an die Erzbischöfe und Bischöfe Deutschlands und die anderen
Oberhirten, die in Frieden und Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl
leben, über die Lage der katholischen Kirche im Deutschen Reich
vom 14. März 1937
Hinweis: Der Text findet sich in: AAS 39 (1937) 145-167; Die
katholische Sozialdoktrin in ihrer geschichtlichen Entfaltung, hg. von
A.F. Utz und B. v. Galen, Aachen 1976, II 167-219. Zur leichteren
Orientierung wurden den einzelnen Absätzen der Enzyklika nachträglich
Nummern vorangestellt.
Ehrwürdige Brüder! Gruß und Apostolischen Segen!
1. Mit brennender Sorge und steigendem Befremden beobachten Wir seit
geraumer Zeit den Leidensweg der Kirche, die wachsende Bedrängnis der
ihr in Gesinnung und Tat treubleibenden Bekenner und Bekennerinnen
inmitten des Landes und des Volkes, dem St. Bonifatius einst die Licht-
und Frohbotschaft von Christus und dem Reiche Gottes gebracht hat.
2. Diese Unsere Sorge ist nicht vermindert worden durch das, was die
Uns an Unserem Krankenlager besuchenden Vertreter des hochwürdigsten
Episkopates wahrheits- und pflichtgemäß berichtet haben. Neben viel
Tröstlichem und Erhebendem aus dem Bekennerkampf ihrer Gläubigen haben
sie bei aller Liebe zu Volk und Vaterland und bei allem Bestreben nach
abgewogenem Urteil auch unendlich viel Herbes und Schlimmes nicht
übergehen können. Nachdem Wir ihre Darlegungen vernommen, durften Wir
in innigem Dank gegen Gott mit dem Apostel der Liebe sprechen: „Eine
größere Freude habe ich nicht, als wenn ich höre: meine Kinder wandeln
in der Wahrheit“[1]. Der unserem verantwortungsvollen apostolischen Amt
ziemende Freimut und der Wille, Euch und der gesamten christlichen Welt
die Wirklichkeit in ihrer ganzen Schwere vor Augen zu stellen, fordern
von Uns aber auch, daß Wir hinzufügen: eine größere Sorge, ein herberes
Hirtenleid haben Wir nicht, als wenn Wir hören: viele verlassen den Weg
der Wahrheit.[2]
3. Als Wir, Ehrwürdige Brüder, im Sommer 1933 die Uns von der
Reichsregierung in Anknüpfung an einen jahrealten früheren Entwurf
angetragenen Konkordatsverhandlungen aufnahmen und zu Euer aller
Befriedigung mit einer feierlichen Vereinbarung abschließen ließen,
leitete Uns die pflichtgemäße Sorge um die Freiheit der kirchlichen
Heilsmission in Deutschland und um das Heil der ihr anvertrauten Seelen
– zugleich aber auch der aufrichtige Wunsch, der friedlichen
Weiterentwicklung und Wohlfahrt des deutschen Volkes einen wesentlichen
Dienst zu leisten.
4. Trotz mancher schwerer Bedenken haben Wir daher Uns damals den
Entschluß abgerungen, Unsere Zustimmung nicht zu versagen. Wir wollten
Unsern treuen Söhnen und Töchtern in Deutschland im Rahmen des
Menschenmöglichen die Spannungen und Leiden ersparen, die andernfalls
unter den damaligen Verhältnissen mit Gewißheit zu erwarten gewesen
wären. Wir wollten allen durch die Tat beweisen, daß Wir, einzig
Christus suchend und das, was Christi ist, niemandem die Friedenshand
der Mutterkirche verweigern, der sie nicht selbst zurückstößt.
5. Wenn der von Uns in lauterer Absicht in die deutsche Erde gesenkte
Friedensbaum nicht die Früchte gezeitigt hat, die Wir im Interesse
Eures Volkes ersehnten, dann wird niemand in der weiten Welt, der Augen
hat, zu sehen, und Ohren, zu hören, heute noch sagen können, die Schuld
liege auf Seiten der Kirche und ihres Oberhauptes. Der
Anschauungsunterricht der vergangenen Jahre klärt die
Verantwortlichkeiten. Er enthüllt Machenschaften, die von Anfang an
kein anderes Ziel kannten als den Vernichtungskampf. In die Furchen, in
die Wir den Samen aufrichtigen Friedens zu pflanzen bemüht waren,
streuten andere – wie der „inimicus homo“ der Heiligen Schrift[3] – die
Unkrautkeime des Mißtrauens, des Unfriedens, des Hasses, der
Verunglimpfung, der heimlichen und offenen, aus tausend Quellen
gespeisten und mit allen Mitteln arbeitenden grundsätzlichen
Feindschaft gegen Christus und Seine Kirche. Ihnen, und nur ihnen,
sowie ihren stillen und lauten Schildhaltern fällt die Verantwortung
dafür zu, daß statt des Regenbogens des Friedens am Horizont
Deutschlands die Wetterwolke zersetzender Religionskämpfe sichtbar ist.
