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Orthodoxie und europäische Identität
 
Orthodoxie und europäische Identität

von
Karl Hahn

Vorwort der Redaktion

In der Auseinandersetzung mit der geplanten kriegerischen Auseinandersetzung der USA gegen den Irak, wobei sich der amerikanische Präsident Bush bereits als missionarischer Glücksbringer sieht - ich schreibe diese Zeilen am 28. Februar - hat sich eines überdeutlich gezeigt: die Idee einer europäischen politischen Einheit hat sich bei ihrer ersten ernsthaften Bewährungsprobe als bloße Illusion entpuppt, wobei sich noch recht drastisch der völlige Dissenz zwischen den Amerika hörigen Regierungen - England, Spanien, Italien, Türkei - und den entsprechenden Völkern offenbart hat. Ist eine europäische Einheit real überhaupt vorstellbar, die nicht an den divergierenden Zielen der tagespolitischen Interessenlage der einzelnen Völker scheitert? Auf welch geistig-religiöser Basis könnte sie überhaupt bewirkt werden, denn die Rechtsebene bedarf der Begründung: das logisch-ontologische Prius liegt beim sittlichen Prinzip. Das Recht - als Prinzip des politischen Bereiches - ist der Liebe - als Prinzip des sittlitchen Bereiches - unter- bzw. nachgeordnet. Dr. Karl Hahn, Prof. für politische Wissenschaften in Münster, untersucht - auch in der Auseinandersetzung mit Dostojewski -, inwieweit die Orthodoxie als einheitsstiftendes Prinzip die Europäer in Ost und West zusammenführen könnte. Dies Vorstellung mag nur dem naiv erscheinen, der übersieht, daß durch den Abfall der kath. Kirche als Heilsinstitution dem Westen ein vereinheitendes Prinzip fehlt und ihm eine weithin indifferente Wertorientierung beschert hat, gerade auch dem politischen Bereich. Nach dem Scheitern der bisherigen Herrschaftssysteme werde - so Dostojewski prophetisch - das "Ende dieser Entwicklung [...] ein tragischer Zusammenbruch sein. Die Neugeburt der Menschheit werde sich durch die Offenbarung des Wortes Christi vor einer Menschheit ereignen, die Christus nicht mehr kenne" (vgl. Dostojewski, Tagebuch eines Schriftstellers, S. 290 ff.). Dostojewskis Vision, die er vor fast 130 Jahren niederlegte: Russlands Bestimmung sei die Verwirklichung der Einheitsidee auf Erden, und zwar nicht einer durch das Schwert errungenen, sondern durch die Macht der brüderlichen Liebe in Freiheit verwirklichten Einheit. Russland werde seine welthistorische Aufgabe jedoch nur erfüllen können, wenn es die slawische Exklusivität durch den allmenschlichen Universalismus (...) durch werktätige Demut und den religiös maskierten politischen Primat durch den religiösen endgültig überwinde - so Hahn. - Es bleibt die berechtigte Frage, ob sich nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems Rußland geistig soweit erholen kann, um eine mögliche religiöse Wiedergeburt nicht nur für sich selbst, sondern auch für den weitgehend atheistischen Westen Europas hin-sichtlich einer politischen Re-Unierung einbringen zu können.
Eberhard Heller
* * *

Meinen Ausführungen möchte ich einige grundlegende Vorbemerkungen voranstellen: Für das Verständnis meiner Einschätzung der Thematik ist erstens bedeutsam, dass ich das Paradigma des Ostens, des Orients, als Einheits-Paradigma von dem des Westens, des Okzidents, als Differenz- oder Pluralismus-Paradigma abhebe. Erinnert sei vor allem daran, dass die paradigmatischen politischen Begriffe der Identität und der Differenz dialektische Begriffe sind. Die Identität ist in sich differenziert und bestimmt sich zudem in Differenz zu Anderem, wobei die Differenz wiederum als Abgrenzung gegen andere nach außen verstanden werden kann. Besonders relevant ist auch das Verhältnis und die Unterscheidung von Selbstzuschreibung und Anerkennung für die eigene Identität. Identität und Differenz sind jedoch in politisch-kulturellen Kontexten nicht immer klar umschreibbar. Stellt man z.B. die Frage, ob das Österreichische zur deutschen (Kultur-) Identität gehört, so kann es sicher argumentativ differierende Antworten auf diese Frage geben. Es ließen sich zahlreiche weitere Beispiele dafür anführen, dass eine klare Definition des politischen Begriffes Identität kaum möglich ist, wie etwa das Phänomen der gebrochenen Identität u.a.m. zeigen.

Philosophisch von Pythagoras, Heraklit und Platon herkommend, wird von mir zweitens Identität als Harmonie, d.h. als Einheit der Gegensätze verstanden.

Drittens lässt sich kaum mit Bestimmtheit sagen, was europäische Identität heute ist, zukünftig sein soll oder sein wird. Angesichts der politischen wie kulturellen Realitäten, die im europäischen Kontext zutage treten, stellt sich doch eher die Frage, ob die europäischen Differenzen und die europäsche Pluralität nicht eine Pluralität ohne Einheitsprinzip ist und folglich kaum zur Einheit vermittelt werden kann.
Die Problematik meines Themas könnte folglich viertens auch auf die Frage reduziert werden: Ist die Orthodoxie eine europäische Differenz? - Oder anders formuliert: Gehören die von der Orthodoxie geprägten Menschen und Völker oder Volksgruppen zum Insgesamt europäischer Differenzen?

