ZUR SITUATION IN SPANIEN
von
Heinrich Beckmann
Vorbemerkung:
Bei nachfolgendem Bericht achte man darauf, daß die betreffenden
Aussagen zur Charakterisierung der staatlichen Eingriffe in das
'kirchliche' Leben Spaniens von Reformkatholiken gemacht werden. Zum
anderen darf man davon ausgehen, daß die regierende sozialistische
Partei nichts oder nicht viel von dem sich seit dem Vatikanum II
vollziehenden Glaubensabfall mitbekommen hat und daß sich die
Übergriffe des Staates eigentlich gegen die christliche Religion und
die vermeintlich legitime Kirche richten. E.H.
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Der neu ernannte Sekretär der Spanischen Bischofskonferenz, Mgr. García
Gascó, Weihbischof von Madrid (sicherlich wohl: 'Weihbischof';
Anm.d.Red.), erklärte in einer Rundfunksendung, die (gog.) Katholiken
Spaniens würden vom heutigen politischen Regime benachteiligt und "an
die Wand gedrückt". Wer sich nicht als ungläubig, indifferent oder
wenigstens sich nicht-praktizierend ausgebe, hätte keine berufliche
Chancen und könne keine führende Stellung in Staat und Gesellschaft
erlangen.
Die Situation erinnerte ihn an seine Beobachtungen in Kuba. Wer sich
dort als katholisch bezeichne, wäre ein Staatsbürger zweiter oder
dritter Klasse. Ein Katholik hätte dort, wenn er die Universität
besuchen wolle, höchstens eine Anwartschaft auf ein Studium der
Naturwissenschaften, nicht aber der Geisteswissenschaften.
Wer im früheren Spanien kein Blauhemd (entspricht dem damaligen
Braunhemd der Nazizeit) trug, konnte nichts werden. Und wer sich im
heutigen Spanien nicht zu einer bestimmten Ideologie (gemeint ist die
sozialistische) bekenne, dem ginge es schlecht, und er müsse sehen, wie
er sich sein Brot verdiene. Er beziehe sich vor allem auf die
Öffentlichkeit, speziell auf Radio und Fernsehen. Dort müßten
praktizierende Katholiken 'in den Korridoren spazieren gehen".
Mgr. Fernando Sebastián, sein Vorgänger im Amt und seit wenigen Wochen
'Erzbischof' Koadjutor von Granada, zog in einem Interview in der
Zeitschrift EPOCA weitere und stärkere Register: die Kirche (bzw.
'Kirche') sei von den heutigen sozialistischen Gewalthabern "gerade
noch toleriert", nicht aber als Werteträger gewürdigt. Der Sozialismus
beinhalte in seinem Wesen eine heftige Ablehnung von Kirche und
Religion (Anm.d.Red.: das ist bei einer atheistischen Doktrin auch zu
erwarten!!); man wünsche, die Kirche verschwände vom Erdboden.
In seiner Kulturpolitik, speziell in Kino, Theater und volkstümlichem
Brauchtum förderten die Sozialisten alles nur denkbar Anti-Religiöse
und Anti-Kirchliche. Und dies keineswegs nur versteckt, sondern offen,
aggressiv und militant. In der Gesetzgebung verwandle sich die
Nicht-Konfessionalität in Anti-Konfessionalität. "Wir laufen Gefahr,
daß der verfassungsmäßige Verzicht auf die Konzeption des
konfessionellen Staates sich in einen staatskonfessionellen Atheismus
und staatskonfessionellen Amoralismus verwandelt".
Während Staatspräsident Gonzales auf einer Auslandsreise weilt und von
dort her den bischöflichen Ausplauderen grollt und sein Bedauern über
die "Entgleisungen" der beiden ausdrückt, bleibt dem Präsidenten der
(sog.) Spanischen Bischofskonferenz, 'Kard.-Erzbischof' Angel Suquia
nichts anderes übrig, als zuzugeben, daß seine Mitbrüder "den Finger in
bekannte Wunden der spanischen Katholiken gelegt" hätten.
HINWEIS: HEILIGE MESSEN IN
KÖLN-RATH, LÜTZERATHSTR. 7O, SONNTAGS UM 8,3o UND 9,3o UHR, WOCHENTAGS
8,3O UHR, HERZ-JESU-FREITAG 18,3O - IN HERNE, KAPELLE VOR DEM SCHLOSS
STRÜNKEDE: SONNTAGS UM 12 UHR
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