6. Wir sind, Ehrwürdige Brüder, nicht müde geworden, den
verantwortlichen Lenkern der Geschicke Eures Landes die Folgen
darzustellen, die aus dem Gewährenlassen oder gar aus der Begünstigung
solcher Strömungen sich zwangsweise ergeben müßten. Wir haben alles
getan, um die Heiligkeit des feierlich gegebenen Wortes, die
Unverbrüchlichkeit der freiwillig eingegangenen Verpflichtungen zu
verteidigen gegen Theorien und Praktiken, die – falls amtlich gebilligt
– alles Vertrauen töten und jedes auch in Zukunft gegebene Wort
innerlich entwerten müßten. Wenn einmal die Zeit gekommen sein wird,
diese Unsere Bemühungen vor den Augen der Welt offen zu legen, werden
alle Gutgesinnten wissen, wo sie die Friedenswahrer und wo die
Friedensstörer zu suchen haben. Jeder, dessen Geist sich noch einen
Rest von Wahrheitsempfinden, dessen Herz sich noch einen Schatten von
Gerechtigkeitsgefühl bewahrt hat, wird dann zugeben müssen, daß in
diesen schweren und ereignisvollen Jahren der Nachkonkordatszeit jedes
Unserer Worte und jede Unserer Handlungen unter dem Gesetz der
Vereinbarungstreue standen. Er wird aber auch mit Befremden und
innerster Ablehnung feststellen müssen, wie von der anderen Seite die
Vertragsumdeutung, die Vertragsumgehung, die Vertragsaushöhlung,
schließlich die mehr oder minder öffentliche Vertragsverletzung zum
ungeschriebenen Gesetz des Handelns gemacht wurden.
7. Die von Uns trotz allem bezeigte Mäßigung war nicht eingegeben von
Erwägungen irdischer Nützlichkeit oder gar unziemlicher Schwäche,
sondern lediglich von dem Willen, mit dem Unkraut nicht etwa wertvolles
Wachstum auszureißen; von der Absicht, nicht eher öffentlich zu
urteilen, als bis die Geister für die Unentrinnbarkeit dieses Urteils
reif geworden wären; von der Entschlossenheit, die Vertragstreue
anderer nicht eher endgültig zu verneinen, als bis die eiserne Sprache
der Wirklichkeit die Hüllen gesprengt hätte, in die eine planmäßige
Tarnung den Angriff gegen die Kirche zu hüllen verstanden hatte und
versteht. Auch heute noch, wo der offene Kampf gegen die
konkordatgeschützte Bekenntnisschule und wo die vernichtete
Abstimmungsfreiheit der katholischen Erziehungsberechtigten auf einem
besonders wesentlichen Lebensgebiet der Kirche den erschütternden Ernst
der Lage und die beispiellose Gewissensnot gläubiger Christen
kennzeichnen, rät Uns die Vatersorge um das Heil der Seelen, die etwa
noch vorhandenen, wenn auch geringen Aussichten auf Rückkehr zur
Vertragstreue und zu verantwortbarer Verständigung nicht
unberücksichtigt zu lassen. Den Bitten des hochwürdigsten Episkopates
folgend werden Wir auch weiterhin nicht müde werden, bei den Lenkern
Eures Volkes Sachwalter des verletzten Rechtes zu sein und Uns –
unbekümmert um den Erfolg oder Mißerfolg des Tages – lediglich Unserem
Gewissen und Unserer Hirtenmission gehorchend einer Geisteshaltung zu
widersetzen, die verbrieftes Recht durch offene oder verhüllte Gewalt
zu erdrosseln sucht.
8. Der Zweck des gegenwärtigen Schreibens aber, Ehrwürdige Brüder, ist
ein anderer. Wie Ihr Uns an Unserem Krankenlager liebevoll Besuch
abgestattet habt, so wenden Wir Uns an Euch und durch Euch an die
katholischen Gläubigen Deutschlands, die – wie alle leidenden und
bedrängten Kinder – dem Herzen des gemeinsamen Vaters besonders nahe
stehen. In dieser Stunde, wo ihr Glaube im Feuer der Trübsal und der
versteckten und offenen Verfolgung als echtes Gold erprobt wird, wo sie
von tausend Formen organisierter religiöser Unfreiheit umgeben sind, wo
der Mangel an wahrheitsgetreuer Unterrichtung und normaler
Verteidigungsmöglichkeit schwer auf ihnen lastet, haben sie ein
doppeltes Recht auf ein Wort der Wahrheit und der seelischen Stärkung
von dem, an dessen ersten Vorgänger das inhaltsschwere Heilandswort
gerichtet war: „Ich habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht wanke,
und du hinwiederum stärke deine Brüder“.[4]
Reiner Gottesglaube
9. Habet acht, Ehrwürdige Brüder, daß vor allem der Gottesglaube, die
erste und unersetzbare Grundlage jeder Religion, in deutschen Landen
rein und unverfälscht erhalten bleibe. Gottgläubig ist nicht, wer das
Wort Gottes rednerisch gebraucht, sondern nur, wer mit diesem hehren
Wort den wahren und würdigen Gottesbegriff verbindet.
