Zum Erscheinen unserer neuen Zeitschrift
von
Hans Gliwitzky
Wie Sie, liebe Leser, zum Teil bereits wissen, wurden wir zur
Neugründung einer Zeitschrift für das deutsche Sprachgebiet genötigt,
weil die Zeitschrift "DAS ZEICHEN MARIENS" ihren Kurs gewechselt hat.
Die Aufgabe, die bisher durch DZM weitgehend erfüllt wurde, muß auch
weiterhin erfüllt werden: der allein von der Wahrheit geleitete Kampf
um die Reinerhaltung der katholischen Religion.
Wir lehnen die überhebliche Anmaßung gewisser Leute ab, die das
sogenannte einfache katholische Volk über wichtige Tatsachen und
Wahrheiten in Unkenntnis lassen wollen, um es auf diese Weise zu
'führen', weil es die Richtigkeit dieses Weges angeblich nicht
beurteilen könne. Wir setzen dieser Überlieblichkeit und Verachtung des
katholischen Volkes vielmehr die Überzeugung entgegen, daß jeder
Katholik, der mit Recht diesen Namen trägt, diese Probleme genau kennen
will und genau kennen muß, weil er als wahrer Katholik für die Lösung
der kirchlichen Probleme mitstreitet.
Infolge der Einmütigkeit des Clemens-Maria-Hofbauer-Kreises, Wien, und
der UNA VOCE-Gruppe Maria, München, denen der größere Teil der
ausgeschiedenen Mitglieder von DZM angehört, sowie durch die
Unterstützung unseres Freundeskreises ist es uns möglich, Ihnen zwei
Monate nach dem Kurswechsel von DZM diese neue Zeitschrift
vorzustellen, welche die geistige Nachfolge von DZM antreten soll.
Zu der bescheidenen äußeren Form haben wir uns auf Grund folgender
Tatsachen und Überlegungen entschlossen: Die bisher eingegangenen
regelmäßigen Spendenzusagen unserer Freunde hätten uns den Druck von
nur wenigen Seiten erlaubt. Diese würden aber bei weitem nicht
ausreichen, um Ihnen auch nur die wichtigsten Beiträge und Nachrichten
mitzuteilen.
In dem gewählten Vervielfältigungsverfahren können wir Ihnen für
dieselben Kosten drei bis viermal so viel Text vorlegen. Wir haben bei
dieser Berechnung zwar noch keine Einnahmen aus den zu erwartenden
Abonnements veranschlagt; aber wir wollen uns auch nicht in irgend
einer Weise von unsicheren Faktoren abhängig machen. Wenn wir einen
größeren Abonnentenstamm bekommen, können wir entweder unsere Spender
entlasten oder zu einem Druckverfahren übergehen. Wir bitten Sie, uns
im Laufe der nächsten Monate Ihre Ansicht mitzuteilen: Sollen wir bei
dem Vervielfältigungsverfahren bleiben oder sind Sie dafür, daß wir
unsere Zeitschrift drucken lassen, falls uns die hierzu nötigen
finanziellen Mittel zur Verfügung stehen werden?
Unseren Spendern schicken wir von dieser Nummer Zunächst drei Exemplare
zu und bitten sie: Bitte geben Sie die zwei übrigen Exemplare weiter an
Leute, die ebenfalls ernsthaft an der Reinerhaltung des katholischen
Glaubens interessiert sind!! Auf Wunsch scnicken wir Ihnen weitere
Exemplare zu.
Die Nummer 2 (Mai 1971) von "EINSICHT" werden wir nur mehr an
diejenigen versenden, die uns ihr Interesse bekundet haben, sei es
durch schriftliche oder mündliche Bestellung des Abonnement, sei es
durch b;Überweisung von Spenden oder von Abonnentengebühren.
Der Freundeskreis e.V. der UNA VOCE-Gruppe Maria, der die Herausgabe
dieses neuen Organs übernommen hat, ist ein rechtliches Institut, das
durch seine Satzung alle diejenigen Gefahren nach menschlichem Ermessen
auszuschließen erlaubt, denen die geistige Schlagkraft von DZM zum
Opfer gefallen ist. Für unsere neuen Leser wiederholen wir hier kurz
die wichtigsten Daten, die wir den führende Mitgliedern des
Freundeskreises schon im letzten Rundschreiben bekannt gegeben haben.
