55. Jahrgang Nr. 2 / April 2025
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1. Resurrexit sicut dixit!
2. Resurrexit sicut dixit! englisch
3. Christus besiegte den Tod.
4. Bergoglios nächstes Verbrechen
5. Judentum – Christentum – Islam
6. Nachruf auf Gloria Riestra De Wolff
7. Der letzte Tag
8. Unterwerfung als Programm
9. Satanismus
10. Die Wahrheit spielt keine Rolle mehr
11. Wer unter euch ohne Sünde ist
12. Die SCO(Self-Checkout Systeme)Staaten
13. Unbeugsam bis in den Tod
14. Geschwisterliebe
15. Buchbesprechung:
16. Ins rechte Licht gerückt
17. Orban: christliches Erbe bewahren
18. Wir stellen zur Diskussion
19. Mittteilingen .Nachrichten,Nachrichten...
Nachruf auf Gloria Riestra De Wolff
 
Nachruf auf Gloria Riestra De Wolff

Noch Ende Oktober letzten Jahres konnte mir Bischof Davila bei seinem Besuch mitteilen, daß es Frau Riestra gut ginge und sie sich mit 95 Jahren noch wohlfühlte, nur sei sie blind und bettlägerig. Nun ließ mir Bischof Davila per E-Mail über Fr. Krier mitteilen, daß Frau Riestra am 19. Februar verstorben sei. Mit ihrem Tod ging ein heldenhaftes Leben zu Ende, daß ganz dem Kampf um die Wahrheit gewidmet war. Meiner Bitte, ein geistiges Vermächtnis zu verfassen, konnte sie nicht mehr nachkommen. Ihren 90ten Geburtstag feierte sie noch im Kreis der Priester der Union Trento, die sie lange theologisch beraten hatte,. Sie war am 30.3.1929 in Tampico/Tamaulipas in Mexio geboren. Als Sekretärin eines (modernen) Bischofs kam sie früh mit dem Glaubensverrat des II. Vatikanums in Berührung. Das führte zu der unausweichlichen Auseinandersetzung mit ihrem bischöflichen Arbeitgeber... und zum Bruch mit diesem. Doch sie fand bald Kontakt zum Kopf des katholischen Widerstandes in Mexiko, zu Padre Joaquín Sáenz Arriaga und zu dem Ingenieur Anacleto González Flores, dem Sohn gleichen Namens, dessen Vater als junger Jurist am 1. April 1927 nach einer grauenhaften Folter als Märtyrer, als „Christeros“ (zusammen mit den drei Brüdern Vargas Gonzales) in Guadalajara hingerichtet wurde. Anacleto G. Flores, war der Führer der Union populare (des Vereins kath. Arbeiter). Bald nahm Riestra auch Kontakt zu Padre Carmona auf, der nach  dem Tod von Joaquín Sáenz Arriaga den katholischen Widerstand in Mexiko übernahm. Der Widerstand gegen den Modernismus war deswegen in Mexiko so ausgeprägt, weil die Gläubigen und die entscheidenden Mitarbeiter im Modernismus eine Fortführung der freimaurerischen Revolution unter Calles sahen, die unter dessen Regierung zu einer blutigen Verfolgung in den 20iger Jahren des 20ten Jahrhunderts geführt hatte.
Bereits 1971 erschien ihr Buch "Tormenta sobre la Iglesia" (Sturm über die Kirche), dem bald 1976 das  apologetische Werk "Contra la Gran Traición" (Gegen den großen Verrat). Ihr letztes größere Werk, "Infiltración Judaica en la Iglesia" (Jüdische Unterwanderung der Kirche) erschien 1985. Daneben wurde die EINSICHT zu dem Organ, das viele ihrer Beiträge veröffentlichte. Darin nahm sie auch häufig Stellung zu den theologischen Irrtümern, von denen die modernistischen Änderungen in der modernen Liturgie und dem neuen Glaubensverständnis geprägt waren. Mit Frau Riestra verband mich eine herzliche Freundschaft, die ihre Bestätigung in einem persönlichen Kontakt fand, als ich sie mit meinem Sohn Bernhard bei meinem Mexiko-Besuch im Jahr 2000 in Begleitung von Bischof Davila in ihrem Wohnort, der Stadt Tampico besuchte. Wir waren zwei bewährte Kampfgenossen, die sich sofort verstanden. Sie strahlte eine unglaubliche Souveränität aus, von der auch mein Sohn angesteckt wurde.  Diese persönliche Übereinstimmung ließen auch die äußeren Umstände fast vergessen: das Klima in Tampico war so feucht, daß mir ständig der Schweiß ausbrach. Zeitweise waren Gloria Riestra und ich die „Sekretäre“ des katholischen Wiederstandes: Sie managte den Wiederstand in Mexiko und ich den in Deutschland, der sich nach der Declaratio von S.E. Pierre Martin Ngô-dinh-Thuc mehr und mehr nach München verlagert hatte. Frau Riestra und ich waren ein gutes, stabiles System, welches einige gravierende Prüfungen zu bestehen hatte, als z.B. Abbe Barbara die Bischofsweihen, die bis dahin geheim gehalten waren, verraten hatte und dadurch Ngô-dinh-Thuc in arge Bedrängnis brachte, oder nach der Beschimpfung durch Bischof des Lauriers, der Frau Riestra, Herrn Dr. Hiller und mich als Schismatiker kritisierte. Neben ihrem kirchlichen Engagement zählt Frau Riestra zu den wenigen  großen Dichtern, die sich die Themen ihrem religiösen Leben entnommen hatte. Viele Gedichte, auch in der EINSICHT – in der kongenialen Übersetzung von Frau Leutenbauer und Dr. Ciria - handeln von ihrer Zwiesprache mit Gott, dem sie sich nahe wußte.  

Eberhard Heller
 
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