10. Wer in pantheistischer Verschwommenheit Gott mit dem WeltalI gleich
setzt, Gott in der Welt verweltlicht und die Welt in Gott vergöttlicht,
gehört nicht zu den Gottgläubigen.
11. Wer nach angeblich altgermanisch-vorchristlicher Vorstellung das
düstere unpersönliche Schicksal an die Stelle des persönlichen Gottes
rückt, leugnet Gottes Weisheit und Vorsehung, die „kraftvoll und gütig
von einem Ende der Welt zum anderen waltet“[5] und alles zum guten Ende
leitet. Ein solcher kann nicht beanspruchen, zu den Gottgläubigen
gerechnet zu werden.
12. Wer die Rasse, oder das Volk, oder den Staat, oder die Staatsform,
die Träger der Staatsgewalt oder andere Grundwerte menschlicher
Gemeinschaftsgestaltung – die innerhalb der irdischen Ordnung einen
wesentlichen und ehrengebietenden Platz behaupten – aus dieser ihrer
irdischen Wertskala herauslöst, sie zur höchsten Norm aller, auch der
religiösen Werte macht und sie mit Götzenkult vergöttert, der verkehrt
und fälscht die gottgeschaffene und gottbefohlene Ordnung der Dinge.
Ein solcher ist weit von wahrem Gottesglauben und einer solchem Glauben
entsprechenden Lebensauffassung entfernt.
13. Habet acht, Ehrwürdige Brüder, auf den in Rede und Schrift
zunehmenden Mißbrauch, den dreimal heiligen Gottesnamen anzuwenden als
sinnleere Etikette für irgend ein mehr oder minder willkürliches
Gebilde menschlichen Suchens und Sehnens. Wirkt unter Euren Gläubigen
dahin, daß sie solcher Verirrung mit der wachsamen Ablehnung begegnen,
die sie verdient. Unser Gott ist der persönliche, übermenschliche,
allmächtige, unendlich vollkommene Gott, Einer in der Dreiheit der
Personen, dreipersönlich in der Einheit des göttlichen Wesens, der
Schöpfer alles Geschaffenen, der Herr und König und letzte Vollender
der Weltgeschichte, der keine Götter neben sich duldet noch dulden kann.
14. Dieser Gott hat in souveräner Fassung Seine Gebote gegeben. Sie
gelten unabhängig von Zeit und Raum, von Land und Rasse. So wie Gottes
Sonne über allem leuchtet, was Menschenantlitz trägt, so kennt auch
Sein Gesetz keine Vorrechte und Ausnahmen. Regierende und Regierte,
Gekrönte und Ungekrönte, Hoch und Niedrig, Reich und Arm stehen
gleichermaßen unter Seinem Wort. Aus der Totalität Seiner
Schöpferrechte fließt seinsgemäß die Totalität Seines
Gehorsamsanspruchs an die Einzelnen und an alle Arten von
Gemeinschaften. Dieser Gehorsamsanspruch erfaßt alle Lebensbereiche, in
denen sittliche Fragen die Auseinandersetzung mit dem Gottesgesetz
fordern und damit die Einordnung wandelbarer Menschensatzung in das
Gefüge der unwandelbaren Gottessatzung.
15. Nur oberflächliche Geister können der Irrlehre verfallen, von einem
nationalen Gott, von einer nationalen Religion zu sprechen, können den
Wahnversuch unternehmen, Gott, den Schöpfer aller Welt, den König und
Gesetzgeber aller Völker, vor dessen Größe die Nationen klein sind wie
Tropfen am Wassereimer[6], in die Grenze eines einzelnen Volkes, in die
blutmäßige Enge einer einzelnen Rasse einkerkern zu wollen.
16. Die Bischöfe der Kirche Christi, aufgestellt „für das, was sich auf
Gott bezieht“[7], müssen darüber wachen, daß solche verderblichen
Irrtümer, denen noch verderblichere Praktiken auf dem Fuße zu folgen
pflegen, innerhalb der Gläubigen nicht Boden fassen. Ihre heilige
Amtspflicht ist es, soviel an ihnen liegt, alles zu tun, damit die
Gebote Gottes als verpflichtende Grundlage des sittlich geordneten
privaten und öffentlichen Lebens beachtet und befolgt werden; daß die
Majestätsrechte Gottes, der Name und das Wort Gottes nicht verunehrt
werden[8]; daß die Gotteslästerungen – in Wort und Schrift und Bild,
zeitweise zahlreich wie der Sand am Meere – zum Schweigen gebracht
werden; daß dem trotzenden Prometheusgeist der Gottesverneiner,
Gottesverächter und Gotteshasser gegenüber das Sühnegebet der Gläubigen
nie erlahme, das wie Rauchwerk Stunde um Stunde zum Allerhöchsten
emporsteigt und Seine strafende Hand aufhält.