Der Freundeskreis e.V. dar UNA VOCE-Gruppe Maria ist ein eingetragener
Verein (Vereinsregister Bd. 59, Mr. 734NZ ar, 22. Juli 1966,
Amtsgericht München), der dem Finanzamt München für Körperschaften
jährlich über seine Geschäftsführung Rechenschaft schuldet. Der Zweck
der Vereinigung ist laut § 2 der Satzung die Reinerhaltung der
katholischen Religion durch Wort und Schrift. § 5 der Satzung bestimmt
u.a., daß etwaige Gewinne nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet
werden dürfen und daß die Mitglieder keine Gewinnanteile und keine
sonstigen Zuwendungen aus Mitteln des Vereins erhalten dürfen. Mit
Schreiben vom 5.Juni 1970 hat uns das Finanzamt München für
Körperschaften aufgrund der Nachprüfung der tatsächlichen
Geschäftsführung wegen Erfüllung gemeinnütziger Zwecke nach § 4 Abs.1
Ziff.6 KSt.G. von der Körperschaftssteuer befreit. Wir sind daher
berechtigt, Spendenscheine auszustellen.
Zweck und Ziel unserer Zeitschrift
Der Zweck und das Ziel dieses Organs ist der bedingungslose Kampf für
die Reinerhaltung der unwandelbaren katholischen Religion und für die
Realisierung der Wahrheit, sowie die gegenseitige Information und
Stärkung im Kampf für dieses Ziel.
Die Gleichsetzung der katholischen Lehre mit der Wahrheit bedarf für
überzeugte katholische Christen keiner weiteren Erläuterung. Innerhalb
der offiziellen Kirche ist dies heute aber gar nicht mehr gewiß. Es
wird vielmehr immer umfassender alles das in Frage gestellt, was ein
rechtgläubiger Christ dem vollen Inhalt nach glauben und wissen muß.
Deshalb ist es eine vordringliche Frage, diese Frage in einzelnen
Argumentationsschritten Zug um Zug bis zur vollen EINSICHT zu
beantworten. Nur so kann der katholisch Christ auch den gezielten
Angriffen der Relativisten - seien sie es in böser Absicht oder aus
Unfähigkeit - mit dem entsprechenden Erfolg begegnen. Diese Darstellung
der das Christentum begründenden Argumentationsschritte bis zur
vollendeten EINSICHT wird daher zugleich wesentliche Aufgabe dieser
Zeitschrift sein. (Deshalb haben wir ihr auch den Namen "EINSICHT"
gegeben.)
Es handelt sich darum, die unwandelbare katholische Glaubenslehre als
in einem sich selbst absolut rechtfertigenden Wissen begründet und aus
diesem hervorgehend einsichtig zu machen und in der Wirklichkeit zu
behaupten. Dazu kommt es darauf an, das wesentliche dieser
Glaubenslehre in Wahrheit zu erkennen und gegen alle Angriffe wirksam:,
d.h. mit den diesen Angriffen angemessenen Gegenmitteln zu verteidigen.
Die Mittel der Angreifer sind ihrem einheitliche Prinzip nach
ungesicherte Meinungen, die mit dem Anspruch auf Modernität,
Fortschrittlichkeit und Wissenschaftlichkeit vorgetragen worden. Zur
Abwehr dieser Angriffe ist daher unter anderem auch der lückenlos
einsichtige Nachweis erforderlich, daß es sich bei diesen nur um
Meinungen handelt, die vor einom wahren Wissen nicht bestehen können.
Dieser Nachweis ist aber nur möglich in der geistigen Durchdringung der
Grundprinzipien der gesamten Wirklichkeit. Aus dieser ergibt sich auch
das allein gültige Verhältnis von Glauben und Wissen und daraus auch
unser Verhältnis zur wahren Kirche und unsere besondere Aufgabe
innerhalb der Kirche.
Damit ist ein Programm gekennzeichnet, das wegen seines scheinbar
maßlosen Anspruchs noch nicht gefestigte katholische Christen
erschrecken mag.
Sie wissen aber alle, daß die Angriffe der Glaubensgegner von außen und
der pseudogläubigen Reformer von innen mit sogenannten intellektuellen
Mitteln geführt werden, derer man sich mit Aussicht auf Erfolg im Felde
der theoretischen Argumentation wehren kann, wenn man die Grenzen
dieser Mittel genau kennt, und deren angemaßte Herrschaft man nur
brechen kann, wenn man über bessere Waffen verfügte.
