50. Jahrgang Nr. 8 / Serptember 2020
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KITAS als rettender Anker in großer Not?
 
KITAS als rettender Anker in großer Not?

von
Eberhard Heller

In meinem Artikel „Moderne Sozial- und Schulpolitik“, den ich in der EINSICHT Nr. 1 vom Februar 2014 veröffentlichte, hatte ich vor der Weggabe von Kleinstkinder in sog. KITAS (Kindertagesstätten) gewarnt, weil diese Institute weitestgehend nicht in der Lage sind, den Erziehungsauftrag für diese Kinder wahrzunehmen oder zu garantieren.

In diesem Beitrag hatte ich argumentiert, daß
1. ein neugeborenes Kind nach der physischen (biologischen) auch eine psychisch-geistige Zeugung bedarf. Das Baby ist zwar vernunftfähig, aber es muß einen Aufruf zum Selbstbewußt-Sein erhalten. Seine Freiheit zur Eigenständigkeit muß von einer Person angestoßen werden, die bereits diesen Aufruf zur Eigenständigkeit realisiert hat. Es muß zum eigentlichen Menschsein erzogen werden. „Am Du werden wir erst zum ich.“ (Martin Buber) Der Mensch wird nur unter Menschen ein Mensch.
2. Dieser Aufruf zur freien Selbsttätigkeit erfolgt in der Regel durch die Eltern, besonders durch die Mutter, da sie den unmittelbaren Kontakt hat und diesen Prozeß zur Vernünftigkeit einleitet. Dieser Aufruf beinhaltet die Eröffnung einer intensiven Liebesvermittlung, den Beginn einer intensiven Liebesbeziehung zwischen den Eltern und dem Baby bzw. dem Kleinkind.
3. Dieses Aufrufverhältnis (zur gegenseitigen Liebesbeziehung) ist konstitutiv für das beginnende Selbstbewußt-Sein, für die Realisierung eines Freiheitsverhältnisses. Ohne diesen Aufruf würde das Neugeborene verkümmern, würde nie zum Gebrauch der Vernunft gelangen und bald sterben. Dieses Phänomen - weniger radikal - wurde als Hospitalismus bezeichnet.
4. Da sich dieser Aufruf und der Beginn einer Liebesbeziehung als Prozeß, d.h. durch die Zeit gestaltet, ist die Frage, wer diesen Prozeß angestoßen hat: ein Schöpfer, der aus sich ist und fähig ist, den Anstoß zur Existenz weiterer Personen zu setzen: Gott, der die Menschen, seine Geschöpfe aus Liebe geschaffen hat und sie in seine Liebe einbeziehen will und diese Beziehung als Wechselbeziehung aufgebaut hat.
5. Die Eltern - Vater und Mutter -  führen diesen Prozeß, aus dem sie selbst einmal hervorgegangen sind, bei der Erziehung ihres Kindes fort. Sie vertreten gleichsam Gott an Kindes Stelle.
6. Diese Vertretung kann nur in einer emotional engen Beziehung stattfinden, in der das Baby in und aus der unmittelbaren Liebe der Eltern, vor allem der Mutter gespeist wird und die ersten Lebensjahre des Kindes umfaßt, bis es selbst zu einem Selbstbewußt-Sein erwacht ist.
7. Diese enge Beziehung, in der die Liebe als primärer Wert vermittelt wird, kann nicht von Außenstehenden (Erzieherinnen) geleistet werden, da sie die nötige Unmittelbarkeit nicht herstellen können und weil sie diese auch nicht aufbauen dürfen, da sie sich mehreren Kindern öffnen müssen. Diese Beziehung zwischen Erzieherin und dem Kleinkind in der KITA wird nicht aus der Unmittelbarkeit der Liebesbeziehung von Mutter und Kind aufgebaut. Fehlt diese Unmittelbarkeit, kann es sein, daß das Kind später keine soziale Bindungsfähigkeit entwickelt. Darum der Rat: wenn eine Erziehungsanstalt angestrebt wird, dann erst nach drei Jahren.

Soweit das kurze Resumee meines Beitrages „Moderne Sozial- und Schulpolitik“. Inzwischen wurde ich aber mit einer Position konfrontiert, die für eine Aufnahme eines Kindes in die KITA plädiert und die mich einigermaßen in Erstaunen versetzt hat:  KITAS als rettender Anker für überforderte Mütter? Überfordert, weil sie überengagiert und emotional unkontrolliert handeln?

Viele Eltern, besonders junge Mütter nach der Geburt ihres ersten Kindes, die sich ausschließlich dem Kind widmen und auf jeden Piepser des Babys reagieren - auch aus Angst, dem Kind gegenüber etwas zu versäumen, haben sich so in ihre (neue) Rolle als Mutter hineingestreßt, daß sie abends und auch noch in der Nacht - da muß das Kind ja noch gestillt werden - so fertig und abgespannt sind, daß sie sich teils heulend zurückziehen. Sie fühlen sich heillos überfordert und sind froh, wenn sie jemand entlastet. Da eine nahe Verwandte im großstädtischen Umfeld meist fehlt, die zur Entlastung einspringen könnte, bietet sich die Abgabe und Aufbewahrung  des Babys in einer KITA als rettende Möglichkeit an, auch wenn diese Weggabe mit dem Bewußtsein eines schlechten Gewissen verbunden ist, dem Kind damit etwas vorzuenthalten, die Mutterliebe nämlich.

Ich kann daher nur raten, das Überengagement auf das erforderliche Maß an Pflege und Aufmerksamkeit zurückzufahren. Der Staat bietet heute den jungen Familien so viele Möglichkeiten an, damit eine Erziehung in den ersten Jahren gelingen kann, auch wenn ich nicht übersehe, daß diese Maßnahmen in erster Linie geschaffen wurden, um die Mutter möglichst bald wieder in den Produktionsprozeß zurückzuführen und das staatlich initiierte und geförderte KITA-Programm die Kinder dem Elternhaus entfremden und ideologisch indoktrinieren soll. Wenn Unterstützung nötig, sollte diese möglichst von nahen Verwandten geleistet werden.

Die Hinwendung zum Kind darf nicht so ausschließlich sein, daß die Mutter alle anderen Pflichten vernachläßigt oder vergißt, um dann frustriert und heulend abends im Sofa zu versinken. Wie haben es die Mütter früher geschafft, die nicht nur ein, sondern mehrere Kinder erzogen haben und es keine KITAS gab, auch keine staatlichen Förderprogramme.  Und man hat die Erziehung der Kinder nicht verstanden als emotionales Rückzugsgebiet für die Mutter, sondern als den (gottgewollten) Auftrag, die Kinder zu selbständigen, gottesfürchtigen und liebesfähigen Personen zu erziehen… und natürlich war dieser Prozeß mit Opfern, teils mit großen Opfern der Eltern verbunden, zu denen sie aber auch bereit waren. Das wird häufig vergessen. Darum bleibe ich dabei, daß die Erziehung im Elternhaus – zumindest für die ersten drei, vier Jahre – erfolgen soll, weil dort die Werte vermittelt werden, die konstitutiv für das Heranwachsen des Kindes sind. Die KITAS sind auch deshalb abzulehnen, weil der Staat immer unverhohlener versucht, ideologisch, d.h. sozialistisch auf die pädagogischen Programme und Konzepte Einfluß zu nehmen, mit dem Ziel, die Kinder den Eltern zu entfremden.


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