17. Wir danken Euch, Ehrwürdige Brüder, Euren Priestern und all den
Gläubigen, die in der Verteidigung der Majestätsrechte Gottes gegen ein
angrifflüsternes, von einflußreicher Seite leider vielfach begünstigtes
Neuheidentum ihre Christenpflicht erfüllt haben und erfüllen. Dieser
Dank ist doppelt innig und mit anerkennender Bewunderung für diejenigen
verknüpft, die in Ausübung dieser ihrer Pflicht gewürdigt wurden, um
Gottes willen irdische Opfer und irdisches Leid auf sich nehmen zu
dürfen.
Reiner Christusglaube
18. Kein Gottesglaube wird sich auf die Dauer rein und unverfälscht
erhalten, wenn er nicht gestützt wird vom Glauben an Christus. „Niemand
kennt den Sohn außer dem Vater, und niemand kennt den Vater außer dem
Sohn, und wem es der Sohn offenbaren will.“[9] „Das ist das ewige
Leben, daß sie Dich erkennen, den allein wahren Gott, und den Du
gesandt hast, Jesus Christus.“[10] Es darf also niemand sagen: Ich bin
gottgläubig, das ist mir Religion genug. Des Heilands Wort hat für
Ausflüchte dieser Art keinen Platz. „Wer den Sohn leugnet, hat auch
nicht den Vater; wer den Sohn bekennt, hat auch den Vater.“[11]
19. In Jesus Christus, dem menschgewordenen Gottessohn, ist die Fülle
der göttlichen Offenbarung erschienen. „Auf vielerlei Art und in
verschiedenen Formen hat Gott einst zu den Vätern durch die Propheten
gesprochen. In der Fülle der Zeiten hat Er zu uns durch den Sohn
geredet.“[12] Die heiligen Bücher des Alten Bundes sind ganz Gottes
Wort, ein organischer Teil Seiner Offenbarung. Der stufenweisen
Entfaltung der Offenbarung entsprechend liegt auf ihnen noch der Dämmer
der Vorbereitungszeit auf den vollen Sonnentag der Erlösung. Wie es bei
Geschichts- und Gesetzbüchern nicht anders sein kann, sind sie in
manchen Einzelheiten ein Spiegelbild menschlicher Unvollkommenheit,
Schwäche und Sünde. Neben unendlich vielem Hohen und Edlen erzählen sie
auch von der Veräußerlichung und Verweltlichung, die in dem die
Offenbarung und die Verheißungen Gottes tragenden alttestamentlichen
Bundesvolk immer wieder hervorbrachen. Für jedes nicht durch Vorurteil
und Leidenschaft geblendete Auge leuchtet jedoch aus dem menschlichen
Versagen, von dem die biblische Geschichte berichtet, um so strahlender
das Gotteslicht der über alle Fehde und Sünde letztlich triumphierenden
Heilsführung hervor. Gerade auf solchem, oft düsterem Hintergrund
wächst die Heilspädagogik des Ewigen in Perspektiven hinein, die
wegweisend, warnend, erschütternd, erhebend und beglückend zugleich
sind. Nur Blindheit und Hochmut können ihre Augen vor den
heilserzieherischen Schätzen verschließen, die das Alte Testament
birgt. Wer die biblische Geschichte und die Lehrweisheit des Alten
Bundes aus Kirche und Schule verbannt sehen will, lästert das Wort
Gottes, lästert den Heilsplan des Allmächtigen, macht enges und
beschränktes Menschendenken zum Richter über göttliche
Geschichtsplanung. Er verneint den Glauben an den wirklichen, im
Fleische erschienenen Christus, der die menschliche Natur aus dem Volke
annahm, das ihn ans Kreuz schlagen sollte. Er steht verständnislos vor
dem Weltdrama des Gottessohnes, welcher der Meintat seiner Kreuziger
die hohepriesterliche Gottestat des Erlösertodes entgegensetzte und
damit den Alten Bund in dem Neuen Bunde seine Erfüllung, sein Ende und
seine Überhöhung finden ließ.
