DER UNGLAUBE DES APOSTELS THOMAS UND DER UNGLAUBE DES SOG. II. VATIKANISCHEN KONZILS
von Walter W.E. Dettmann
Am ersten Wochentage, das heißt am Auferstehungstage, erschien Jesus den Aposteln bei verschlossenen Türen. Durch die frommen Frauen hatte Er ihnen sagen lassen, sie sollten nach Galiläa gehen. Aber wegen des starken Osterreiseverkehrs hatten die Apostel nicht den Mut, sich auf der Straße zu zeigen und "blieben daher hinter verschlossenen Türen in Jerusalem zurück.
"Thomas aber, einer von den Zwölfen, der der Zwilling genannt wurde, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Da sagten die anderen Jünger zu ihm: 'Wir haben den Herrn gesehen'. Er aber antwortete: 'Wenn ich nicht an Seinen Händen das Mal der Nägel sehe und meinen Finger in das Mal der Nägel und meine Hand in Seine Seite legen kann, werde ich nicht glauben'". (Joh. 20,24-25).
Nach acht Tagen sagte dann Jesus bei seiner nochmaligen Erscheinung zu Thomas: "Lege deinen Finger hierher und schaue auf Meine Hand, und strecke deine Hand aus und lege sie in Meine Seite und sei nicht ungläubig sondern gläubig?" Da antwortete Thomas und sprach: 'Mein Herr und mein Gott!'
Zwischen dem anfänglichen Unglauben des Apostels Thomas und dem heutigen Unglauben während und nach dem sogenannten Zweiten Vatikanischen Konzil ist ein himmelhoher Unterschied.
Thomas hatte es aus Not und Verzweiflung ehrlich gesagt: "Ich werde nicht glauben" ("non credam"). Die Bischöfe des sogenannten Zweiten Vatikanischen Konzils dagegen und vor allem Paul VI. haben auf dem Höhepunkt der kirchlichen Macht den Glauben an das heiligste Altarsakrament vorgetäuscht, während sie in Wirklichkeit das heilige Meßopfer an das anpaßten, was die unerbittlichen Feinde desselben tun. Dabei wissen alle Bischöfe und vor allem Paul VI. genau, daß die Anpassung heute noch keineswegs abgeschlossen ist: "Wir stehen erst am Anfang der Reformen", sagte Paul VI. bei einer allgemeinen Audienz im Januar 1970 kurz nach der Einführung der sogenannten Normativmesse vom Herbst des Jahres 1969.
Der Apostel Thomas und seine Gefährten hatten die Türen aus Furcht vor den Feinden fest verschlossen. Johannes XXIII. und Paul VI. aber öffneten die Türen des sog. Zweiten Vatikanischen Konzils weit für die geschworenen Feinde des hl. Meßopfers. Sie ließen diese Feinde unter dem Namen von "Beobachtern" sogar hinter die Türen des sogenannten Einheitssekretariates eintreten und verhandelten dort mit ihnen über die Änderung des hl. Meßopfers.
Thomas hatte nach der Kreuzigung Christi noch kein einziges Beispiel und Vorbild des Glaubens an den Gekreuzigten erlebt; Judas Iskariot hatte den Herrn verraten und dem eigenen Leben ein Ende gemacht; Simon Petrus hatte den Herrn verleugnet, und die übrigen Apostel hielten sich zusammen mit Thomas aus Furcht vor den Juden hinter verschlossenen Türen auf und wagten es vierzig Tage lang kaum, sich in der Öffentlichkeit sehen zu lassen. Der Unglaube des Thomas, den Jesus tadelte, war also einigermaßen entschuldbar.
Ganz anders dagegen verhält es sich mit dem Unglauben des sogenannten Zweiten Vatikanischen Konzils.
Johannes XXIII. und Paul VI. haben das Beispiel von unzählbar vielen Martyrern - darunter allein schon dreißig päpstliche Blutzeugen! - aus vielen Jahrhunderten vor Augen gehabt, die ihr Leben für den Herrn im heiligsten Altarsakrament geopfert hatten, und trotzdem haben Johannes XXIII. und Paul VI. die unerbittlichen Feinde des hl. Meßopfers als sogenannte Beobachter zum Konzil eingeladen.
Man hat noch niemals etwas davon gehört, daß Johannes XXIII. und Paul VI. sich an der Spitze der Kirche vor dem Allerheiligsten in der Monstranz niederwarfen und vor aller Welt sagten: "Mein Herr und mein Gott!" - Paul VI. warf sich schon bei verschiedenen Gelegenheiten auf den Boden, z.B. als er zum ersten Mal den Boden des ihm übertragenen Erzbistums Mailand betrat; er hat sich aber noch niemals vor der Monstranz niedergeworfen und gesagt: "Mein Herr und mein Gott!"
Wenn das sog. Zweite Vatikanische Konzil nichts anderes getan hätte, als monatelang vor dem Allerheiligsten in der Monstranz zu beten, "Mein Herr und mein Gott!", dann hätte dieses Konzil wirklich, einen großen Sinn gehabt und hätte eine gewaltige Aufgabe für die Einheit aller Christen erfüllt. So aber hat das mit viel Aufwand veranstaltete sogenannte Konzil keinen Sinn gehabt.
Der Unglaube des Apostels Thomas konnte von Jesus geheilt werden. Der kalte Unglaube der meisten Konzilsbischöfe und Pauls VI. dagegen kann auf solche Weise wohl kaum geheilt werden. Jesus sagte zu Thomas: "Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben". Diese Worte können unmöglich auf jene kirchlichen Würdenträger angewendet werden, die für die Zerstörung des hl. Meßopfers verantwortlich sind.
Auch die protestantischen "Beobachter" beim sog. Zweiten Vatikanischen Konzil werden vom Herrn wohl keine guten Worte hören. Denn sie wußten, was für ein falsches Spiel auf dem sogenannten Konzil mit dem gläubigen Volk der katholischen Kirche getrieben wurde. Die protestantischen "Beobachter" mußten wissen, daß der Unglaube der Konzilsbischöfe und Pauls VI. weitaus schlimmer war als der Unglaube des Apostels Thomas am Ostertage.
|