48. Jahrgang Nr. 2 / April 2018
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1. Himmelfahrt
2. Christus ward für uns zur Sünde.
3. Die Gottesfrage
4. Betrachtungen über das Gebet
5. Ein aufschlußreiches Interview
6. Tausende katholische Ex-Muslime
7. Der Islam und kein Ende
8. Gehört der Islam zu Deutschland?
9. Asyl, Flüchtlinge, Verfolgte, Zuwanderer
10. Buchbesprechung
11. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
12. Mitteilungen der Redaktion
Buchbesprechung
 
Buchbesprechung:

Gemeinden ohne Seelsorger
Gedanken über eine beachtenswerte Neuauflage

Es fehlt nicht an warnenden Stimmen. Wird sich die Zukunft der europäischen Kirche zwischen blühenden islamischen Gemeinden und atheistischen Gruppen entscheiden? Kommt es zu einer Marginalisierung des Christentums? Gewinnt das Trugbild eines multikulturellen Humanismus verbindlichen Charakter?
Tatsache ist eine Entkernung gläubig geprägter Strukturen durch modernistischen Firlefanz und damit verbunden, eine totale Verunsicherung und Vereinsamung des Einzelnen in priesterloser Diaspora.
Wie ein Goldkorn in trüben Gewässern wirkt in dieser Situation ein Reprint aus dem Jahre 1875. Ein Druck aus dem Verlag der Bonifatius-Druckerei (J.W: Schröder) in Paderborn, welcher unter dem Titel: Gemeinden ohne Seelsorger/Der Tod ohne Priester/ Die vollkommene Reue, 2017 unverändert neu aufgelegt wurde. Einer privaten Initiative ist die Wiederentdeckung zu verdanken. Es heißt in der Vorrede, dass die vereinigten Oberhirten Preußens in ihrem gemeinschaftlichen Hirtenschreiben vom Februar 1874 zusammen mit dem Bischof von Paderborn in dieser Schrift ein Kompendium erstellten, welches in Fällen des Versagens eines ordentlichen Lehramtes greift.
Der erste Teil des Büchleins behandelt die Situation der Gemeinden ohne Priester und zwar die Frage des Messbesuches, bzw. dessen Ersatz. Ferner, die in Materie und Form gültige Spendung der Taufe durch Laien, die Bestattung ohne einen Geistlichen, sowie die Eheschließung ohne Priester (einschließlich der geforderten Beachtung verbietender und trennender Ehehindernisse).
Zu Beginn des zweiten Teiles schreibt der Bischof von Paderborn: „In Todesgefahr erwecket, wenn ihr einen rechtgläubigen Priester nicht haben könnt, einen Akt der vollkommenen Reue, der mit dem Verlangen nach dem hl. Sakramente die Seele von den ihr anhaftenden Sünden reinigt. Wohl ist zu einer solchen vollkommenen Reue die göttliche Gnade erforderlich, aber Gott wird diese Gnade euch reichlich geben, wenn ihr ihn demütig darum bittet.“ Es folgen dann Ratschläge zur Vorbereitung auf den Tod in gesunden Tagen, Verhaltensweisen und Gebete für die Todesstunde, sowie konkrete Hinweise, wie einem Sterbenden beizustehen sei. Sehr sinnvoll und wegweisend sind die abgedruckten Sterbe-und Ablassgebete, sowie die Texte zur Übung der vornehmsten Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe). Auf zwei Seiten werden kurze Stoßgebete, welche auch dem Sterbenden zugesprochen werden können, abgedruckt.
Der dritte Teil beschreibt und erklärt ausführlich die vollkommene Reue, deren Beweggründe und die auszusprechenden Gebete. Es werden Übungen des Vertrauens, eine Litanei des Papstes Pius VI. und Anrufungen, die mit einem Ablass versehen sind, angeboten. Das Buch endet mit einem Text zur Geistlichen Kommunion und einem Geistlichen Testament.
Der pastorale Wert des handlichen kleinen Werkes besteht zunächst in seiner praktischen Ausrichtung. Wenige Christen sind in der Lage, in entsprechenden zumeist hochgradig emotional besetzten Lebenslagen, Texte frei und sinnvoll zu formulieren. Der bangen Besorgnis der Gläubigen hinsichtlich ihres Seelenheiles in priesterloser Zeit wird hier mit nüchternen und leicht verständlichen Worten, die zudem lehramtlich abgesichert sind, begegnet. Die etwas antiquierte Sprache entspricht zwar nicht unbedingt den Ausdrucksformen des heutigen Menschen, ist aber durchwegs der jeweiligen geistlichen Situation angemessen.
Als Ergänzung des praktischen Ratgebers haben die Initiatoren ein „Gebetbuch für Gemeinden ohne Seelsorger“ (ebenfalls mit kirchlicher Approbation aus dem Jahre 1876) neu aufgelegt. Neben Trost-und Mahnworten enthält es 4 Messandachten. Die erste nach der Ordnung, wie der Priester das Messopfer darbringt, die zweite zu Ehren der allerseligsten Jungfrau, die dritte um einen seligen Tod, die vierte für die Abgestorbenen. Ferner sind zwei Nachmittagsandachten abgedruckt und alle gängigen Grundgebete einschließlich der Reuegebete und eines geistlichen Testamentes.
Der Preis der geschmackvollen Hardcover- Ausgaben beträgt etwa 5 Euro.
Beide Bücher können auf Spendenbasis über folgende Anschrift bezogen werden:
Kloster Marienberg, Haselwies 18, 79837 Häusern
Magdalena S. Gmehling
 
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