20. Der im Evangelium Jesu Christi erreichte Höhepunkt der Offenbarung
ist endgültig, ist verpflichtend für immer. Diese Offenbarung kennt
keine Nachträge durch Menschenhand, kennt erst recht keinen Ersatz und
keine Ablösung durch die willkürlichen „Offenbarungen“, die gewisse
Wortführer der Gegenwart aus dem sogenannten Mythus von Blut und Rasse
herleiten wollen. Seitdem Christus der Gesalbte das Werk der Erlösung
vollbracht, die Herrschaft der Sünde gebrochen und uns die Gnade
verdient hat, Kinder Gottes zu werden – seitdem ist kein anderer Name
unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den sie selig werden
können, als der Name Jesus.[13] Kein Mensch – möge auch alles Wissen,
alles Können, alle äußerliche Macht der Erde in ihm verkörpert sein –
kann einen anderen Grund legen als den, der in Christus bereits gelegt
ist.[14] Wer in sakrilegischer Verkennung der zwischen Gott und
Geschöpf, zwischen dem Gottmenschen und den Menschenkindern klaffenden
Wesensunterschiede irgend einen Sterblichen, und wäre er der Größte
aller Zeiten, neben Christus zu stellen wagt, oder gar über Ihn und
gegen Ihn, der muß sich sagen lassen, daß er ein Wahnprophet ist, auf
den das Schriftwort erschütternde Anwendung findet: „Der im Himmel
wohnt, lachet ihrer“[15].
Reiner Kirchenglaube
21. Der Christusglaube wird sich nicht rein und unverfälscht erhalten,
wenn er nicht gestützt und umhegt wird vom Glauben an die Kirche, „die
Säule und Grundfeste der Wahrheit“.[16] Christus selbst, Gott
hochgelobt in Ewigkeit, hat diese Säule des Glaubens aufgerichtet. Sein
Gebot, die Kirche zu hören[17],aus den Worten und Geboten der Kirche
Seine eigenen Worte und Gebote herauszuhören[18], gilt für die Menschen
aller Zeiten und Zonen. Die von dem Erlöser gestiftete Kirche ist eine
– für alle Völker und Nationen. Unter ihrem Kuppelbau, der wie Gottes
Firmament die ganze Erde überwölbt, ist Platz und Heimat für alle
Völker und Sprachen, ist Raum für die Entfaltung aller von Gott dem
Schöpfer und Erlöser in die Einzelnen und in die Volksgemeinschaften
hineingelegten besonderen Eigenschaften, Vorzüge, Aufgaben und
Berufungen. Das Mutterherz der Kirche ist weit und groß genug, um in
der gottgemäßen Entfaltung solcher Eigenarten und Eigengaben mehr den
Reichtum der Mannigfaltigkeit zu sehen als die Gefahr von
Absonderungen. Sie freut sich des geistigen Hochstands der Einzelnen
und der Völker. Sie sieht in ihren echten Leistungen mit Mutterfreude
und Mutterstolz Erziehungsfrüchte und Fortschritte, die sie segnet und
fördert, wo immer sie es im Gewissen kann. Aber sie weiß auch, daß
dieser Freiheit Grenzen gezogen sind durch die Majestät des
Gottesgebotes, das diese Kirche in allem Wesenhaften als untrennbare
Einheit gewollt und gegründet hat. Wer an diese Einheit und
Untrennbarkeit rührt, nimmt der Braut Christi eines der Diademe, mit
denen Gott selbst sie gekrönt hat. Er unterwirft ihren auf ewigen
Fundamenten ruhenden Gottesbau der Überprüfung und Umgestaltung durch
Baumeister, denen der Vater im Himmel keine Bauvollmacht erteilt hat.
22. Die göttliche Sendung der Kirche, die unter Menschen wirkt und
durch Menschen wirken muß, mag schmerzlich verdunkelt werden durch das
Menschlich-Allzumenschliche, das zuzeiten immer und immer wieder als
Unkraut unter dem Weizen des Gottesreiches durchwuchert. Wer des
Heilands Wort über die Ärgernisse und die Ärgernisgeber kennt, weiß,
wie die Kirche und wie jeder Einzelne über das zu urteilen hat, was
Sünde war und Sünde ist. Wer aber über diesen verurteilenswerten
Abweichungen zwischen Glauben und Leben, zwischen Wort und Tat,
zwischen äußerer Haltung und innerer Gesinnung bei Einzelnen – und
wären es ihrer auch viele – die Unsumme von echtem Tugendstreben, von
Opfersinn, von Bruderliebe, von heldenhaftem Heiligkeitsdrang vergißt
oder gar wissentlich verschweigt, der enthüllt eine bedauernswerte
Blindheit und Ungerechtigkeit. Wenn dann vollends erkennbar wird, daß
er den harten Maßstab, den er an die gehaßte Kirche anlegt, in
demselben Augenblick vergißt, wo es sich um Gemeinschaften anderer Art
handelt, die ihm aus Gefühl oder Interesse nahestehen, dann offenbart
er sich in seinem angeblich verletzten Reinlichkeitsgefühl als verwandt
mit denen, die nach des Heilands schneidendem Wort über den Splitter im
Auge des Bruders den Balken im eigenen Auge übersehen. So wenig
rein aber auch die Absicht derer ist, die aus der Beschäftigung mit dem
Menschlichen in der Kirche einen Beruf, vielfach sogar ein niedriges
Geschäft machen, und obgleich die in Gott ruhende Gewalt des
kirchlichen Amtsträgers nicht abhängig ist von seiner menschlichen und
sittlichen Höhe, so ist doch keine Zeitepoche, kein Einzelner, keine
Gemeinschaft frei von der Pflicht ehrlicher Gewissenserforschung,
unerbittlicher Läuterung, durchgreifender Erneuerung in Gesinnung und
Tat. In Unserer Enzyklika über das Priestertum, in Unseren
Sendschreiben über die Katholische Aktion haben Wir mit beschwörender
Eindringlichkeit auf die heilige Pflicht aller Angehörigen der Kirche,
und allen voran der Angehörigen des Priester- und Ordensstandes und des
Laienapostolats hingewiesen, Glaube und Lebensführung in die von Gottes
Gesetz geforderte, von der Kirche mit nimmermüdem Nachdruck verlangte
Ãœbereinstimmung zu bringen. Und auch heute wiederholen Wir mit tiefem
Ernst: es genügt nicht, zur Kirche Christi zu zählen; man muß auch
lebendiges Glied dieser Kirche sein – im Geiste und in der Wahrheit.
