Mitteilungen der Redaktion
Beuerberg, den 27.3.25
Verehrte Leser,
im Mai dieses Jahres feiert die EINSICHT ein seltenes Jubiläum: Seit fünfzig Jahren liegt die Redaktion dieser Zeitschrift in meinen Händen. Mit dem Mai-Heft 1975, der ersten Nummer des 5. Jahrgangs, begann für mich eine aufreibende Zeit konzentrierter Arbeit, die ich ohne die Hilfe meiner Frau Ursula (bis heute) nicht hätte leisten und die ich ohne ihre Unterstützung nicht hätte bewältigen können: Sie übernahm (ebenfalls bis heute) die gesamte Verwaltung des Freundeskreises der Una voce, dem Trägerverein, der die EINSICHT herausgibt. So feiern wir dieses Jubiläum gemeinsam: 50 Jahre enger Zusammenarbeit.
Nachdem mir die zugesagte Mitarbeit in der Redaktion nur spärlich gewährt wurde, war ich als Nicht-Theologe mit einem schweren Erbe geistig-geistlicher Natur weitgehend alleine gelassen. Allerdings ohne Beistand des Hl. Geistes hätte ich vermutlich den theologischen Kurs gegen den teils erheblichen Widerstand nicht durchgehalten. Unterstützung bekam ich allerdings von H.H. Dr. Otto Katzer, unserem theologischen Mentor, H.H. Pfr. Alois Aßmayer und H.H. Pfr. Joseph Leutenegger, die die pastoralen Aufgaben (bis zu deren Tod) übernommen hatten. Hilfe bekam ich auch von der kürzlich verstorbenen Frau Gloria Riestra, Bischof Moises Carmona und einigen tapferen Weggefährten: Ich denke da an Frau Magdalena Gmehling und Herrn Werner Olles, ich denke aber auch an Dr. Ante Križić, der zu früh verstorbene Fach-Theologe, der für einige Jahre den theologischen Kurs entscheidend mitgeprägt hat, schließlich denke ich auch an Fr. Courtney Edward Krier und an Herrn Christian Jerrentrup, mit denen ich mich 1992 u.a. einmal wöchentlich zu einem religions-philosophischen Gespräch im „Bella Italia“ in München getroffen habe.
Wie lange ich die Redaktion noch führen kann, hängt von der Schaffenskraft ab, die mir der liebe Gott schenken wird. Allen Weggenossen, die mich bis heute getragen haben, und allen, die uns finanziell unterstützt haben, möchte ich ein ganz herzliches Danke sagen.
Noch ein Wort zur derzeitigen Situation. Wer die Entwicklung aufmerksam verfolgt, wird feststellen, daß wir langsam auf eine Katastrophe zusteuern. Während die beiden Großmächte, Rußland und Amerika auf einen Frieden in der Ukraine hinarbeiten, ist Europa bemüht, den Status quo, d.h. den Krieg beizubehalten. Außerdem laufen die derzeitigen Aufrüstungsanstrengungen in Deutschland darauf hinaus, bis 2030 gegen Rußland eine schlagkräftige Armee aufzubauen, in dem man das Narrativ bedient, die Russen wollen Deutschland militärisch überfallen. Es gibt genug Idioten, die diesen Unsinn behaupten und es gibt genug Dummköpfe, die darauf hereinfallen. Gott sei Dank gibt es im Internet genügend aufrechte Frauen und Männer, die uns darüber aufklären. Bereits George Orwell sagte voraus: „In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat.“ Auch wenn sich allgemeine Hilflosigkeit verbreitet, bleibt uns das Gebet, von dem Léon Bloy sagt: „Man muß beten. Alles Übrige ist eitel. Man muß beten, um die Schrecken dieser Welt aushalten zu können. Man muß beten, um die Kraft zu erlangen, warten zu können. Es gibt keine Verzweiflung, keine traurige Bitterkeit für den Menschen, der viel betet.“
In diesem Sinne verbleibe ich mit allen guten Wünschen zum Osterfest, dessen Botschaft uns die göttliche Gewißheit verbreitet, daß auch wir dereinst den himmlischen Frieden erlangen können.