Beginnen möchte ich nun mit dem von Damaskinos Papandreou artikulierten orthodoxen Selbstverständnis. - Papandreou ist Metropolit der Schweiz und Leiter des Centre Orthodoxe du Patriarchat Oecuménique in Chambésy bei Genz. - In „Der Auftrag der Orthodoxie an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. Probleme und Perspektiven“ führt Papandreou aus, dass anerkanntermaßen die orthodoxe Kirche bei der Formung der geistigen Identität der europäischen Zivilisation ein bedeutender und wesentlicher Faktor gewesen sei. Die Grundlage für die ausgeglichene und harmonische Synthese der Prinzipien des europäischen Geistes sei, so Papandreou, von den griechischen Kirchen-väter der ersten Jahrhunderte gelegt worden und die orthodoxe Kirche halte unverwandt am Geist der Vätertradition fest. Die Orthodoxie habe in der Tat in ihrem strikten Traditionsgeist ihre unmittelbaren Verbindungen mit dem ursprünglichen Inhalt der Grundelemente des europäischen Geistes bewahrt, so wie diese Elemente bis in die jüngste Zeit in der Vätertradition und im geistigen Erbe der christlichen Völker zur Ausprägung kamen. Dieser Geist werde auch heute noch unversehrt bewahrt, wenn auch seine Ausstrahlung unter dem Druck der atheistischen Regime an Kraft verloren habe. (vgl. Papandreou, 2000, Der Auftrag der Orthodoxie an der Schwelle zum dritten Jahrtausend. Probleme und Perspektiven, S. 395) - Zu fragen wäre hier m.E., warum dieser Geist unter dem Druck der atheistischen Regime nicht an Kraft gewonnen habe. - Papandreou geht darauf jedoch nicht ein, sondern verweist darauf, dass die aus der Beteiligung der Orthodoxie an der ökumenischen Bewegung gewonnene wertvolle Erfahrung es nötig machte, die orthodoxe Tradition besser auszuwerten, um sie unmittelbarer an die neuen Verhältnisse, die sich herausgebildet hätten, anzupassen. So habe man dazu beigetragen, dass die Botschaft des christlichen Glaubens in der heutigen Welt stärker wahrnehmbar sei, denn man wäre sich ihrer Wichtigkeit für die Überwindung der vielfältigen geistigen und sozialen Ausweglosigkeiten in den ideologischen Systemen unserer Epoche vermehrt bewusst geworden. (vgl. ebd., S. 395)

Papandreou hat sicher Recht, wenn er den aktuellen internationalen und damit europäischen Dialog als einen Dialog von sich widersprechenden oder gegensätzlichen wirtschaftspolitischen und ideo-logisch-sozialen Systemen mit äußerst beschränkter Effizienz und Glaubwürdigkeit in der heutigen Gesellschaft bezeichnet. Das Zeugnis der Orthodoxie könne, so sagt er, bezüglich der aktuellen kritischen Probleme indessen nicht mehr gleichgültig sein.

Die Idee von der vollständigen Verwirklichung der Vision von Europa, sowohl in ihrer engeren wie auch in ihrer weiteren Perspektive könne nämlich keinesfalls Tatsache werden oder auch nur überleben, ohne dass man diese Vision wieder mit den Wurzeln der griechisch-christlichen und der römischen Tradition verbinde, die auf bewusste oder verborgene Weise die ausgewogene Funktion und die harmonische Umsetzung aller Elemente des gemeinsamen geistigen Erbes der europäischen Völker zusammenhalte und bewahren. (vgl. ebd., 2000, S. 395 f.) Diese Revitalisierung gesamteuropäischer Traditionen könne ihre volle Bedeutung erlangen, wenn sie es mit Hilfe der Orthodoxie schaffe, bis zum tiefsten Verständnis der Hauptquellen der christlichen Religion zu gelangen. Die Orthodoxie könne in der Tat ihre spezielle Beziehung zu diesen Wurzeln des geistigen Erbes Europas auf schöpferische Weise einsetzen, um alle neueren Errungenschaften des europäischen Geistes wie z.B. das Postulat für Menschenrechte, für soziale Gerechtigkeit, für Demokratie usw. sukzessive aufzunehmen, organisch zu integrieren und funktionell zu assimilieren, denn sie könnten und dürften nicht ignoriert werden. Diese neuen Errungenschaften bezeichnet Papandreou als „organisches und unveräußerliches Element im kontinuierlichen Werden der europäischen Zivilisation, das einerseits vom Aufnahmepotential der griechisch-christlichen Tradition assimiliert werden und andererseits den sozialen Auftrag der Orthodoxie in der heutigen Welt erweitern kann.“ (Ebd., S. 396)

Für unsere Thematik ist sicher auch die mit diesem Selbstverständnis verbundene und von Papandreou aufgeführte Geschichtshermeneutik von Bedeutung, der zufolge das erste Jahrtausend christlichen Lebens mit dem Beitrag der großen griechischen und lateinischen Kirchenväter zweifellos eine ausgewogene Basis für die Beziehung zwischen Gott, Mensch und Welt lieferte, während das zweite Jahrtausend nach dem Schisma von 1054 sich von dieser Basis insbesondere in den letzten fünfhundert Jahre mit dem Beitrag der anthropozentrischen Aufklärung entfernt habe (vgl. ebd., S. 396).

An dieser Stelle könnte in Ergänzung zu den Ausführungen von Papandreou an all das erinnert werden, was das Verhältnis der Orthodoxie zum lateinischen Westen belastet:

a) Das Schisma von 1054 hat natürlich eine Vorgeschichte und zwar die gegenläufige oder unterschiedliche politische, kulturelle und dadurch bedingt auch religiöse Entwicklung. Byzanz war zu Beginn des Mittelalters gewissermaßen die Erste Welt. Die Byzantiner verstanden sich als die wahren Christen und die wahren Europäer.
b) Die Unterschiede haben sich nach dem Schisma natürlich noch vertieft: Im Abendland hat sich eine dreigeteilte Gesamtverfassung herausgebildet: erstens der politische Bereich der Reiche und Staaten, zweitens der religiöse Bereich und drittens, was besonders wichtig ist, eine unabhängige Philosophie und Wissenschaft.
c) Im Osten wurde demgegenüber das Einheits-Paradigma fortgeführt und verstärkt: Es gab und gibt dort keine unabhängige Wissenschaft, keine Renaissance, keine Reformation und keine Aufklärung.
d) Besonders wichtig ist das Trauma des Vierten Kreuzzuges, die Eroberung Konstantinopels und die Errichtung eines lateinischen Kaiserreiches. Dieses Trauma hatte zur Folge, dass die orthodoxen Christen lieber unter muslimischer Herrschaft als unter der Herrschaft der Lateiner leben wollten.
e) Unter osmanischer Herrschaft war die Orthodoxie Garant nationaler Identität und Kontinuität. Die Orthodoxie fungierte als Differenz- und Legitimationskriterium.
f) Hinsichtlich Russland ist noch hervorzuheben, dass sich Moskau, von orthodoxer Seite dazu ermutigt, als das Dritte Rom verstand, also als das Nachfolgereich von Byzanz in Konkurrenz mit dem Osmanischen Reich.
g) Russlands Bezug zum Westen muss als ein sehr ambivalentes Spannungsverhältnis charakterisiert werden mit den Komponenten: Wahrnehmung des Westens als Bedrohung, Differenz und Konkurrenz insbesondere mit Polen, Rezeption westlichen Gedankenguts erstens durch die Herrschenden z.B. Peter dem Große und Katharina II. mit der Folge der Spaltung und Spannung zwischen Staat und orthodoxem Volk und zweitens durch die Intelligentsia mit der Folge der Spaltung und Spannung zwischen atheistischer Intelligentsia und orthodoxem Volk. – Auch bezüglich dieser beiden Spaltungen und Spannungsverhältnisse erweist sich die Orthodoxie wie bereits während der Tatarenherrschaft als Garant nationaler Identität und Kontinuität.