Und das sind nur die, die in der Gnade des Herrn stehen und
unausgesetzt in Seiner Gegenwart wandeln – in Unschuld oder in
aufrichtiger und tätiger Buße. Wenn der Völkerapostel, das „Gefäß der
Auserwählung“, seinen Leib unter der Zuchtrute der Abtötung hielt, um
nicht, nachdem er anderen gepredigt, selbst verworfen zu werden[19],
kann es dann für die übrigen, in deren Händen die Wahrung und Mehrung
des Reiches Gottes gelegt ist, einen anderen Weg geben als den der
innigsten Verbindung von Apostolat und Selbstheiligung? Nur so wird der
Menschheit von heute und in erster Linie den Widersachern der Kirche
gezeigt, daß das Salz der Erde, daß der Sauerteig des Christentums
nicht schal geworden, sondern fähig und bereit ist, den in Zweifel und
Irrtum, in Gleichgültigkeit und geistiger Ratlosigkeit, in
Glaubensmüdigkeit und Gottesferne befangenen Menschen der Gegenwart die
seelische Erneuerung und Verjüngung zu bringen, deren sie – ob
eingestanden oder geleugnet – dringender bedürfen als je zuvor. Eine
sich in allen ihren Gliedern auf sich selbst besinnende, jede
Veräußerlichung und Verweltlichung abstreifende, mit den Geboten Gottes
und der Kirche ernst machende, in Gottesliebe und tätiger Nächstenliebe
sich bewährende Christenheit wird der im tiefsten Grunde kranken, nach
Halt und Wegweisung suchenden Welt Vorbild und Führerin sein können und
müssen, wenn nicht unsagbares Unglück, wenn nicht ein alle Vorstellung
hinter sich lassender Niedergang hereinbrechen soll.
23. Jede wahre und dauernde Reform ging letzten Endes vom Heiligtum
aus; von Menschen, die von der Liebe zu Gott und dem Nächsten entflammt
und getrieben waren. Aus ihrer großmütigen Bereitschaft heraus, auf
jeden Ruf Gottes zu hören und ihn zunächst in sich selbst zu
verwirklichen, sind sie in Demut und mit der Selbstsicherheit von
Berufenen zu Leuchten und Erneuerern ihrer Zeit herangewachsen. Wo der
Reformeifer nicht aus dem reinen Schoß persönlicher Lauterkeit geboren
wurde, sondern Ausdruck und Ausbruch leidenschaftlicher Anwandlungen
war, hat er verwirrt, statt zu klären; niedergerissen, statt
aufzubauen; ist er nicht selten der Ausgangspunkt für Irrwege gewesen,
die verhängnisvoller waren als die Schäden, die man zu bessern
beabsichtigte oder vorgab. Gewiß – Gottes Geist weht, wo Er will[20].
Er kann Sich aus Steinen Wegbereiter Seiner Absichten erwecken[21]. Er
wählt die Werkzeuge Seines Willens nach eigenen Plänen und nicht nach
denen der Menschen. Aber Er, der die Kirche gegründet und sie im
Pfingststurm ins Dasein gerufen hat, Er sprengt nicht das Grundgefüge
der von Ihm selbst gewollten Heilsstiftung. Wer vom Geiste Gottes
getrieben ist, hat von selbst die gebührende innere und äußere Haltung
gegenüber der Kirche, der Edelfrucht am Baume des Kreuzes, dem
Pfingstgeschenk des Gottesgeistes an die führungsbedürftige Welt.
