50. Jahrgang Nr. 4 / Juni 2020
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1. The Errors of Vatican II and their defeat through Recognizing Christ as Son of God
2. Is Jesus Christ the Son of God?
3. How Christ can be recognized as Son of God – further reflections
4. Remarks on the Thought of Atonement
5. The Question remains: Is Jesus Christ the Son of God?
6. Blessed are the pure of heart, for they will see God (Mt. 5, 8)
7. Remarks about the discourse: Blessed are the pure of heart, for they shall see God (Mt. 5, 8)
8. But we all beholding the glory of the Lord with open face, are transformed into the same image
9. Appendix - Having God in us
10. The Meaning of Art in the Religious Domain
11. Information of the editorial office
Papa contra Papam
 
„Papa contra Papam“ - „Papst“ gegen „Papst“,
der alte gegen den neuen, Benedikt gegen Franziskus

zusammengestellt von
Eberhard Heller

In einem vorab veröffentlichen Zitat aus dem neuesten Buch Ratzingers heißt es in der französische Zeitung „Le Figaro“: „Ich kann nicht still bleiben!“ schreibt er, aus dem die Zeitung bereits vorab Auszüge veröffentlichte. Darin übt er harsche Kritik an seinem Nachfolger über dessen Pläne zur Lockerung des Zölibates. „Bild“ spricht von einem „Krieg der Päpste“, einem kirchenpolitische Super-Gau. „Le Figaro“ zitiert: Die Aufhebung des Zölibats komme überhaupt nicht in Frage. Die Ehe fordere einen Mann, der sich komplett seiner Familie hingebe: „Da anderseits der Dienst für den Herrn die völlige Hingabe eines Mannes erfordert, scheint es nicht möglich, diese zwei Berufungen gleichzeitig fortzuführen.“ (Vgl. auch PP vom 13.1.2020)

Schon gestern vermutete Michael van Laack (vgl. auch PP vom 13.1.2020), dass es nach den Vorveröffentlichungen aus dem gestern erschienen Buch „Aus der Tiefe des Herzens, Priestertum, Zölibat und die Krise der katholischen Kirche“ enormen Druck und Drohungen von Franziskus gegen dem von ihm abhängigen emeritierten Papst gegeben habe – sodass Erzbischof Gänswein gar nicht anders konnte, als sich schützend vor Benedikt zu stellen und in seinem Namen zurückzurudern, um den emeritierten Papst vor einer Racheaktion des zum Jähzorn neigenden Franziskus zu bewahren.

Nun bestätigt ein Bericht des katholischen Nachrichtenmagazins kath.net diese Vermutung: „Papst Franziskus soll von Benedikt XVI. verlangt haben, seinen Namen vom gemeinsamen Buch „Aus der Tiefe des Herzens, Priestertum, Zölibat und die Krise der katholischen Kirche“ zurückzuziehen. Diese These vertritt der bekannte Vatikanjournalist Antonio Socci, wie „Lifesite News“ berichtet. Laut dem Journalisten, der sich auf „verlässliche Quellen“ innerhalb des Vatikans beruft, soll Franziskus über den Beitrag wütend gewesen sein.

 „Das Ende der Welt“: Bergoglio wurde wütend - Socci hat auf Facebook berichtet, dass offensichtlich das „Ende der Welt“ im Vatikan ausbrach, als Bergoglio wütend wurde. Der Papst hatte laut Socci anschließend sofort Erzbischof Gänswein einberufen und ihn beauftragt, den Namen von Benedikt vom Buch zu entfernen und die Autorenschaft komplett zurückzuziehen. Letzteres konnte Benedikt XVI. natürlich nicht machen. Er konnte aber laut dem Journalist kein falsches Zeugnis ablegen und Kardinal Sarah beschuldigen, dass dieser von ihm keine Einverständnis bekommen hatte.

Hier die Begründung, die Ratzinger gibt, um ein Miteinander von zölibaterem Priestertum und (sakramentaler) Ehe auszuschließen; „Aus der täglichen Eucharistiefeier und aus dem umfassenden Dienst für Gott, der darin mitgegeben ist, ergab sich die Unmöglichkeit einer ehelichen Bindung von selbst. Man könnte sagen, die funktionale Enthaltsamkeit war von selbst zu einer ontologischen geworden. Damit war von innen her ihre Begründung und Sinngebung verändert. Heute drängt sich dagegen sofort der Einwand auf, daß es sich dabei um eine negative Einschätzung des Leibes und der Sexualität handle. Der Vorwurf, der priesterlichen Ehelosigkeit liege ein manichäisches Weltbild zugrunde, wurde schon im 4. Jahrhundert erhoben, aber von den Vätern sofort mit Entschiedenheit zurückgewiesen und ist dann auch für einige Zeit verstummt. Eine solche Diagnose ist schon deshalb falsch, weil in der Kirche die Ehe von Anfang an als eine von Gott im Paradies geschenkte Gabe betrachtet wurde. Aber sie nahm den Menschen als ganzen in Anspruch und der Dienst für den Herrn beanspruchte ebenfalls den Menschen ganz, so dass beide Berufungen zugleich nicht realisierbar erschienen. So war die Fähigkeit, auf die Ehe zu verzichten, um ganz für den Herrn da zu sein, zu einem Kriterium für den priesterlichen Dienst geworden.“ (Die Tagespost vom 15.1.2020: Im Wortlaut der deutsche Originaltext des emeritierten Papstes Benedikt XVI. zu Priestertum und Zölibat, der im Buch „Des profondeurs de nos coeurs“ („Aus den Tiefen unserer Herzen“) erscheint.