Zum europäischen Selbstbewusstsein orthodoxer Völker kann gesagt werden, dass die Orthodoxen in Erinnerung an das byzantinische Reich ein Überlegenheitsbewusstsein gegenüber dem Westen haben. Obwohl dieses Reich eine Orient-Okzident-Synthese darstellte, hatten die Byzantiner doch in Differenz zum Partherreich und zum Islam ein römisch-griechisches und damit europäisches Selbstbewusstsein. Das europäische Selbstbewusstsein der Russen hat in ihrem Differenz-Verhältnis zu den Tataren und den Asiaten insgesamt noch eine zusätzliche Dimension. Für Russlands Selbstver-ständnis ist insbesondere der Sieg des „Heiligen Russland“, des „Hauses der Muttergottes“ über Napoleon als dem Repräsentanten des Westens kat’ exochen von großer Bedeutung. Russland verstand sich im 19. Jahrhundert als Schutzmacht der orthodoxen Völker Südosteuropas. Dies war ein durchaus wechselseitiges Verhältnis, denn auch die orthodoxen Völker Südosteuropas sahen in Russland ihren Retter. Man kann hier von orthodoxer Solidarität sprechen.

Doch um auf Papandreou zurückzukommen, seien die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft angesprochen: Das dritte Jahrtausend habe die Aufgabe, den Menschen von der sklavischen Verehrung seiner Autonomie zu befreien, um ihm die neuen Horizonte seiner neugeschaffenen Beziehung mit Gott und der Welt zu eröffnen. Papandreou ist der Ansicht, dass nur so der Abfall des Menschen von Gott zu heilen sei, der in großem Ausmaß auch den Wendepunkt in seiner Beziehung zur Welt bestimme. Die Konsequenzen dieses Abfalls werde vom heutigen Menschen als schmerzliche Erfahrung erlebt. (vgl. ebd., S. 396)

Bedeutsam sind auch Papandreous Ausführungen zur heutigen Standortbestimmung und Problemsituation der Orthodoxie: Die Tatsache, dass die Orthodoxie den Totalitarismus überlebt habe, sei für die Bewertung der tragischen Veränderungen, die in den Ländern Osteuropas stattfinden, von beson-derer Bedeutung. Bezüglich der gegenwärtigen Situation der Orthodoxie räumt Papandreou durchaus Defizite ein wie die verständliche Schwerfälligkeit oder auch Unfähigkeit der Kirchenhierarchie , das gesamte pastorale Werk der Kirche von Grund auf zu reorganisieren und die geistlichen Beziehungen mit dem breiteren sozialen Ganzen zu erneuern. (vgl. ebd., S. 385 f.)

Als ein weiterer wichtiger Aspekt muss hier noch das besondere Verhältnis von Orthodoxie und Nationalität erwähnt werden. Es ist zu erinnern, dass unter der Herrschaft der Tataren in Russland und des Osmanischen Reiches in Südosteuropa sowie des Kommunismus sich die Orthodoxie als Garant nationaler Identität und Kontinuität erwiesen und bewährt hat. Dieses Faktum werde Papandreou zufolge zwar dadurch beeinträchtigt, dass die Verbindung von orthodoxer Autokephalie und Nationalität oft zu Introvertiertheit und isolierender Selbstgenügsamkeit oder zu nationalistischem Fanatismus führte. Dieses Faktum selbst werde dadurch hinsichtlich seiner Gegenwarts- und Zukunfts-Relevanz jedoch nicht aufgehoben.(vgl. dazu Papandreou, 2000, S. 387 ff.)

Damit komme ich zu meiner zentralen These von der Gegenläufigkeit von innerer, interorthodoxer Reorganisation und Regeneration auf Seiten der Orthodoxie und ihrer mangelnden Integration in den „Pluralismus des gemeinsamen europäischen Hauses“ (Ebd., S. 399). Das Interesse der Orthodoxie ist auf die Wiederherstellung ihrer inneren Einheit gerichtet. „Allererste Pflicht der Orthodoxie ist es, daß sie sich in evangelischer Demut und prophetischer Furcht über ihren versehrten Leib beugt, um seine klaffenden Wunden zu heilen und um seine innere Einheit sowohl auf lokaler wie auch auf globaler Ebene wiederherzustellen, um so ihr Zeugnis in einer gespaltenen und unbeständigen Welt glaubwürdiger zu machen.“ (Ebd., S. 389) Und dieses Interesse ist ausdrücklich mit einer Abwehr-haltung gegenüber westlichen Einflüssen verbunden, denn die orthodoxen Völker Osteuropas befänden sich in einer schwierigen Lage, sie seien unvorbereitet von der Unterdrückung durch die totalitären Regime des realexistierenden Sozialismus unter einen vielfältigen und anmaßenden Druck der westlichen Welt geraten, unter den Druck einer Welt, die mit meist beleidigender Heuchelei den Anspruch erhebe, nicht nur alle Entwicklungen im Leben der orthodoxen Völker in autoritärer Weise zu kontrollieren, sondern auch deren Rolle im europäischen und internationalen Rahmen willkürlich zu bestimmen. (vgl. ebd., S. 388 f.) Um diesem Anspruch und Druck entgegenwirken zu können, dürften sich die orthodoxen Ortskirchen nicht in den Strudel der nationalistischen Konfrontationen treiben lassen, die geeinte Orthodoxie müsse vielmehr die Paroxysmen des Nationalbewusstseins der orthodoxen Völker ausgleichen. Die Gegner der Orthodoxie machten sich nämlich mit der These von der Erodierung der Einmütigkeit unter den orthodoxen Völkern diese Paraxysmen zunutze, um der Einheit der Orthodoxie nicht nur in ihrer weltweiten Dimension, sondern auch in jeder konkreten lokalen Realität einen Schlag zu versetzen. (vgl. ebd., S. 392 f.) Die ideologische Anmaßung, der daraus resultierende Anspruch und Druck der westlichen Welt erzeugen in der Tat für die orthodoxen Völker erhebliche Identitätsprobleme. Paradigmatisch soll deshalb die Identitätsproblematik Griechenlands als EU-Mitglied hier kurz behandelt werden.