24. In Euren Gegenden, Ehrwürdige Brüder, werden in immer stärkerem
Chor Stimmen laut, die zum Austritt aus der Kirche aufrufen. Unter den
Wortführern sind vielfach solche, die durch ihre amtliche Stellung den
Eindruck zu erwecken suchen, als ob dieser Kirchenaustritt und die
damit verbundene Treulosigkeit gegen Christus den König eine besonders
überzeugende und verdienstvolle Form des Treubekenntnisses zu dem
gegenwärtigen Staate darstelle. Mit verhüllten und sichtbaren
Zwangsmaßnahmen, Einschüchterungen, Inaussichtstellung
wirtschaftlicher, beruflicher, bürgerlicher und sonstiger Nachteile
wird die Glaubenstreue der Katholiken und insbesondere gewisser Klassen
katholischer Beamten unter einen Druck gesetzt, der ebenso rechtswidrig
wie menschlich unwürdig ist. Unser ganzes väterliches Mitgefühl und
tiefstes Mitleid begleitet diejenigen, die ihre Treue zu Christus und
Kirche um so hohen Preis bezahlen müssen. Aber – hier ist der Punkt
erreicht, wo es um Letztes und Höchstes, um Rettung oder Untergang
geht, und wo infolgedessen dem Gläubigen der Weg heldenmütigen
Starkmutes der einzige Weg des Heiles ist. Wenn der Versucher oder
Unterdrücker an ihn herantritt mit dem Judasansinnen des
Kirchenaustrittes, dann kann er ihm nur – auch um den Preis schwerer
irdischer Opfer – das Heilandswort entgegenhalten: „Weiche von mir,
Satan, denn es steht geschrieben: den Herrn deinen Gott sollst du
anbeten und Ihm allein dienen.“[22] Zu der Kirche aber wird er
sprechen: Du meine Mutter von den Tagen meiner Kindheit an, mein Trost
im Leben, meine Fürbitterin im Sterben – mir soll die Zunge am Gaumen
kleben, wenn ich – irdischen Lockungen oder Drohungen weichend – an
meinem Taufgelübde zum Verräter würde. Solchen aber, die vermeinen, sie
könnten mit äußerlichem Kirchenaustritt das innere Treuverhältnis zur
Kirche verbinden, möge des Heilands Wort ernste Warnung sein: „Wer Mich
vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater
verleugnen, der im Himmel ist.“[23]
Reiner Glaube an den Primat
25. Der Kirchenglaube wird nicht rein und unverfälscht erhalten, wenn
er nicht gestützt wird vom Glauben an den Primat des Bischofs von Rom.
In dem gleichen Augenblick, wo Petrus, allen Aposteln und Jüngern
voran, den Glauben an Christus, den Sohn des lebendigen Gottes,
bekannte, war die seinen Glauben und sein Bekenntnis belohnende Antwort
Christi das Wort von dem Bau seiner Kirche, der einen Kirche, und zwar
auf Petrus dem Felsen[24]. Der Glaube an Christus, an die Kirche, an
den Primat stehen also miteinander in einem geheiligten Zusammenhang.
Echte und legale Autorität ist überall ein Band der Einheit, eine
Quelle der Kraft, eine Gewähr gegen Zerfall und Splitterung, eine
Bürgschaft der Zukunft; im höchsten und hehrsten Sinne da, wo, wie
einzig bei der Kirche, solcher Autorität die Gnadenführung des Heiligen
Geistes, Sein unüberwindlicher Beistand verheißen ist. Wenn Leute, die
nicht einmal im Glauben an Christus einig sind, euch das Wunsch- und
Lockbild einer deutschen Nationalkirche vorhalten, so wisset: sie ist
nichts als eine Verneinung der einen Kirche Christi, ein offenkundiger
Abfall von dem an die ganze Welt gerichteten Missionsbefehl, dem nur
eine Weltkirche genügen und nachleben kann. Der geschichtliche Weg
anderer Nationalkirchen, ihre geistige Erstarrung, ihre Umklammerung
oder Knechtung durch irdische Gewalten zeigen die hoffnungslose
Unfruchtbarkeit, der jeder vom lebendigen Weinstock der Kirche sich
abtrennende Rebzweig mit unentrinnbarer Sicherheit anheimfällt. Wer
solchen Fehlentwicklungen daher gleich von den ersten Anfängen an sein
wachsames und unerbittliches Nein entgegensetzt, dient nicht nur der
Reinheit seines Christenglaubens, sondern auch der Gesundheit und
Lebenskraft seines Volkes.
Keine Umdeutung heiliger Worte und Begriffe
26. Ein besonders wachsames Auge, Ehrwürdige Brüder, werdet Ihr haben
müssen, wenn religiöse Grundbegriffe ihres Wesensinhaltes beraubt und
in einem profanen Sinne umgedeutet werden.
