56. Jahrgang Nr. 4 / Juli 2026
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1. Vorbemerkung zur Entstehung des Brief-Archivs
2. Ex oriente lux aut tenebrae?
3. Stellungnahme zu den Ausführungen von Fr. Krier
4. Die Einsamkeit
5. Erklärung zu „Unam Sanctam“
6. Gewitter über Europa
7. Terza Posizione – Für eine Querfront des Widerstands!
8. Für eine familienfreundliche Wende
9. Anmerkungen zu den geplanten Bischofsweihen
10. Zur Frage der Bischofsweihe

11. Fragen eines Nachbarn
12. Die bunte Gesellschaft ist vorgezeichnet
13. Die verhängnisvollen Wahnvorstellungen
14. Tor zur Hölle geöffnet:
15. Barack Obama
16. as die islamische Welt im Innersten auch zusammenhält,
17. Rußland
18. Buchbesprechung
19. In Deutschland verschwiegen:
20. Hinweis
21. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
22. Mitteilungen der Redaktion
Fragen eines Nachbarn
 
Fragen eines Nachbarn

beantwortet
von
Ursula Heller

H.: Ulla, Guten Morgen, was ich euch fragen wollte, euer USA-Besuch, der Pater, gehört der einer Kirche an oder ist er ein selbsternannter? Euch einen entspannten Tag!

Lieber H., Fr. Krier ist ein katholischer Priester , der von Bischof Günther Storck zum Priester geweiht wurde nach dem alten Ritus der kath. Kirche. Wir gehören zu denen, die die Reformen des II. Vatikanischen Konzils ablehnen. Kurz gesagt, diese Reformen zielten darauf hin, eine Einheitsreligion zu schaffen. Die Reformen wurde ganz langsam durchgesetzt, so daß die Gläubigen es in ihrer Tragweite gar nicht verstanden haben. Man fing mit dem Herzstück, der hl. Messe, an. Im Grunde machte man aus ihr ein protestantisches Gedächtnismahl. Als Paul VI. (Montini) damit begann, haben Orthodoxe, sogar Juden gesagt: „Machen Sie das nicht.“ Aber das Rad lief seinen Lauf: sukzessive wurden alle Sakramente verändert. Heute kennen viele die Zeiten dieser Veränderungen nicht mehr. Hier in Bayern hat man ja bis heute noch die Musik, die bayerische, die geblieben ist, die schönen Barockkirchen etc., in denen der alte Geist sich manifestiert hatte. Die Jahrhunderte alte tridentinische Messe wurde von Rom verboten. Und es gab einige, wie der Freundeskreis der UNA VOCE e.V. (mit der Zeitschrift „EINSICHT“ Red. Eberhard Heller), und auch Priester und Bischöfe weltweit, die sich wehrten. Hier in Deutschland zahlt man, wenn man katholisch ist, auch Kirchensteuer. Wir sind dann 1974/75 aus dem Kirchensteuerverband ausgetreten, weil wir die Reformen nicht mittragen konnten und wollten. Wir sind nicht aus der kath. Kirche ausgetreten, sondern nur aus dem Kirchensteuerverband. Jetzt denken und handeln wir so, daß wir durch unser Alter bedingt, daran denken und danach handeln, auszuscheiden und so gut es geht die Dinge weiterzugeben oder abzuschließen. Zu all dem gibt es noch viel zu sagen. Dir alles, alles Gute, Gott schütze Dich, Deine Frau und Deine große Familie. Ulla

H.: Ulla für mich ist die Sprache Gottes die Sprache des Volkes. Lateinische Messen, nichts dagegen, aber das ist Kirchensprache und nicht Gottes Sprache. Da würde ich nicht hingehen.

U.: Es geht ja nicht ausschließlich um die Sprache, auch die deutschen Übersetzungen sind falsch. Der Schott, den ich zur Kommunion bekommen habe, hat neben dem Latein die deutsche Übersetzung. Lesung, Evangelium waren sowieso immer in der Landessprache. Was das Latein angeht, war es die Sprache der Universalität der kath. Kirche. In aller Welt gab es die eine hl. Messe: Afrika, Asien, Europa. In Afrika konntest Du als Katholik in die Messe gehen und es war die kath. Messe deiner Heimat. Das macht die wirkliche Universalität aus.

H.: Für Kirchenfunktionäre ja, fürs Volk?

U.: Oh die Messe war immer fürs Volk, die Priester sind Priester, aber Diener Gottes. Aber es gab immer und überall, wo Menschen am Werk sind, Fehler, Mißstände. Aber es gab sie auch, diese guten Priester. Mein Vater war nicht kirchenfeindlich, aber kritisch, leider haben auch einige Priester versagt. Wir hatten so einen Funktionär, Propst Pricking, ein Verwaltungsmensch. Was die Messe anging, die blieb unangetastet. Ja, richtig ist auch, der Glaube war nicht mehr lebendig. Man hatte sich eingerichtet. Aber noch eine nette Begebenheit apropos Sekten. Wir saßen im Auto und hörten über Bayern2 einen Bericht über eine junge mennonitische Familie mit zwei Kindern aus Deutschland. Sie und ihr Mann arbeiteten beide, ich glaube, die Kinder waren im Kindergarten. Die Familie wollte nach Kanada auswandern nach Steinbach und Winkler (mennonitische Gemeinden). Die Frau sagte, hier in Deutschland sei in der Gesellschaft, das bevorzugte Bild der Familien geprägt durch arbeitende Mütter. Es fiel das Wort „Du nervst“, … kenne ich auch von J. Die junge Mennonitin sagte dann: „Eigentlich kenne ich meine Kinder gar nicht“. Die Familie wandert nun aus. In Kanada bleibt sie bei ihren Kindern und ist ganz für sie da. Das läßt mich nicht mehr los, dieser Gedanke der jungen Frau „ich kenne meine Kinder ja gar nicht richtig“. Mennoniten sind eine Abspaltung der protestantischen Kirche aus Niedersachsen. Wie so viele protestantische Sekten, die verfolgt wurden und dann auswanderten.

„Lieber mit der Wahrheit fallen, als mit der Lüge siegen“ (hl. Augustinus)


 
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