Das Selbstverständnis des neugriechischen Staates ist, bedingt durch seine Entstehung und Konstitu-tion, ein westlich-modernes. Dieses westlich-moderne Selbstverständnis konnte jedoch das byzantinische und griechisch-orthodoxe Erbe und die damit verbundene Tradition nicht völlig liquidieren, so dass das Spannungsverhältnis von westlicher Modernität und griechisch-orthodoxer Tradition für das Identitätsbewusstsein der Griechen kennzeichnend ist. Und zu Recht betont Ilias Papagiannopoulos: „Die neuere Geschichte Griechenlands ist nichts anderes als ein Hin-und-her-gerissen-Sein, ja ein Zerrissen-Sein, .... zwischen der orthodoxen und der modernen-westlichen sozialen Ein-stellung - die, im Grunde, zwei verschiedene geistige Welten ausdrücken. ... Die orthodoxe Kirche und Religion war der Kern der griechischen Kultur bis zur Zeit der Unabhängigkeitserklärung, d.h. bis etwa 1830. Sie drückte das Selbstbewußtsein des griechischen Volkes aus und war auch in den alltäglichen Praktiken präsent. Von den verschiedenen Formen der Volkskunst oder der politischen Organisation bis zur Sinngebung des Essens und Trinkens: Die orthodoxe Religion war verschmolzen mit dem Blick und dem Atem der Bevölkerung.“ (Papagiannopoulos, 1999, Die orthodoxe Kirche als innenpolitischer Faktor in Griechenland, S. 25)

Diese Präsenz der orthodoxen Religiosität in der konkreten Lebenswirklichkeit des Volkes ist Ilias Papagiannopoulos zufolge in der orthodoxen Geistigkeit begründet, die er der westlichen individualistischen Anthropologie entgegensetzt. Im Rahmen der orthodoxen Geistigkeit definiere sich Religiosität nämlich gerade als die Überwindung einer individualistischen Anthropologie. Bedeutsam ist, „daß die orthodoxe Geistigkeit die Begriffe des wahren Lebens und der wahren Identität mit einem ursprünglich sozialen bzw. politischen Ereignis identifiziert.“ (Ebd., S. 24) Sie habe zuallererst mit der Erfahrung bzw. der Erkenntnis einer fundamentalen Hinwendung zum anderen zu tun, einer Hinwendung, die das Leben und die Wirklichkeit als solche definiere und rechtfertige. Religiös im orthodoxen Sinne sei derjenige, der nicht für sich als Individuum, sondern als relationale Hinwen-dung lebe. Die lebendige und konkrete Beziehung zum anderen Menschen sei das Fundament sowohl des Denkens, der philosophischen Anschauung der Welt, als auch des Handelns, des praktischen Ausdrückens jener Anschauung. Es forme die gesamte Einstellung dem Leben gegenüber. (vgl. ebd.)

Mit der Konstitution des neugriechischen Staates änderte sich jedoch das Verhältnis von Religion und Politik in Griechenland grundlegend. Dies sei darin begründet, dass die aus dem Westen zurückgekommenen gebildeten Griechen versucht hätten, die politischen und kulturellen Strukturen gewaltsam zu ändern und zu modernisieren. Die Modernisierung bedeutete den Versuch, die neue Gesellschaft dem formalen Muster des Westens anzupassen, und habe die rasche Auflösung der alten sozialen Formen zur Folge gehabt. (vgl. ebd., S. 27) Bezüglich der Konsequenzen und Zukunftsperspektiven der spannungsgeladenen Identität der Griechen betont Ilias Papagiannopoulos m.E. zu Recht, Griechenland sei auf dem besten Weg, den ökonomischen Abstand zu den restlichen Mitgliedern der Europäischen Union wesentlich zu verringern, und es scheine seine Rolle als sich modernisierendes westliches Land immer erfolgreicher spielen zu können. Aber damit sei das innere Problem Griechenlands, das geistige Problem, noch nicht bereinigt, ganz im Gegenteil. Der innere Konflikt, einerseits Teil der modernen Welt sein zu wollen oder zu müssen und andererseits nicht ohne solche Elemente leben zu können, die in der Vergangenheit ein lebendiges Selbstbewusstsein und einen Sinn gestaltet haben, dieser Konflikt könne gar nicht durch das vereinfachende Durchstreichen eines der beiden Pole überwunden werden. Der Versuch, ein anderer zu werden, um zu überleben oder auch um glücklich zu werden, könne bekanntlich nur zur Katastrophe führen, denn das Verdrängte sei im Leben immer besonders rachsüchtig. (vgl. ebd., S. 30)

Seit dem Ende des Kalten Krieges hat nun die spannungsreiche Identitätsproblematik der Griechen noch eine Verschärfung erfahren, denn der Auflösung des Ost-West-Antagonismus durch den Zusammenbruch der Sowjetunion sei, so Nikolaus Wenturis, in den Ländern der westlichen Hemisphäre keine Verstärkung und Aufwertung der Wertebasis des kapitalistischen politischen Gemeinwesens gefolgt, sondern die Emergenz eines ideologischen Wertevakuums, wenn nicht gar eine Werte- und Orientierungskrise. Bemerkenswert in diesem durch die zwangsläufige Entideologisierung der altbewährten Bipolarität ausgelösten Umwälzungsprozesse sei sowohl der Intensitätsgrad als auch der Umfang jener Identitätskrise, die u.a. den bisherigen Konsens über die Grundwerte des «Europäischen» zu zerstören drohe. (vgl. Wenturis, 1999, Griechenlands Sicherheit nach dem Ende des Kalten Krieges, S. 149)