Eberhard Heller
Hinweis der Redaktion: Demnächst wird der 2. Sammel-Band meiner theologischen Aufsätze, die bereits in der EINSICHT veröffentlich waren, erscheinen: „Und das Wort besiegt die Finsternis“. Er kann gegen eine Spende bei der Redaktion bestellt werden.
±±
Titelbild: Florenz, S. Croce, Niccolo di Pietro Gerini (1340-1415): Auferstehung; Foto: Eberhard Heller
Redaktionsschluß: 27.3.2025
Impressum: Herausgeber: Freundeskreis der Una Voce e.V., Am Pfarranger 5 a, 82547 - Eurasburg
Redaktion: Dr. Eberhard Heller, Am Pfarranger 5 a, 82547 - Eurasburg, Tel.: 08179/4979731
E-Mail: eberhard-heller@gmx.net oder foto-heller@gmx.de
Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
Das Wort Jesus soll in Israel verboten werden –„Jesus-Verbot“-Gesetz in Israel, Was steckt hinter der Knesset-Initiative? Medienberichten zufolge könnte Israel ein Gesetz verabschieden, das die Inhaftierung von Christen vorsieht, wenn sie über Jesus sprechen. Zwei Abgeordnete aus der Koalition von Ministerpräsident Netanjahu, Moishe Gafni und Yaakov Asher, haben einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Diskussion oder Veröffentlichung von „pro-Jesus-Inhalten“ im Internet, in Printmedien und per E-Mail verbieten würde. Wichtige Punkte: Das Reden über Jesus kann zu einer Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren führen, wenn Kinder unter 18 Jahren daran beteiligt sind. Bei der Veröffentlichung von Materialien über Jesus beträgt die Strafe bis zu einem Jahr Gefängnis. Das Gesetz könnte einen schweren Konflikt mit den Christen weltweit auslösen.... Russländer & Friends (Quelle: „News Max“ Wake up America)
Urteil zu Gebetsmahnwachen - Gebetsmahnwachen von Lebensschützern vor den Niederlassungen von "Abtreibungs"-Einrichtungen dürfen nicht pauschal verboten werden. Das geht aus einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG) hervor, die am 20. Juni veröffentlicht wurde. Es hat damit letztinstanzlich die Auflagen der Stadt Pforzheim für eine Aktion der christlichen Initiative "40 Tage für das Leben" für rechtswidrig erklärt. Hintergrund: Die Initiative wollte eine stille Gebetsmahnwache in Sichtweite der Pro-Familia-Beratungsstelle in Pforzheim durchführen.
Irrenhaus Deutschland: „Masturbationsraum“ in NRW-Kita! – AfD-Anfrage im Landtag (Deutschland Kurier vom 12.1.2024) Das „pädagogische Konzept“ einer Kindertagesstätte in Kerpen (Rhein-Erft-Kreis) beschäftigt Medienberichten zufolge den Landtag in Düsseldorf. Anlass war die Empfehlung der linksgrünen Kita-Leitung, dass Kinder sich in der Kerpener Kita in „geschützte Räume“ zurückziehen können, um sich dort zu befriedigen. Daraufhin stellte die AfD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag eine Anfrage. Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ ist inzwischen das Landesjugendamt in den Vorgang eingeschaltet. Ein Sprecher der Kerpener Stadtverwaltung wiegelte ab: Die im Kita-Konzept verwendeten Formulierungen könnten „missinterpretiert“ werden. Man sei dabei, das Konzept zu überarbeiten. Im Sommer des vergangenen Jahres hatte eine Kita in Hannover mit einem ähnlichen Vorhaben für einen Eklat gesorgt. Daraufhin stoppte das niedersächsische Kultusministerium die Pläne.
Prozeß wegen Völkermord - Am Donnerstag, dem 11.01.2024 begann in Den Haag vor dem Internationalen Strafgerichtshof die Anhörungen zu einer Klage Südafrikas gegen Israel wegen Völkermordes. Die Klage wird von weiteren 32 Staaten unterstützt, wozu aber kein einziger westlicher Staat gehört. Südafrika möchte erreichen, dass der Gerichtshof so schnell wie möglich Maßnahmen von Israel fordert, damit nicht noch mehr Palästinenser sterben. (Stand 9.1.2024 wurden über 20000 Palestiner getötet, darunter über die Hälfte Frauen und Kinder.)