Unser Mitarbeiterkreis ist entschlossen, mit den Waffen der Vernunft zu
kämpfen. Nur ist hierbei noch das mögliche Mißverständnis abzuwehren,
es handle sich bei unserer Aufgabe um eine im landläufigen Verständnis
bloß theoretische Auseinandersetzung. Das Gegenteil ist vielmehr der
Fall. Es handelt sich bei der Glaubensfrage in erster Linie um eine
Auseinandersetzung des Willen, und sogar um eine solche
Auseinandersetzung auf Leben und Tod.
Zu den in dieser Auseinandersetzung nötigen Maßnahmen gehört wesentlich
die Zerstörung der Tarnung des Feindes, die in dem Schein des
Fortschritts und der Wissenschaftlichkeit besteht. Der Großangriff auf
die Kirche in der Kirche mit Beginn des 2. Vatikanischen Konzils ist
ein lange vorbereiteter Vernichtungsschlag, zu dessen Durchführung
ungezählte Partisanen in alle Stellen der Kirche eingeschleust wurden
Die wirklich Gefährlichen unter ihnen tragen alle dieselben
Tarnkleider: den Anspruch auf Modernität, Fortschritt und
Wissenschaftlichkeit dessen, was sie vorbringen und vorschlagen. Ihr
Gloria lautet: "Ehre dem Menschen, dem König der Erde und Fürsten des
Himmels!"
Eine unserer wichtigsten Aufgaben ist daher, unsere Feinde solange zu
entlarven und mit den Waffen des Lichts zu bekämpfen, bis der nackte
Geist der Lüge hinter der zerstörten Tarnung hervortritt. Gott wird
zwischen jenen und uns richten.
Dabei müssen wir auf die heute in der Kirche in Mißkredit gebrachten
und zynisch geleugneten Glaubenslehren und -formen unsere besondere
Aufmerksamkeit richten: auf den Opfer- und realen Wandlungscharakter
der Heiligen Messe, die vorzügliche Stellung der Mutter Gottes in der
Kirche und des Papsttums als des unfehlbaren Garanten der wahren Lehre
Jesu Christi. Sie wissen aber, daß auch die Reformer eine "Messe",
"Maria als Mutter der Kirche" und einen "Papst" in Anspruch nehmen. Um
sicher urteilen zu können, müssen wir also selbst die letzten Gründe
auftauchen, wodurch sich z.B. die wahre heilige Messe von der falschen
- und gerade zur Zerstörung der wahren heiligen Messe geschaffenen -
Messe, wodurch sich ein wahrer, glaubensverbindlicher Akt des Papstes
von einem unverbindlichen - vielleicht die Zerstörung der Kirche
fördernden - unterscheidet.
Zu diesem Zweck wollen wir Ihnen nach und nach alle Argumente bringen,
die zu einer wahren Urteilsfindung in diesen Fragen erforderlich sind.
Die Artikel, in denen diese Argumente vorgetragen werden, können aber
nicht immer die wahre Ansicht der Sache in allen Punkten darstellen. Es
kommt zunächst darauf an, daß die Beiträge, die wir Ihnen vorlegen,
erkenntlich von ernster Sorge um die eine heilige katholische und
apostolische Kirche bestimmt und um die Wahrheitsfindung bemüht sind.
Ist diese Bedingung erfüllt, so verdienen diese Gedanken auch,
gründlich erwogen zu werden.
Wir werden auch über wichtige Ereignisse und Tatsachen aus dem
kirchlichen Leben berichten. Außerdem wollen wir uns bemühen, auch
Kurzgeschichten und Erzählungen von dem unmittelbareren religiösen
Leben (ähnlich wie der Beitrag "Im Verborgenen" von E.Banauch, S. 21/22
dieser Nr.1), insbesondere von Erscheinungen,in unsere Zeitschrift
aufzunehmen.
Der NAME unserer Zeitschrift
soll im bewußten Gegensatz zu einer Hauptirrlehre unserer Zeit zum
Auadruck bringen, daß unser Glaube ein rationale Obsequium ist, wie der
hl. Paulus es nennt, und daß wahres Wissen und wahrer Glaube in
absoluter Erkenntnis einsichtig verbunden sind. Der hl. Erzbischof von
Canterbury, Anselm von Aorta, hat diese Erkenntnis in dem Satz
ausgedrückt, dessen zweiten Teil wir als Untertitel gewählt haben: "Ich
suche nicht EINSICHT , um zum Glauben, sondern ich glaube, um zur EINSICHT zu kommen." (Proslogion, Cap.I)
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