Wie könnten jedoch, ist nun zu fragen, die Griechen ihre konflikthafte Identitätsproblematik produktiv überwinden? Sie können sie m.E. nur überwinden, wenn sie diese Problematik als Aufgabe und Chance für sich und ganz Europa betrachten, d.h. wenn sie sich nicht ausschließlich an der westlich-modernen EU-Identität orientieren, sondern an einer gesamteuropäischen Identität, einer Synthese von östlichem Einheits- und westlichem Differenzparadigma, wenn sie sich als die Avantgarde dieser synthetischen Identität und Finalität verstehen. Die zukünftige europäische Identität sollte eine gesamteuropäische Identität, eine Identität von europäischem Westen und Osten sein. Schaffhauser weist zu Recht auf die Konzeption oder Vision eines „Europa der zwei Lungen“ hin, die Johannes Paul II. vertritt. Diese Konzeption verweise nicht nur auf die beiden Traditionen, die orthodoxe und die katholische, die beide Teile desselben europäischen Körpers seien, dies bedeute vielmehr, dass wir ein Europa bauen müssten, in dem gewissermaßen die östliche und die westliche Lunge gleichermaßen funktionsfähig sind. Russland gehöre zwar nicht den europäischen Institutionen an, aber es sei durch seine Geschichte und seine Geographie tatsächlich ein vollwertiges Mitglied der europäischen Gemeinschaft und Kultur. Schaffhauser zufolge könnte Russland sogar ein wichtiger Föderateur des kommenden Europa sein. (vgl. Schaffhauser, 2002, Russlands europäische Dimension, S. 88)

Hier stellt sich nun ganz grundsätzlich die Frage: Welches von den oben unterschiedenen Paradigmen kann die Grundlage bilden für die Einheit von Ost und West in Europa, das sich an Differenz und Pluralität orientierende westliche Paradigma oder das Paradigma der Orthodoxie und des Ostens, welches das Prinzip der Einheit, natürlich einer in sich differenzierten Einheit, präferiert? - Bezüglich dieser Frage ergibt sich m. E. folgende Alternative:

Erste Alternative oder Option: Der europäische Westen lässt sich von der europäischen politischen Philosophie antik-griechischer, insbesondere platonischer Provenienz belehren, dass nur das Einheits- und Gemeinschaftsprinzip die Einheit und Harmonie des in vielfältiger Hinsicht plural-antagonistischen Europas stiften und garantieren kann, und anerkennt dies im Sinne eines europäischen Kommunitarismus und Föderalismus, welcher mit Konstantin Frantz, auf die jüdisch-christliche Tradition rekurrierend, als die weltliche Seite des Christentums begriffen werden kann. Das natürlich zu modifizierende, intern zu differenzierende und der europäischen antagonistischen Vielfalt Raum gebende Einheitsparadigma erwiese sich für eine von diesen Grundeinsichten ausgehende europäische Integrationspolitik als Basis, Maßstab und Zielperspektive. Und Griechenland käme zweifelsohne in solch einer europäischen Integrationspolitik eine ganz besondere Bedeutung zu. Ein gesamt-europäisch-synthetisches Identitäts- und Verantwortungsbewusstsein der Griechen müsste jedoch folgende Konsequenzen in der praktischen Politik zeitigen: Innerhalb der EU müsste Griechenland erstens eine die EU grundlegend transformierende Osterweiterung befürworten, die in konföderal-flexibler Weise die orthodox geprägten Staaten Ost- und Südosteuropas und insbesondere Russland integrativ einbeziehen müsste. In seinem „Entwurf der griechischen Sicherheits-Szenarien“ hebt Nikolaus Wenturis zu Recht die Tatsache hervor, „daß in der post-kommunistischen Ära ein großer Krisenbogen um Griechenland entstanden ist, der sich von Zypern über die Ägäis und Thrazien bis nach Mazedonien und Albanien spannt.“ (Wenturis, 1999, S. 152) Griechenland selbst müsste zweitens sich als föderaler Vermittler verstehen und seine Beziehungen zu diesen Ländern als Brücken zu Russland intensivieren. Da die in den Westen einseitig integrierten Deutschen „ihre alte bewährte Eigenschaft, Dolmetscher und Vermittler der Völker zu sein“ (Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, S. 315) verloren haben, sollten und könnten die Griechen gerade aufgrund ihrer span-nungsreichen Identitätsproblematik diese Aufgabe übernehmen. Drittens müsste Griechenlands geistig-politische Elite in Kooperation mit den entsprechenden Eliten dieser Länder ein neues, zukunft-orientiertes und das bedeutet nach-konstantinisches Verhältnis von Religion und Politik konzipieren und praktisch umsetzen. Wenn, wie bei der ursprünglichen Konstitution der euro-päischen Völker, auch zukünftig, doch in anderer, nämlich föderaler Weise das Nationale und das Religiöse (das Christliche) sich verbinden, so wird es zu einem Bündnis zwischen den nationalen und religiösen Kräften kommen: Nicht mehr die Verbindung oder Einheit von Staat und Kirche wie seit der Konstantinischen Wende, sondern die Verbindung von Nationalität und Religiosität wird bestimmend sein, wobei sich unterschiedliche Verbindungsformen ausprägen werden. Neben der Verbindung von nationalem und religiösem Konservativismus, Traditionalismus und Fundamenta-lismus werden sich, so hoffe ich, auch differenziertere Formen ausbilden. Viertens müsste Griechenland sich innerhalb der EU und in Kooperation mit Russland für eine friedensstiftende Politik in Südosteuropa und im Nahen Osten engagieren.

Die zweite Alternative oder Option: Der gegenüber dem orthodoxen Osten übermächtige europäische Westen beharrt, vom Hegemon des Westens unterstützt oder sogar gezwungen, auf seiner Position als der maßgeblichen, so ist die Orthodoxie zur Selbstverteidigung und zum Widerstand gezwungen. D.h. es werden die orthodoxen Kräfte sein, die einer EU-Integration der ost- und südosteuropäischen Länder den größten Widerstand entgegensetzen.

Wie die Ereignisse seit dem 11. September, insbesondere die Geißelnahme in Moskau zeigen, befindet sich der Westen mit seinem Paradigma in einer äußerst tragischen Situation, der wir nur durch einen grundlegenden Paradigmenwechsel entkommen können. Von den USA ist dieser Paradigmenwechsel nicht zu erwarten. Ob diese Aufgabe und Chance die Europäer aufgrund ihrer leidvollen Erfahrungen und ihres differenzierteren historisch-politischen Bewusstseins erkennen und wahr-nehmen werden, wird entscheidend für ihre Zukunft sein, denn das westliche Paradigma ist m. E. nicht zukunftsfähig.

