56. Jahrgang Nr. 2 / März 2026
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1. Gedanken zum Fest der Auferstehung 2026
2. Einige Anmerkungen zum diesjährigen Osterfest
3. Gebet für die heilige Kirche
4. Ex oriente lux – Licht aus dem Morgenland ?
5. Der Schmerz
6. Der „Synodale Weg“
7. Der bösen Macht auf der Spur
8. Erschreckende Zunahme der Christenverfolgung
9. Gefälschte „Wahrheiten“
10. Genetische Totalüberwachung: Wie Trump die DNA-Datenbank für alle Bürger vorbereitet
11. Schockierend: EU-Parlament fordert
12. Von Imperien und Hungersnöten
13. Technokraten, ihre Bemühungen
14. ABF Schweiz sagt klar NEIN zur E-ID
15. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
16. Wie nah ist der Dritte Weltkrieg?
17. Buchbesprechung:
18. Richten die USA eine „Gedankenpolizei“ ein?
19. Das Märchen von des Königs treuen Knechten
20. Die Geschichte vom armen Madonnen-Schnitzer,
21. Mitteilungen der Redaktion
Wie nah ist der Dritte Weltkrieg?
 
Wie nah ist der Dritte Weltkrieg?
Ein Gespräch mit Oberst Douglas Macgregor

In einer Zeit zunehmender globaler Spannungen analysiert Oberst Douglas Macgregor, ein erfahrener Militärstratege und ehemaliger Berater im US-Verteidigungsministerium, die jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten und in Europa. In der Sendung „Judging Freedom“ mit Moderator Judge Andrew Napolitano diskutiert Macgregor die Eskalationen rund um den Israel-Hamas-Konflikt, die drohende Konfrontation zwischen Israel und Iran sowie den anhaltenden Krieg in der Ukraine. Seine Einschätzungen sind nüchtern und warnend: Die USA stecken tief in Konflikten, die sie selbst angeheizt haben, und eine unkontrollierte Eskalation könnte den Weg zu einem globalen Konflikt ebnen. Macgregor kritisiert die Politik der Trump-Administration scharf und betont, dass die aktuellen Entwicklungen – wie der israelische Angriff auf Hamas-Führer in Katar – die Region weiter destabilisieren. Im Folgenden ein ausführlicher Bericht über das Gespräch, ergänzt um Hintergründe und Zitate in deutscher Übersetzung.
Der israelische Angriff auf Hamas in Doha: Ein Verstoß gegen internationales Recht?
Der Einstieg des Gesprächs dreht sich um den jüngsten israelischen Luftangriff auf Doha, die Hauptstadt Katars, am 9. September 2025. Die israelischen Streitkräfte (IDF) bombardierten ein Wohngebäude, in dem Hamas-Führer residierten und Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Gaza führen sollten. Laut israelischen Angaben zielte der Angriff auf hochrangige Hamas-Mitglieder ab, darunter den Gaza-Leiter Khalil al-Hayya. Die IDF und der Inlandsdienst Shin Bet bezeichneten es als „präzisen Schlag“ gegen die Verantwortlichen für den Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023. Berichten zufolge wurden mindestens sechs Menschen getötet, darunter der Sohn und ein Berater von al-Hayya, sowie ein katatischer Sicherheitsbeamter. Hamas-Führer überlebten den Anschlag, wie die Gruppe bestätigte, und verurteilte ihn als „fehlgeschlagenen Mordversuch“. Katar, das als Vermittler zwischen Israel, Hamas und den USA fungiert, reagierte mit scharfer Empörung. Das Außenministerium in Doha nannte den Angriff „feige“ und eine „offenkundige Verletzung internationaler Gesetze und Normen“, die die Souveränität Katars bedrohe. Die Explosionen ereigneten sich in einem diplomatischen Viertel nahe Schulen und Botschaften, was die Eskalation unterstreicht. Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verurteilten den Schlag ebenfalls als „brutal“ und „feige“, und Katar überlegt nun, seine Rolle als Gastgeber für Hamas-Führer neu zu bewerten. Macgregor sieht darin ein Muster israelischer Strategie: „Die Israelis sind daran gewöhnt, mit Straffreiheit zu handeln, unter der Annahme vollständiger und bedingungsloser Unterstützung aus Washington für alles, was sie tun wollen. Und das war in den letzten drei Jahren sicher der Fall.“ Er betont, dass die USA wahrscheinlich involviert waren, da sie de facto Kontrolle über den Luftraum Katars haben und der CIA informiert gewesen sein muss. Dennoch distanzierte sich Premierminister Benjamin Netanyahu öffentlich: „Die Aktion gegen die obersten Terrorchefs von Hamas war eine vollständig unabhängige israelische Operation. Israel hat sie initiiert, Israel hat sie durchgeführt und Israel übernimmt die volle Verantwortung.“ Macgregor hält dies für eine Schutzbehauptung, um Trump aus der Schusslinie zu nehmen: „Nichts passiert dort mit den Israelis ohne unsere bedingungslose Unterstützung.“ Der Oberst kritisiert die Tötung von Verhandlungsführern als Markenzeichen Netanyahus: „Sie töten das Verhandlungsteam, bevor es eine Chance hat, zu verhandeln. Das könnte auch das Markenzeichen der Präsidentschaft von Donald Trump sein.“ Er verweist auf vergangene Vorfälle, wie den israelisch-amerikanischen Angriff auf iranische Verhandler 2019. Solche Aktionen verletzen internationales Recht, da sie auf neutralem Boden erfolgen und Verhandlungen sabotieren. Katar, das finanzielle Interessen mit der Trump-Familie teilt, ist nicht vollständig neutral, betont Macgregor, aber der Angriff könnte zukünftige Vermittlungen unmöglich machen.
Vorbereitungen auf einen Angriff auf Iran: Nukleare Eskalation droht
Macgregor bleibt bei seiner Einschätzung, dass Israel einen Angriff auf Iran plant – und die USA liefern die Munition: „Absolut, keine Frage. Wir versenden kritisches Material an Israel im Vorbereitung auf das. Niemand weiß genau, wann es passieren wird. Ich dachte wahrscheinlich vor Ende September oder Anfang Oktober. Die meisten sagen sicherlich nicht später als Dezember.“ Aktuelle Berichte bestätigen erhöhte US-Lieferungen an Israel, darunter Präzisionswaffen und Munition, die für einen Schlag gegen iranische Ziele geeignet sind. Im Juni 2025 führte Israel bereits einen 12-tägigen Krieg gegen Iran, in dem nukleare Anlagen wie Natanz und Fordow angegriffen wurden. Der Waffenstillstand hält, doch Spannungen steigen. Iran hat seine Luftverteidigung seitdem massiv aufgerüstet, was den Angriff riskanter macht: „Die integrierten Luftverteidigungen Irans verbessern sich dramatisch. Sie haben viel neues Material. Wenn überhaupt, wird Iran diesmal viel formidabler sein als zuvor.“ Dennoch sieht Macgregor Aktivitäten am israelischen Nuklearstandort Dimona: „Die Israelis könnten theoretisch die Verwendung einer Art Nuklearwaffe planen. Wer weiß? Alles ist möglich.“ Dies unterstreicht die Gefahr einer nuklearen Eskalation, die den Nahen Osten und potenziell die Welt in den Abgrund reißen könnte. Macgregor warnt, dass Trumps fehlender Nationaler Sicherheitsberater – die Rolle wurde Außenminister Marco Rubio übertragen – die Entscheidungsfindung beeinträchtigt. Rubio, ein Hardliner, priorisiert Interventionen wie in Venezuela, was objektive Beratung erschwert.
