1. Gedanken zum Fest der Auferstehung 2026 2. Einige Anmerkungen zum diesjährigen Osterfest 3. Gebet für die heilige Kirche 4. Ex oriente lux – Licht aus dem Morgenland ? 5. Der Schmerz 6. Der „Synodale Weg“ 7. Der bösen Macht auf der Spur 8. Erschreckende Zunahme der Christenverfolgung 9. Gefälschte „Wahrheiten“ 10. Genetische Totalüberwachung: Wie Trump die DNA-Datenbank für alle Bürger vorbereitet 11. Schockierend: EU-Parlament fordert 12. Von Imperien und Hungersnöten 13. Technokraten, ihre Bemühungen 14. ABF Schweiz sagt klar NEIN zur E-ID 15. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten... 16. Wie nah ist der Dritte Weltkrieg? 17. Buchbesprechung: 18. Richten die USA eine „Gedankenpolizei“ ein? 19. Das Märchen von des Königs treuen Knechten 20. Die Geschichte vom armen Madonnen-Schnitzer, 21. Mitteilungen der Redaktion
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Ex oriente lux – Licht aus dem Morgenland ?
von Eberhard Heller
Anfang Februar diskutierten Herr Jerrentrup, der Mitunterzeichner der Erklärung von 2000, und ich über das Verhältnis der orthodoxen Ostkirche zu den Gruppen, die sich als rechtgläubig bezeichnen und die Reformen des II. Vatikanischen Konzils als häretisch ablehnen, wobei sie sich auf die Declaratio von Erzbischof Ngô-dinh-Thuc berufen können, der den Stuhl Petri am 21.3.1982 feierlich für vakant erklärt hatte. Zwischen der einst römisch-katholischen Kirche und den Orthodoxen besteht bzw. bestand seit 1054 das Morgenländische Schisma. Der Streit um die Stellung des Papstes hatte schon länger geschwelt und führte schließlich 1054 zum großen Schisma, nachdem die Verhandlungen zwischen Humbert von Silva und dem Patriarchen Michael I. ohne Ergebnis gescheitert waren und zur gegenseitigen Exkommunikation führten. „Die gegenseitigen Beziehungen zwischen Ost- und Westkirche erwiesen sich zu diesem Zeitpunkt aufgrund politischer und theologischer Differenzen (die ihre Ursache in einer schrittweisen Entfremdung seit dem dritten Jahrhundert hatten) allerdings als schon seit längerem zerrüttet.“ (Wikipedia) Die Unierungsversuche auf dem Zweiten Konzil von Lyon 1274 und dem Konzil von Florenz 1439 hatten keinen Bestand, weil die dort gefaßten Beschlüsse 1484 durch eine konstantinopolitanische Synode endgültig verworfen und so das Schisma besiegelt wurde. Die Unierungsbemühungen von Pius XI. blieben erfolglos. So blieb das Schisma bestehen, das seitens der Ostkirche darin besteht, daß sie den römischen Papst nicht als Oberhaupt der (Gesamt)Kirche anerkennen, also dessen Primat auch über die Patriarchate Konstantinopel, Alexandria, Antiochia und Jerusalem ablehnten. Was ergibt sich nun aus diesem Verhältnis für uns? Zunächst soll geklärt werden, was Schisma genau bedeutet: Mit dem Ausdruck Schisma oder Glaubensspaltung ist die Spaltung innerhalb einer etablierten religiösen Glaubensgemeinschaft gemeint, wobei es zu keiner Ausbildung einer neuen theologischen Auffassung (Häresie) kommt. Das Schisma mit der Ostkirche betrifft also nur den disziplinarischen, keineswegs den dogmatischen Bereich. Es stehen sich also durch das Schisma nur Bereiche der Disziplin gegenüber. Die Ostkirche besteht also in Relation zur (ehemaligen) Westkirche. Was ist, wenn die (gesamte) Westkirche in Häresie fällt., also keine Autorität hat, auch in disziplinärer Hinsicht nicht? Dann entfiele die Relation zwischen den beiden Relata, denn eine Beziehung fällt mit dem Ausfall der einen Seite weg bzw. kann nicht mehr stattfinden. Denn zwischen wem könnte eine Relation stattfinden. So haben wir auf der einen Seite eine intakte Ostkirche, die nicht mehr mit dem Kriterium Schisma belegt werden kann. Wer wollte diese Kirche als schismatisch bezeichnen, da der ihr korrespondierende Teil nicht mehr als gültige Autorität existiert (d.i. die sog. Reformkirche) Das Problem, welche es hier zu klären ist, besteht darin, wie und in welcher Weise wir (d.i. als der rechtgläubig gebliebene Teil der einst römisch-katholischen Kirche) in Kontakt mit der schisma-freien Ostkirche treten können, die in der Tat eine wahre Kirche ist (und so immer durch Rom anerkannt wurde). Könnten wir uns diesen orthodoxen Kirchen (z. B. der russisch-orthodoxen) einfach anschließen und um Aufnahme bitten? Eine Bremse für diese Bemühungen könnte dadurch entstehen, daß 1870 auf dem Vatikanischen Konzil der Primat des Papstes und dessen Unfehlbarkeit in Glaubenssachen dogmatisch festgelegt wurde, wodurch die schismatischen Kirchen aus dem Schisma in die Häresie fallen würden. Auch dieser Punkt bedarf einer genauen Klärung. Des weiteren muß herausgefunden werden, ob die Orhodoxie über die Verhältnisse in der Westkirche informiert ist. Ich bitte alle Leser, an der Klärung dieser Probleme mitzuarbeiten. Eberhard Heller
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