Zum Schluss möchte ich einige Argumente für die These oder Hypothese vortragen, dass die erste Alternative oder Option keineswegs eine illusorische Utopie darstellt: Zunächst verweise ich auf Heraklit und ein Fragment von ihm, welches besagt: „Unsichtbare Fügung [ist] stärker als sichtbare.“ (Heraklit, Fragmente, S. 27) D.h. die verborgene Harmonie, in unserem Kontext die Harmonie von Ost- und Westeuropa, die verborgene Einheit der Gegensätze, denn auf diese bezieht sich das Fragment, ist stärker, mächtiger, ja besser als die sichtbaren Verhältnisse. (vgl. Hammer, 1991, Einheit und Vielheit bei Heraklit von Ephesus, S. 119 ff.) Ein weiterer Gewährsmann ist Nikolaus von Kues, der sich zunächst der konziliaren, d.h. der demokratisch-pluralistischen Bewegung anschloss, dann jedoch auf die Seite des Papstes als Garanten der Einheit wechselte, denn er sah durch den demokratisch-pluralistischen Konziliarismus die Einheit der Kirche in Gefahr. (vgl. auch Schneider, 2000, Nikolaus von Kues: De Pace Fidei – Religionsfriede?, S. 34) Für ihn als Platoniker und Optimalisten ist erstens der Grundsatz maßgeblich: ante omnem pluritatem est unitas. Zweitens ist wie für den Dialog der Religionen und den Religionsfrieden auch für die europäische Politik die Orientierung am Maximum, besser: am Optimum das normativ Verpflichtende und Einheits-Stiftende. Seine Schrift De pace fidei sei, so betont zu Recht Jakob Schneider, zwar eine Toleranzschrift, freilich nicht eine solche, welche die Vielheit nebeneinander in Relativität und Indifferenz stehen ließe, nach der Wahrheit des Glaubens und dem bonum commune zu fragen, bedeute gerade, nach dem Maximum der Einsehbarkeit und in praktisch-politischer Hinsicht nach dem Optimum zu fragen. (vgl. ebd., S. 38)

Bezüglich des Schismas von 1054 in seiner Bedeutung für die europäische Identität können m.E. zwei Argumentationslinien unterschieden werden:
1. Die Entwicklung des lateinischen Westens ist maßgeblich für die europäische Identität. Dies bedeutet: westliche und europäische Identität sind identisch.
2. Das Schisma von 1054 wird als innereuropäisches Schisma begriffen, so dass die Überwindung, die Aufhebung dieser Trennung für die Einheit und Identität Europas von konstitutiver Bedeutung wäre.

Die europäische Identität würde als Aufgabe begriffen: als Synthese von Orthodoxie und westlichen Konfessionen, Durchdringung der Orthodoxie mit dem Logos des Westens und Gewinnung der Einheit des Glaubens durch Wiedererlangung der Rechtgläubigkeit, Stärkung der Differenz im östlichen Einheitsparadigma und Stärkung der Einheit im Differenz-Paradigma des Westens.

Die europäische Identität würde als Aufgabe begriffen: als Synthese von Orthodoxie und westlichen Konfessionen, Durchdringung der Orthodoxie mit dem Logos des Westens und Gewinnung der Einheit des Glaubens durch Wiedererlangung der Rechtgläubigkeit, Stärkung der Differenz im östlichen Einheitsparadigma und Stärkung der Einheit im Differenz-Paradigma des Westens.

Die Spaltung von Orthodoxie und lateinischem Christentum 1054 war letztlich nicht religiös bedingt, sondern kulturell und politisch, insbesondere auch kirchenpolitisch. Zu verweisen wäre an dieser Stelle u.a. auf die Errichtung der Papstkirche als römische Herrschaftskirche im Westen. Bezüglich der christlichen Glaubenssubstanz besteht im wesentlichen Übereinstimmung. Der Primatsanspruch des Papstes, wenn er vom römischen Imperialismus und Zentralismus entkoppelt ist, und das «filioque» sind keine unübersteigbaren Hindernisse. Die aktuelle kulturelle und politische Situation in Europa erfordert eine Aussöhnung und Wiedervereinigung, denn die Orthodoxie im Osten wie das lateinische Christentum im Westen sind vom modernen Paradigma okzidentaler Rationalität und Macht substantiell und existentiell bedroht (vgl. Hauerwas, 1996, Ohne Feind kein Christentum, S. 65). Auch Ernst Christoph Suttner zufolge stellt das Verhältnis von orthodoxer Welt und lateinischem Westen bei aller Gegensätzlichkeit doch ein Verhältnis der Ergänzung dar. (vgl. Suttner, 2002, Die orthodoxe Welt und der lateinische Western – Gegensatz oder Ergänzung?, S. 91 ff.)

Ein weiterer Gewährsmann ist Dostojewski. In seiner Geschichtshermeneutik unterscheidet er drei welthistorische Ideen: die römische Herrschaftsidee, die germanische Idee des Protestes gegen das römische Herrschaftssystem, die Idee des Protestantismus und der kritischen Rationalität sowie drittens die slawische oder christliche Idee der Weltversöhnung durch gewaltfreie Liebe und universelle Solidarität. Die Ausprägungen der römischen Idee, der römische Imperialismus, der römische Katholizismus, der französische Etatismus und auch der französische Sozialismus, erstrebten ein Universalreich, in welchem die Menschen und Völker in einem äußerlich-juridischen und gewaltsamen Herrschaftssystem vereinigt und befriedet sind. Dostojewski ist sich bewusst, dass der die römische Tradition rezipierende Westen, insbesondere das von Rom überkommene Ideal der «starken Persönlichkeit» und das Ideal des Gewaltstaates eine große Versuchung darstellten. So seien der Protestantismus und die Aufklärung zwar als Gegenbewegungen zum römischen Katholizismus zu verstehen, sie hätten jedoch die Idee der herrschaftlichen, gewaltsamen Einigung der Menschen beibehalten. Selbst der Sozialismus, anscheinend ein heftiger Protest aller Völker gegen die römisch-katholische Idee, sei in Frankreich nichts anderes als die treueste und unbeirrteste Fortsetzung der römisch-katholischen Idee, ihre endgültige Vollendung. Der französische Sozialismus sei nämlich nichts anderes als die gewaltsame Vereinigung der Menschen. (Dostojewski, Tagebuch eines Schriftstellers, S. 290 ff.) Das Ende dieser Entwicklung werde ein tragischer Zusammenbruch sein. Die Neugeburt der Menschheit werde sich durch die Offenbarung des Wortes Christi vor einer Menschheit ereignen, die Christus nicht mehr kenne. Und dies sei die welthistorische Aufgabe und Berufung Russlands, welches den Gegenpol zu den Ausprägungen der römischen Idee darstelle. Den seit neunzehn Jahrhunderten sich gegenseitig bekämpfenden und sich ruinierenden Weltideen, dem römischen Imperialismus und dem germanischen Protestantismus spricht Dostojewski die Zukunftsfähigkeit ab. Die dritte Weltidee, die slawische, welche von den Germanen ebenso verachtet werde wie die römische, sei die Idee von morgen, vielleicht die dritte aufsteigende Möglichkeit einer Entscheidung über das Schicksal der Menschheit und Europas. Russlands Bestimmung sei die Verwirklichung der Einheitsidee auf Erden, und zwar nicht einer durch das Schwert errungenen, sondern durch die Macht der brüderlichen Liebe in Freiheit verwirklichten Einheit.