(Wir entnehmen das Zitat aus dem Text, der als exklusiver deutscher Vorabdruck mit freundlicher Genehmigung des Fe-Medienverlags publiziert wird. Das Buch von Robert Kardinal Sarah mit diesem Beitrag von Benedikt XVI. erscheint am 21.2.2020 unter dem Titel „Aus der Tiefe des Herzens“ im Fe-Medienverlag, Hauptstrasse 22, 88353 Kisslegg)

Bereits am 31. August 2018 hatte DIE ZEIT auf die einsamen Aktionen von Carlo Maria Viganò aufmerksam gemacht: „Wenn ein hoher kirchlicher Würdenträger den Papst zum Rücktritt auffordert, muss schon einiges im Argen liegen im Vatikan. Wer ist der Mann, der Franziskus die Stirn bietet? Eine Spurensuche von Raoul Löbbert“: „Das gab es noch nie in der jüngeren Geschichte des Katholizismus: Da fordert ein Erzbischof den Papst per Brief öffentlich auf, zurückzutreten. So als wäre Pontifex ein politisches Amt wie jedes andere, seit Benedikt XVI. am 28. Februar 2013 den Stuhl Petri angeblich aus gesundheitlichen Gründen räumte, um als "Papa emeritus" (was immer das kirchenrechtlich ist) fortan durch die Vatikanischen Gärten zu flanieren. Schon formal ist die Traute von Erzbischof Carlo Maria Viganò also einmalig. Gegen alle Gehorsamskonventionen bietet er dem Papst vor aller Welt die Stirn. Hinzu kommt: Die Rücktrittsforderung des vatikanischen Diplomaten und ehemaligen Apostolischen Nuntius in den USA traf Franziskus im vielleicht verletzlichsten Moment seines Pontifikats: während einer diplomatisch heiklen Mission im einst sehr katholischen Irland. Immer wieder wurde die irische Gesellschaft in den vergangenen 20 Jahren erschüttert von Berichten über den jahrzehntelang geduldeten sexuellen Missbrauch an Kindern durch Kleriker. Und dann veröffentlichte eine Grand Jury des US-Bundesstaats Pennsylvania auch noch Tage bevor der päpstliche Flieger gen Dublin abhob einen Bericht über tausendfachen sexuellen Missbrauch in sechs Diözesen des Staates. Weltweites Entsetzen war die Folge. Dieses Entsetzen wollte auch nicht weichen, als Franziskus kurz nach Veröffentlichung des Grand-Jury-Berichts in einem Brief an alle Christen das Versagen seiner Kirche reumütig eingestand. Der Schrei der Opfer, schreibt Franziskus in dem Brief, sei stärker gewesen "als die Maßnahmen all derer, die versucht haben, ihn totzuschweigen". Was immer genau geschehen oder unterblieben ist: Viganò beschuldigt Franziskus nicht nur vor aller Welt, einen Missbrauchstäter vor Strafe bewahrt zu haben. Franziskus habe McCarrick angeblich auch noch zum Berater befördert, um dem Vatikan die Türen zu öffnen in die damalige Obama-Administration. Das alles ließe sich vielleicht noch abtun als giftiges Geraune eines bekennend konservativen Franziskus-Gegners, der mit der auslegungsfähigen Haltung des Papstes zum Sakrament der Ehe und der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene noch nie viel anfangen konnte.  Carlo Maria Viganò behauptet: Bereits im Jahr 2013 habe er persönlich Papst Franziskus über angebliche homosexuelle Verfehlungen McCarricks informiert. Dieser sei schon damals kein unbeschriebenes Blatt gewesen in Rom: Bereits Papst Benedikt XVI. habe Jahre zuvor ein Reise- und Zelebrationsverbot über McCarrick verhängt. Einen offiziellen Beleg dafür gibt es nicht. Im Gegenteil: McCarrick las über Jahre hinweg ungestört die Messe und reiste 2012 sogar eigens in den Vatikan, um, wie die New York Times berichtete, dem deutschen Papst zum Geburtstag einen Erdbeer-Kiwi-Kuchen zu überreichen.“
 
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