Der Ukraine-Krieg: Russland siegt, Westen scheitert
Der Fokus wechselt zur Ukraine, wo Macgregor den Konflikt als „unseren Krieg“ bezeichnet, den die Biden-Administration begonnen habe: „Die Russen sind nah dran, den Job zu erledigen, aber sie beobachten andere Entwicklungen. Das ist wirklich unser Krieg. Wir haben ihn begonnen.“ Unter Trump habe sich nichts geändert; im Gegenteil: Neue Sanktionen und Äußerungen von Finanzminister Scott Bessent deuten auf eine Verdopplung hin. Bessent wiederholt alte Narrative: Mit neuen Sanktionen und Alliierten könne man die russische Wirtschaft zum Kollaps bringen – eine Illusion, die Macgregor als „sehr beunruhigend“ abtut. Putin übt Geduld, weil er auf den Zerfall globalistischer Regierungen in Europa setzt: „Die globalistischen Regierungen in Orten wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien zerfallen aus einer Reihe von Gründen. Die Globalisten, die für diese dramatische Migrationskrise verantwortlich sind, werden aus dem Amt geworfen.“ Er nennt Maßnahmen gegen die AfD in Deutschland, Macrons Instabilität in Frankreich und Starmers wirtschaftlichen Kollaps. Neue nationalistische Regierungen würden keinen Krieg gegen Russland unterstützen. Putins Geduld sei strategisch: „Er profitiert enorm von unserem Einfluss auf militärische Operationen in der Ukraine. Amerikanische und britische Offiziere haben enormen Einfluss auf das, was die ukrainische Armee tut.“ Macgregor sieht das Ende der ukrainischen Armee kommen: „Warum sollten weitere Tausende junger Ukrainer sterben, bevor das Unvermeidliche eintritt?“ Er erwähnt seltsame Entwicklungen wie die Freilassung von 13.000 jungen Ukrainern an der polnischen Grenze und jüdische Siedlungen im Süden, geschützt von „US-ähnlicher“ Polizei. Dies erinnere an Pläne für ein „größeres Israel“ in der Ukraine. Viktor Orbán sprach von einer Dreiteilung: Russisch, neutral und pro-europäisch – doch Russland würde das nicht tolerieren. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow warnte: „Die Präsenz internationaler Kräfte oder NATO-Truppen auf ukrainischem Boden neben unseren Grenzen ist eine Gefahr für uns.“ Das Treffen Putin-Trump in Alaska war für Macgregor „ein weiterer Reality-TV-Moment“: Keine Vorbereitung, keine Ergebnisse. Putin forderte konkrete Vorschläge, doch Trump verließ sich auf Show-Elemente wie Flugzeuge. „Ich denke, Präsident Trump ist immer noch getäuscht in seinem Denken über unsere Position im internationalen System im Vergleich zu Russland und dem Rest der Welt.“
Weitere Spannungen: Venezuela, China und die Uni-Party
Macgregor warnt vor Rubios Plänen für eine Intervention in Venezuela: „Staatssekretär Rubio ist angeblich oder berichtetermaßen der Mann hinter dem vorgeschlagenen Eingreifen gegen Venezuela. Das scheint ganz oben auf seiner Liste wichtiger Ziele zu stehen.“ Dies könnte zu einer neuen Krise führen, während die USA in Nahost und Europa gebunden sind.Rubios Paranoia vor China – Überwachung von Sozialmedien lateinamerikanischer Visa-Bewerber auf chinesische Kollaboration – sei absurd: „China ist das Gespenst innerhalb des Beltway. Wenn du auf ein Problem hinweisen willst, ist China dahinter.“ Macgregor plädiert für rationale Politik: Bessere Überprüfung, statt irrationaler Bedrohungen.
Fazit: Auf dem Weg zum Dritten Weltkrieg?
Macgregors Analyse malt ein düsteres Bild: US-Unterstützung für Israel treibt den Nahen Osten in den Abgrund, während der Ukraine-Krieg Russland stärkt und Europa spaltet. Die fehlende Objektivität in Trumps Umfeld – zionistische NSC-Mitglieder und Rubios Hardlinertum – erhöht das Risiko. „Es könnte tatsächlich schlimmer sein als das, womit du vorher zu tun hattest“, warnt er vor Trumps Politik. Ohne Kurskorrektur droht eine Kette von Eskalationen, die einen globalen Konflikt auslösen könnte. Die Welt beobachtet atemlos, ob Diplomatie siegt oder Waffen sprechen. (uncut-news.ch – 11.9.2025)

 
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