Russland werde seine welthistorische Aufgabe jedoch nur erfüllen können, wenn es die slawische Exklusivität durch den allmenschlichen Universalismus, den schon von Gogol angeprangerten Hochmut durch werktätige Demut und den religiös maskierten politischen Primat durch den religiösen endgültig überwinde. Die russische Idee versteht Dostojewski als die kommende Synthese all jener Ideen, die Europa nicht in seinen Staaten, sondern in seinen Nationen zum Ausdruck gebracht habe. Dostojewski glaubte an den Russen zwei besonders wertvolle Züge erkennen zu können: erstens eine ungewöhnliche Fähigkeit, den Geist und die Ideen anderer Völker zu rezipieren und geistig umzusetzen und zweitens die Einsicht in die eigene Sündhaftigkeit, verbunden mit dem Durst nach Läuterung und der Unfähigkeit, die eigene Unvollkommenheit selbstgerecht und selbstherrlich wie der Westen als die Norm hinzustellen. In seiner Puschkin-Rede im Jahre 1880 hebt Dostojewski die Fähigkeit Puschkins und der Russen hervor, die Widersprüche unterscheiden und aufheben zu können, insbesondere jenen Widerspruch von Russland und Europa. Die Bestimmung der Russen sei folglich eine paneuropäische. Dostojewskis größte Besorgnis hinsichtlich der Verwirklichung der russischen Idee besteht jedoch darin, dass die Europäer die Intentionen, Motive, politisch-kulturellen Qualitäten und politisch-ethischen Fähigkeiten der Russen missverstehen könnten, dass folglich ein paneuropäisches Angebot der Russen von den Europäern zurückgewiesen werde. Während nämlich die Russen Europa als etwas Ungeheures und Heiliges schätzen, lieben und verehren würden, hätten die Europäer die Russen ja nie geliebt und werden sie niemals lieben, sie würden sie vielmehr verachten sowie misstrauisch, argwöhnisch und gehässig betrachten, sie würden Russlands Zugehörigkeit zur Zivilisation nicht anerkennen. So werden sie wie bisher immer Russland mit Hochmut, Verachtung und Gewalt entgegentreten.(vgl. ebd., S. 224)

Hier darf jedoch Wladimir Solowjows völlig andere Sicht des Verhältnisses von Russland und Europa nicht unerwähnt bleiben. Auch Wladimir Solowjow sieht Russlands Aufgabe im Kontext der Christianisierung der Welt. Nationen sind ihm zufolge moralische Wesen, deren wahre nationale Idee im Weltplan Gottes von Ewigkeit her festgesetzt sei. Diese nationale Idee sei eine Berufung und Verpflichtung. Auch die russische Nation müsse deshalb als ein bereits christliches Volk in das gemeinsame Leben der christlichen Welt eintreten und im Einklang mit anderen Völkern die vollkommene und universale Einheit zu verwirklichen suchen. Das gemeinsame Leben der christlichen Welt sei jedoch weiter als je von seiner Vollendung entfernt. Für unsere Thematik ist nun von entscheidender Bedeutung, durch welche geschichtlichen Phänomene und Faktoren der Bund der christlichen Welt Solowjow zufolge zerstört wurde und verhindert werde. Er nennt folgende: den cäsaropapistischen Absolutismus des oströmischen Reiches von Byzanz, den nationalistischen Partikularismus, den Absolutismus des nationalen Staates der Neuzeit; letzterer habe notwendigerweise den gesellschaftsfeindlichen Individualismus der fortschrittlichen Zivilisation hervorgebracht. Russland sei mit seinem partikularen Nationalismus, seiner Monopolisierung der Rechtgläubigkeit und seiner Intoleranz die vollendetste Entfaltung in diesem historischen Prozess des Verfalls der allmenschlichen christlichen Idee. Russland habe seine nationale Berufung, obwohl es bereits ein christliches Volk sei, bisher noch nicht verwirklicht. Solowjow ruft Russland jedoch dazu auf, seiner Berufung nicht abzuschwören, sondern die göttliche Trinität in sich durch die volle Verwirklichung der gesellschaftlichen Trinität abzubilden, in welcher die Kirche, der Staat und die Gesellschaft absolut frei und souverän sowie solidarisch sich zueinander verhalten. (vgl. Goerdt, 1984, Russische Philosophie, S. 515 f.)

