50. Jahrgang Nr. 8 / Serptember 2020
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Und führe uns aus der Verbitterung
 
Und führe uns aus der Verbitterung

von
Magdalena S. Gmehling

Amare heißt lieben amare heißt bitter - wer scheidet sie noch? (Th. Haecker)

Es geht um die Gloria Dei. Es geht um das Mysterium tremendum. Es geht auch um die freventliche Entfernung des Sakralen. Anders herum. Livestream bedeutet doch wohl wörtlich übersetzt Lebensstrom, - pardon - lebendige Übertragung, soll heißen: medial vermittelte participatio actuosa - momentan per Fernwirkung?

Nun, auch wer kein Freund von Cartoons ist, dem wird in letzter Zeit eine, im Internet kursierende satirische Grafik aufgefallen sein. Es lohnt sich, diese zu kommentieren. Gezeigt wird ein dreiteiliges Bild. Im ersten Abschnitt ist ein älterer Priester zu sehen, der im tridentinischen Ritus die hl. Messe vor der andächtig versammelten Gemeinde zelebriert. Im zweiten Teil begrüßt ein junger Priester vor dem Volksaltar drei einsam in den Bänken verteilte Alterchen. Im dritten Teil winkt derselbe junge Mann, vor eben demselben Volksalter vom Bildschirm aus einem eifrig strickenden Muttchen, welches die heilige Handlung – zwei rechts... zwei links - mal so eben fleißig nadelnd kommuniziert. Witzig? Nein, tot traurig und tot ernst.

Es soll hier nicht über die vielfach angezweifelte virale Bedrohung gesprochen werden. Der Mikrobiologe Professor Sucharit Bhakdi und weitere namhafte Fachwissenschaftler hinterfragen den momentanen Zustand mit hoher Kompetenz. Nein, die teuflische Versuchung zur Verfügbarkeit, die eine der perfidesten Spielformen der Machergreifung ist und dies bis zum Ende der Welt, sie soll uns hier beschäftigen. Welche Agenda läuft momentan wirklich ab? Eine Gesundheitsdiktatur steuert Desinfektionsorgien. Sie verhängt empfindliche Strafen für das kleinste Vergehen.

Die Kirche verbündet sich liebedienerisch mit der Schutzmacht (und toleriert Schutzhaft). Nicht mehr ein Ehrfurcht gebietender Ort ist ausersehen für die heiligen Geheimnisse. Es entsteht eine „fatale geistlich-ästhetische Collage“ (Martin Mosebach) aus häuslicher Umgebung, unechter Sakralpatina, willkürlich verfügbarer liturgischer Präsenz. Abschalte-Möglichkeiten sind selbst bei der heiligsten Handlung problemlos möglich. Überaus kitschig auch jene gut gemeinten aber völlig stillosen „Hausaltäre“ welche mit Blumen und Kerzen den Bildschirm schmücken. Big Brother is watching you und du entrichtest deine Devotion. Um nicht missverstanden zu werden. Nicht die Möglichkeit medialer Gottesdienstübertragungen soll hier angeprangert werden, sondern die kritiklose Selbstverständlichkeit, mit welcher man das Heiligste vereinnahmt, die pastoral verkündete Befreiung vom Sonntagsgebot, der Leichtsinn mit welchem Maßnahmen mit enormen Konsequenzen bedenkenlos verordnet werden.

Eine gewaltige Verbitterung bemächtigt sich inzwischen der Gläubigen. Eben jene, die in aufopferungsvoller Treue und oft unter beachtlichen persönlichen Opfern, ihre Sonntagspflicht treu erfüllten. Jene, die stets bereit waren, einen angemessenen Obolus zu entrichten, sich bemühten das sakramentale Leben der Kirche würdig mitzugestalten, sehen sich verdummt und verkauft, geopfert auf dem Altar des vorauseilenden Gehorsams. Ich spreche auch von jenen betagten Brüdern und Schwestern, die mit hohem finanziellem Aufwand die sonntägliche hl. Messe per Taxi oder privat gechartertem Pkw zu erreichen suchten und viele Unannehmlichkeiten in Kauf nahmen. Wie ist das nun? Großartig restaurierte Kirchen stehen leer, sind versperrt werden polizeilich überwacht. Schon heißt es heuchlerisch, die lieben Alten sollen-da höchst gefährdet-doch bitte daheim bleiben und mit ihrer Präsenz die handverlesene Schar der Gottesdienstbesucher nicht belasten. Ein Schelm, wer in diesem Zusammenhang an Fragen des Lebensschutzes denkt, an das jüngst ergangene Euthanasie-Urteil oder auch, wer auf die Zahl, der in der Corona-Krise massenhaft gestiegenen Abtreibungen hinweist.

Amare heißt lieben amare heißt bitter– so Haecker. Eben jene, die versuchen, ihre heilige Mutter, die Kirche, wirklich zu lieben erfahren die größte Verbitterung. Apokalyptische Zustände drohen. Die gehirngewaschnen Marionetten einer neuen Weltordnung werden einer globalen Umwälzung nicht nur zustimmen, nein, sie werden sie zwangsgeimpft und mikrogechipt frenetisch begrüßen.

Corona heißt Krone. Eine triumphale Kopfzierde, ein besonders gestalteter Kranz, geistlicher wie weltlicher Macht, wird damit bezeichnet, aber auch schlicht und einfach ein respektables Geldstück. Vergessen wir nicht- es gibt sie, die heilige Corona, die Gekrönte. Jenes 16 jährige Mädchen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. (griechisch Stephania), welches der Legende zu folge einen grausamen Martertod erlitt. Gebunden an zwei gebeugte Palmen, wurde sie durch deren Emporschnellen zerrissen. Am 14. Mai begehen wir ihren Festtag. Sancta Corona, ora pro nobis.
 
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