Liebe Freunde, Roe versus Wade ist gefallen: Ein historischer Sieg für die ungeborenen Kinder und eine lang ersehnte Wende im weltweiten Kampf für das Lebensrecht! Nach fast 50 Jahren kippte das Höchstgericht der USA am 24. Juni 2022 das berüchtigte Urteil Roe versus Wade, mit dem 1973 Abtreibungen als verfassungsmäßiges Grundrecht verankert und die Tötung ungeborener Kinder bis zur 24. Schwangerschaftswoche legalisiert wurden. Roe versus Wade hat verheerenden Blutzoll in den USA gefordert: Mehr als 60 Millionen ungeborene Kinder fielen ihm zum Opfer. Mit der Aufhebung von Roe versus Wade liegt die Regelung der Abtreibung wieder im Kompetenzbereich der Einzelstaaten. Sofort mit der Bekanntgabe der Entscheidung des Supreme Court traten in mehr als zehn US-Staaten Abtreibungsverbote in Kraft, weitere werden folgen. Einer Recherche der Lebensrechtsorganisation "Operation Rescue" zufolge haben bis 1. Juli bereits über 49 Abtreibungskliniken ihre Tätigkeit eingestellt. Das sind wunderbare Neuigkeiten! Freilich: In Deutschland wurde am selben 24. Juni eine Entscheidung getroffen, die unterschiedlicher nicht sein könnte: Die Streichung des Paragrafen 219a. Mit breiter Mehrheit (Ampel-Koalition und Linke) beschloss der Bundestag die Abschaffung des Verbotes, für die Tötung der ungeborenen Kinder zu werben. Was Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Die Grünen) einen "Triumph" nennt, lässt die Kassen der Abtreibungsärzte klingeln. Zum Datum fällt auch auf, dass im Vorjahr genau am 24. Juni das EU-Parlament dem umstrittenen Bericht zur "Sexuellen und reproduktiven Gesundheit" mit großer Mehrheit zustimmte. Mit dem sogenannten Matic-Report wurde Abtreibung zu einem "Recht" und Teil der "Menschenrechtsstandards" erklärt und die Gewissensfreiheit von Ärzten angegriffen. Der 24.6. scheint also ein Tag, an dem sich der Kampf um das lebensrecht der Ungeborenen verdichtet. Als Christen sehen wir darin die geistliche Dimension: Am 24. Juni, dem Johannistag, sechs Monate vor Weihnachten, wird das Geburtsfest Johannes des Täufers begangen. Johannes als ungeborenes Kind im Schoß seiner Mutter Elisabeth war der erste Mensch auf Erden, der den Heiland Jesus Christus, ebenfalls ein ungeborenes Kind, erkannte. Die Begegung der beiden schwangeren Frauen Maria und Elisabeth im Lukasevangelium ist ein unüberbietbares Zeugnis für die Würde des ungeborenen Kindes. Liebe Freunde, allen Rückschlägen und Hindernissen zum Trotz: Die Aufhebung von Roe gegen Wade zeigt, dass Abtreibung umkehrbar ist. Die Entscheidung ist ein unermessliches Hoffnungszeichen für uns alle, die wir uns für das Lebensrecht und die Würde jedes einzelnen Menschen, geboren oder ungeboren, einsetzen. In herzlicher und dankbarer Verbundenheit Ihre Sonja Dengler, Fridolin Mall (aus TIQUA Juli-August 2022)
Hinweis der Redaktion:
Im Gerhard Hess-Verlag ist der erste Band mit Aufsätzen aus meiner Feder erschienen, der gegen eine Spende bei der Redaktion bestellt werden kann:
Eberhard Heller:
Am Ende der Nacht thront Gottes Wort – eine Auseinandersetzung mit den Beschlüssen des II. Vatikanums