um meine Erlösung zu erlangen. Warum? Weil Er der Erlöser ist, das Heißt, Er ist die Erlösung, und wenn ich mit Ihm durch Gnade vereinigt bleibe, erlange ich meine Erlösung. Aber auf dem Weg der Erlösung zu bleiben verlangt eine Verbindung, bei der es in jedem Augenblick heißt, für Ihn zu leben, nicht für die Welt, nicht für das Fleisch, und sicherlich nicht das böse. Und doch: Die Welt, das Fleisch und die alte Schlange werden sich bei mir melden und verlangen, dass sie ein Teil von meinem Leben werden, dass ich an ihrem Leben teilnehme. Aus dem Grunde kann ich das Kind in der Krippe ohne irgendetwas sehen – das soll zeigen, dass ich mich aller Dinge entledigen muss, wenn ich will, dass Er in mir lebt. In Maria lebte Christus neun Monate lang – neun Monate, die eine Einheit eines vollständigen Lebens für ihren Sohn ausdrückten. Wir sehen nicht, dass sie von irgendetwas eingenommen wird außer von einem an Ihn hingegebenen Leben, keine Ansprüche, kein Murren, keine Klagen, keine Besorgnis, weil sie wusste, dass Er alles wusste und alles erfüllen würde, wie der Vater es wollte. Ich sage all das, weil wir uns leicht an den Palast des Herodes oder die Besatzung der Römer wenden könnten, um Hilfe, um Gerechtigkeit, um Frieden zu erlangen, weil es angeboten wird, es in unserem Blickfeld ist, und weil sie es anbieten. Wenn wir dies tun, wenden wir uns ab vom Gang zum Stall, vom Gang zur Krippe, vom Gang zu Christus, der so ohnmächtig scheint im Vergleich zu Herodes, im Vergleich zu den Römern. Das Ergebnis dieser Entscheidung ist, dass wir keine Hilfe, Gerechtigkeit oder Frieden erlangen werden. Ich sage dies, da wir, indem wir so leicht mit den Aufgaben der Welt beschäftigt sind, vergessen, dass dieses Kind die Welt erschaffen hat. Dann werden für uns die Nachrichten der Welt wichtiger als die gute Nachricht (Evangelion, Evangelium), das die Engel verkündet haben: Fürchtet euch nicht. Denn seht, ich verkünde euch eine große Freude, die allem Volke zuteilwird: Heute ist euch in der Stadt Davids der Heiland geboren worden, Christus der Herr. Und dies soll euch zum Zeichen sein: Ihr werdet ein Kind finden, das in Windeln gewickelt ist und in einer Krippe liegt. (Lk. 10-12)
Mögen wir daher mit Ihm anwesend sein und Ihn an Weihnachten in unseren Herzen empfangen in Bethlehem, dem Haus (des Herrn) des Brotes (Leib Christi unter der Gestalt von Brot). Dies würde Weihnachten (englisch: Christmas – d. Übers.) (die Messe Christi) wirklich zu dem machen, was es sein soll: Christus mit uns in der Krippe (Essen). Wenn es nicht möglich ist, lasst uns wenigstens etwas Zeit an der Krippenszene verbringen, die wir bei uns zu Hause aufgebaut haben, um zu meditieren und unser Verlangen auszudrücken, dass Christus bald zu uns kommt im täglichen Brot, worum wir nur als Wunsch bitten können. Ich weiß auch, dass die Entfernung oder die Ermangelung eines Priesters vielen von Ihnen den geistlichen Segen des Besuchs einer heiligen Messe am Weihnachtstag nehmen; so mögen Sie im Geiste sich dort einschließen, wo das heilige Messopfer dargebracht wird.
An alle Gläubigen, besonders die Wohltäter der katholischen St.-Josephs-Kirche, an die vielen Gläubigen meiner Gemeinde und die Leser meiner Newsletter: Ich versichere Ihnen, dass Ihrer aller an diesem Weihnachtstag am Altar gedacht wird.                        

Fr. Courtney Edward Krier
 
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