AUCH DAS SIND FRÜCHTE DER REFORM
Nachfolgend veröffentlichen wir - nach einem Flugblatt, das von der "Studiengesellschaft für Staatspolitische Öffentlichkeitsarbeit e.V." 8762 Amorbach, Postfach 1229 verbreitet und kommentiert wurde - Auszüge aus einem Appell des Personalrates im Studentenwerk Berlin und der ÖTV Berlin, einer Institution, von der niemand sagen wird, sie sei spezifisch christlich ausgerichtet. Manche werden vielleicht angewidert fragen: warum die Veröffentlichung dieser Exzesse in einer religiösen Zeitschrift, die sie lieber unter der "Freiheit der Wissenschaft" verstecken wurden. -
Christus hat uns aufgefordert, das Salz der Erde zu sein, das jedoch fortgeworfen werden soll, wenn es schal geworden ist. Dieses Beispiel ist vom Einsalzen des Fleisches genommen, das sonst verderben wurde. Der Auftrag Christi, durch den Glauben das Leben zu gewinnen, gilt also nicht nur für die Kirche selbst, sondern geht über sie hinaus. Sie soll durch ihr lebendiges Beispiel die erhaltende Kraft auch für die (noch)nicht gläubige Welt darstellen, die sonst an ihren Sünden und ihrem Relativismus in geistigem Dunkel untergehen wurde.
Wie schnell der moralische Verfall einsetzen kann, wenn das gute Beispiel fehlt, wenn die moralischen Normen von der Institution geleugnet werden, die gerade zu ihrer Erhaltung und Geltendheit berufen ist, mögen die Fakten demonstrieren, die unten folgen. Zugleich sollen sich aber die Gläubigen bewußt werden, welch ungeheure Verpflichtung sie auch gegenüber den glaubens- und sittenlosen Mitmenschen haben.
E. Heller
Wir, die Arbeiter und Angestellten des Studentenwerks, sehen uns gezwungen, mit diesem Apell an die Hochschulöffentlichkeit in der Mensa heranzutreten.
Wir tun dies, weil die herrschenden Zustände in der Mensa eine permanente Verschlechterung unserer ohnehin nicht einfachen Arbeitsbedingungen darstellen.
All denen, die ihre Augen vor diesen Zuständen verschließen oder aus einer falsch verstandenen Liberalität heraus bagatellisieren, möchten wir die von uns beobachteter Mißstände vor Augen fahren:
1. Bereich Imbiß - Bedienung von Drogenabhängigen mit vereiterten Verletzungen infolge Einstichen vor Spritzen - - Bedienung von unter unmittelbarem Einfluß von Drogen Stehenden, deren Wahrnehmen und Aufmerksamkeit stark eingeschränkt sind -
- Erbrechen wegen Unverträglichkeit der Drogen direkt auf die Kassiererin - - Aggressives Verhalten gegenüber dem Bedienungspersonal durch Alkohol- und Rauschgifteinflüsse- ("Halt' die Schnauze, du alte Sau, bist ja bescheuert; halt's Maul, du alte Votze" usw.) - - Androhung körperlicher Gewalt -
2. Bereich Mensahalle und Studentenhaus - Die Garderobe wird als Abort und als Versteck zum Rauschgifthandel benutzt - - Im Kellervorraum, im Tiefparterre (Telefonzellen) und in der Garderobe wird der Geschlechtsverkehr ausgeübt - - In der Garderobe, hinter der Theke (Studentenhaus), in den Telefonzellen und anderen dunklen Ecken wird die Notdurft verrichtet -
3. Bereich Herren- und Damen-Toiletten - Bevorzugte Plätze für den Handel und die Einnahme von Drogen aller Art - - Ausüben des Geschlechtsverkehrs gegen Geld - - Permanente Verstopfung der Toiletten durch weggeworfene Unterwäsche und ausrangierte Spritzen und Kanülen - - Laufende Beschädigungen von WC, Waschbecken, Kabinenwänden usw. - - Beschmutzen der Wände und Türen mit Blut und Tinke - - Verschmutzen durch Erbrechen, Einkoten und Urinieren außerhalb der Toilettenbecken -
Mit diesen Verhältnissen werden unsere in diesen Bereichen arbeitenden Kolleginnen und Kollegen täglich konfrontiert. Aber nicht nur sie, sondern auch alle Benutzer der verschiedenen Einrichtungen.
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