27. Offenbarung im christlichen Sinn ist das Wort Gottes an die
Menschen. Dieses gleiche Wort zu gebrauchen für die „Einflüsterungen“
von Blut und Rasse, für die Ausstrahlungen der Geschichte eines Volkes
ist in jedem Fall verwirrend. Solch falsche Münze verdient nicht, in
den Sprachschatz eines gläubigen Christen überzugehen.
28. Glauben ist das sichere Fürwahrhalten dessen, was Gott geoffenbart
hat und durch die Kirche zu glauben vorstellt: „die feste Überzeugung
vom Unsichtbaren“[25]. Das freudige und stolze Vertrauen auf die
Zukunft seines Volkes, das jedem teuer ist, bedeutet etwas ganz anderes
als der Glaube im religiösen Sinne. Das eine gegen das andere
auszuspielen, das eine durch das andere ersetzen wollen und daraufhin
verlangen, von dem überzeugten Christen als „gläubig“ anerkannt zu
werden, ist ein leeres Spiel mit Worten oder bewußte Grenzverwischung
oder Schlimmeres.
29. Unsterblichkeit im christlichen Sinn ist das Fortleben des Menschen
nach dem irdischen Tode als persönliches Einzelwesen – zum ewigen Lohn
oder zur ewigen Strafe. Wer mit dem Worte Unsterblichkeit nichts
anderes bezeichnen will als das kollektive Mitfortleben im
Weiterbestand seines Volkes für eine unbestimmt lange Zukunft im
Diesseits, der verkehrt und verfälscht eine der Grundwahrheiten des
christlichen Glaubens, rührt an die Fundamente jeder religiösen, eine
sittliche Weltordnung fordernden Weltanschauung. Wenn er nicht Christ
sein will, sollte er wenigstens darauf verzichten, den Wortschatz
seines Unglaubens aus christlichem Begriffsgut zu bereichern.
30. Erbsünde ist die erbliche, wenn auch nicht persönliche Schuld der
Nachkommen Adams, die in ihm gesündigt haben[26], Verlust der Gnade und
damit des ewigen Lebens, mit dem Hang zum Bösen, den jeder durch Gnade,
Buße, Kampf, sittliches Streben zurückdrängen und überwinden muß. Das
Leiden und Sterben des Gottessohnes hat die Welt vom Erbfluch der Sünde
und des Todes erlöst. Der Glaube an diese Wahrheiten, denen heute in
Eurem Vaterlande der billige Spott der Christusgegner gilt, gehört zum
unveräußerlichen Bestand der christlichen Religion.
31. Das Kreuz Christi, mag auch schon sein bloßer Name vielen eine
Torheit und ein Ärgernis geworden sein[27], es bleibt für den Christen
das geheiligte Zeichen der Erlösung, die Standarte sittlicher Größe und
Kraft. In seinem Schatten leben wir. In seinem Kusse sterben wir. Auf
unserem Grabe soll es stehen als Künder unseres Glaubens, als Zeuge
unserer dem ewigen Licht zugewandten Hoffnung.
32. Demut im Geiste des Evangeliums und Gebet um Gottes Gnadenhilfe
sind mit Selbstachtung, Selbstvertrauen und heldischem Sinn wohl
vereinbar. Die Kirche Christi, die zu allen Zeiten bis in die jüngste
Gegenwart herein mehr Bekenner und freiwillige Blutzeugen zählt als
irgendwelche andere Gesinnungsgemeinschaft, hat nicht nötig, von
solcher Seite Belehrungen über Heldengesinnung und Heldenleistung
entgegenzunehmen. In seinem seichten Gerede über christliche Demut als
Selbstentwürdigung und unheldische Haltung spottet der widerliche
Hochmut dieser Neuerer seiner selbst.
33. Gnade im uneigentlichen Sinne mag alles genannt werden, was dem
Geschöpf vom Schöpfer zukommt. Gnade im eigentlichen und christlichen
Sinne des Wortes umfaßt jedoch die übernatürlichen Erweise göttlicher
Liebe, die Huld und das Wirken Gottes, durch das Er den Menschen zu
jener innersten Lebensgemeinschaft mit Sich erhebt, die das Neue
Testament Gotteskindschaft nennt. „Seht, wie große Liebe uns der Vater
erwiesen hat. Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es auch.“[28] Die
Ablehnung dieser übernatürlichen Gnadenerhebung aus angeblich deutscher
Wesensart heraus ist Irrtum, eine offene Kampfansage an eine
Kernwahrheit des Christentums. Die Gleichsetzung der übernatürlichen
Gnade mit den Gaben der Natur ist Eingriff in den durch die Religion
geschaffenen und geweihten Wortschatz. Die Hirten und Hüter des Volkes
Gottes werden gut daran tun, diesem Raub am Heiligtum und dieser Arbeit
an der Verwirrung der Geister mit Wachsamkeit entgegenzuwirken.
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