56. Jahrgang Nr. 4 / Juli 2026
Datenschutzerklärung | Zum Archiv | Suche




1. Vorbemerkung zur Entstehung des Brief-Archivs
2. Ex oriente lux aut tenebrae?
3. Stellungnahme zu den Ausführungen von Fr. Krier
4. Die Einsamkeit
5. Erklärung zu „Unam Sanctam“
6. Gewitter über Europa
7. Terza Posizione – Für eine Querfront des Widerstands!
8. Für eine familienfreundliche Wende
9. Anmerkungen zu den geplanten Bischofsweihen
10. Zur Frage der Bischofsweihe

11. Fragen eines Nachbarn
12. Die bunte Gesellschaft ist vorgezeichnet
13. Die verhängnisvollen Wahnvorstellungen
14. Tor zur Hölle geöffnet:
15. Barack Obama
16. as die islamische Welt im Innersten auch zusammenhält,
17. Rußland
18. Buchbesprechung
19. In Deutschland verschwiegen:
20. Hinweis
21. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
22. Mitteilungen der Redaktion
Die verhängnisvollen Wahnvorstellungen
 
über den Messias und die Wiederkunft Christi

In dem Artikel „Apokalyptischer Fanatismus treibt die US-Kriegsmaschine gegen den Iran“ hat Hermann Ploppa die verhängnisvollen Folgen beschrieben, die aus den materialistischen Vorstellungen der Trump-Regierung über die Endzeit und die Wiederkunft Christi, wie sie in der Offenbarung des hl. Johannes 16,16 beschrieben wird und Harmagedon darin als der Ort der endzeitlichen Schlacht ausgewiesen wird, d.i. der endzeitlichen Entscheidungsschlacht im „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, einerseits und die materialistischen Vorstellung der herrschenden Zionisten in Israel über die Ankunft des Messias anderseits, die gerade daraus hervorgegangen sind und als treibende Kräfte hinter dem barbarischen Angriffskrieg gegen den Iran wirksam sind und die ganze Welt in Brand zu stecken drohen. „Beide Figuren verschmelzen zu ein und derselben politisch-strategischen Endzeitgestalt.“ (Hans-Werner Schroeder: Von der Wiederkunft Christi heute, Stuttgart 1991, S. 41)

Der hl. Johannes beschreibt im Kontext des Verses die letzte Serie von endzeitlichen Plagen, die „sieben Schalen des Zorns“. Nach Gottes Befehl werden sie von sieben Engeln über die Erde gegossen. Die sechste Schale (Verse 12–16) beinhaltet, dass der Fluss Euphrat austrocknet und dass drei Dämonengeister die Könige der Welt dazu bewegen, sich zum Krieg mit Gott am Ort Harmagedon zu versammeln: „(13) Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; (14) denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen. (15) Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergeht und man nicht seine Schande sieht!“

Die Juden zur Zeit Christi erwarteten einen Messias, der sie vom politischen (!) Joch der römischen Fremdherrschaft befreien sollte. Und diese Fehlinterpretation beherrscht auch die Vorstellung der Zionisten in den USA und Israel, die die Regierung Tramp zum Krieg angetrieben haben.

Es ist die große Tragik des Judentums, Jesus Christus nicht als den prophezeiten Messias erkannt zu haben. Er wird noch immer erwartet, aber nicht als göttliches Wesen, sondern als ein von Gott gesandter Mensch und irdischer König oder Anführer aus der Linie Davids. Er werde die Juden ins Heilige Land zurückführen, den Tempel in Jerusalem wiederaufbauen und die Welt von Krieg und Leid befreien. Er werde eine Ära des universellen Friedens, der Gerechtigkeit und der Erkenntnis Gottes auf Erden bringen. Das ist ein Abrutschen der Messias-Vorstellung in die Enge des Irdisch-Nationalen, welches das Heil des eigenen Volkes in charismatischen äußeren Taten erwartet, die aber nicht ohne Waffengewalt möglich sind.

Das führt zu dem, was wir in Israel heute erleben, wo ein fanatischer Zionismus mit brutalster Gewalt ein Groß-Israel für alle Juden herstellen will, um die Ankunft des Messias vorzubereiten und vielleicht gar zu beschleunigen. Diese Vorstellung von der Endzeit und die Wiederkunft Jesu Christi ist von den einflussreichen (zionistisch eingestellten) Evangelikalen in den USA auf die Trump-Regierung übergegangen sind und ihr militärisches Handeln weitgehend impulsieren. Sie verbinden sich mit ähnlichen Vorstellungen von dem Erscheinen des jüdischen Messias bei den herrschenden Zionisten in Israel und bestimmen den gemeinsamen totalen Kriegszug gegen den Iran und die dortigen „Heerscharen des Bösen“. Es ist sehr wichtig, sich klar zu machen, wodurch diese Wahnideen zustande kommen.

Text auszugsweise aus FASSADENKRATZER Herbert Ludwig , 2.4.26 donotreply @wordpress.com )


 
(c) 2004-2018 brainsquad.de