Für den Philosophen Solowjow ist hierbei die noch nicht verwirklichte, noch aufgegebene religiöse und intellektuelle Emanzipation Russlands von besonderer Bedeutung. Trotz des erwähnten Verfalls der christlichen Idee wurde ihm zufolge gerade in der europäischen Moderne Entscheidendes für die Realisierung dieser Idee geleistet. Wie in vorchristlicher Zeit die indische und griechische Philosophie dem Christentum gewissermaßen vorgearbeitet, es vorbereitet habe, so hätten die neuzeitliche Philosophen des Westens als intellektuell emanzipierte Ungläubige durch das Wirken des Christus- oder Logosgeistes in ihnen die Voraussetzung geschaffen für die vernünftig-freie Verwirklichung der christlichen Idee. Philosophie habe somit aus der unangefochtenen Herrschaft des Katholizismus zur Reformation und Französischen Revolution herausgeführt. Dies seien positive historische Entwicklungen, deren großer Dienst für die christliche Wahrheit unbestreitbar sei. (vgl. ebd., S. 481) In der von Solowjow geforderten Synthese von Ost und West kommt folglich dem Westen herausra-gende Bedeutung zu. Diese Prävalenz des Westens zeigt sich auch in seiner Charakterisierung der Typen staatlicher Herrschaft, welche die Differenz von östlich-despotischem und griechisch-römischem, westlichem Staatstypus sehr stark akzentuiert. Letzterer habe sich durch einen dauernden Kampf unter den Herren herausgebildet. Sippen-Prinzip und Eroberung seien auch im Westen am Werk gewesen, aber der formative Faktor sei dort stets der Kampf zwischen den politischen Kräften geblieben. Beim Kampf mehr oder weniger gleichstarker politischer Kräfte, von denen keiner das absolute Übergewicht gewinnen könne, müsse der Staat, da es sich um keine despotische Herrschaft handele, als das Gleichgewicht vieler Kräfte in Erscheinung treten, welches seinen Ausdruck im Gesetz finde. Westliche Staaten, die ein Gleichgewicht miteinander streitender Rechte darstellten, seien Rechtsstaaten par excellence. Im Osten könne der politische Kampf infolge des geistigen Habitus und der religiösen Anschauung der Menschen nur eine Nebenerscheinung sein. Der östliche Mensch, ein Quietist und Fatalist von Natur und aus Überzeugung, hauptsächlich an der ewigen und unveränderlichen Seite der Existenz interessiert, sei unfähig, auf seinen Rechten zu bestehen und hartnäckig um seine privaten Interessen zu kämpfen. Der Kampf sei beim ersten Anzeichen der Überlegenheit einer Seite entschieden, und die Untertanen unterwerfen sich in aller Eile dem Stärkeren, in dem sie ein Werkzeug des Schicksals oder des höheren Willens erblickten. Daher rühre der häufige Wechsel despotischer Herrschaften, wobei der Despotismus selbst unangetastet bliebe. (vgl. Utechin, 1966, Geschichte der politischen Ideen in Russland, S. 162 f.)

Hier ist noch die Frage zu stellen: Was ist denn die EU als institutionell-organisatorischer Kern der europäischen Identität? - Ein Europa der Völker? Wohl kaum. Eher ein Europa der Eliten und Oligarchen, ein parteienstaatlich und bürokratisch integriertes Europa. - Die EU ist auch kein Europa der Bürger und der Regionen. Als These ist hier zu betonen: Nur ein Europa der Völker kann die europäische Identität authentisch zum Ausdruck bringen. Hinzu kommt die Frage: Wo soll die Ostgrenze der EU verlaufen? Entlang der Linie Orthodoxie/westliches Christentum, Griechenland und Zypern ausgenommen?
Europas Schicksal und Zukunft wird im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika, dem europäischen Subkontinent, entschieden. Und für Europa wird es eine Existenzfrage sein, ob es sich von der destruktiven und selbstdestruktiven Politik der USA in diesen Regionen distanziert. Wenn nicht, hat Europa die volle Wucht der destruktiven und selbstdestruktiven Folgen der verfehlten Nahost-Politik der USA zu gewärtigen. Es stellt sich m.E. in der Tat die Frage, ob Europa sich im Konflikt zwischen Amerikanismus und Islamismus wird behaupten können oder ob es zerrieben wird. Nur in Differenz zu den USA wird sich eine eigenständige europäische Identität neu konstituieren oder rekonstituieren können.

Ferner ist zu fragen, ob seit dem Ende des Kalten Krieges der durch diesen bedingte europäische Integrationsprozess nicht erheblich in Frage gestellt und gefährdet ist: Als erstes ist hier die Art und Weise der deutschen Wiedervereinigung zu nennen. Schaffhauser betonte auf dem Moskauer Gesprächskreis über Russlands europäische Dimension zu Recht: „Der Fall der Mauer bot eine großartige Möglichkeit, um eine Politik des vereinten Europa, eines Europa der zwei Lungen zu schaf-fen“. (Schaffhauser, 2002, S. 67, vgl. auch Hahn, 1992 und Hahn, 1995). Doch die deutsche Wiedervereinigung wurde nicht mit einer zumindest ansatzweisen Wiederherstellung einer gesamteuropäischen Einheit und mit der Überwindung der gesamteuropäischen Spaltung verbunden, sondern vielmehr dazu benutzt, erstens die Fortexistenz der NATO und ihre Osterweiterung durchzusetzen, und zweitens das in integrationspolitischer Hinsicht kontraproduktive nationalstaatliche Selbstverständnis Deutschlands sowie anderer europäischer Staaten erheblich zu verstärken. Diese Verstärkung hat nach dem 11. September eine Potenzierung erfahren durch die Art und Weise, wie die gro-ßen europäischen Staaten, Großbritannien, Frankreich und insbesondere Deutschland sowie der EU-Beitritts-Aspirant Türkei auf dieses Ereignis reagierten. Ihre uneingeschränkte Solidarität mit den USA bekundeten sie nämlich nicht im Einvernehmen mit den anderen, kleineren EU-Mitgliedsstaaten und als gemeinsame EU-Politik, sondern je einzeln für sich, wodurch offenkundig geworden ist, dass es zwei unterschiedliche Kategorien von EU-Mitgliedsstaaten gibt, deren politische Einheit schwer vorstellbar ist. Diese nationalstaatliche Tendenz erfährt gegenwärtig im Kontext der amerikanischen Kriegsdrohung gegen den Irak eine weitere Potenzierung, denn es ist in gesteigertem Maße zu befürchten, dass die USA in Kooperation mit ihren privilegierten Verbündeten, Großbritannien, Türkei und Israel, ihr destruktives und selbstdestruktives Potenzial voll zum Einsatz bringen werden, so dass für die Staaten des euro-asiatischen Kontinents, also insbesondere auch für die kon-tinentaleuropäischen Staaten sich das sicherheitspolitische Problem ergeben wird, wie der zu befürchtende Schaden am besten und effektivsten begrenzt werden könne. Und die diesbezüglichen Möglichkeiten, von der uneingeschränkten Solidarität mit den USA, der kritischen Solidarität, der kritischen Distanz, des dezidierten Einspruchs, usw. bis zur dezidierten Opposition, sind für die EU-Mitgliedsstaaten aufgrund vielfacher Faktoren und Komponenten sehr unterschiedlich, so dass ein EU-Konsens wohl kaum oder nur mit Mühe und für kurze Zeit erzielt werden kann. Angesichts dieser unterschiedlichen sicherheitspolitischen Optionen und divergenten Positionen ist eine politische Einheit der EU in der Tat schwer vorstellbar. Die EU wird sich vielmehr eher zu einer europäischen Freihandelszone entwickeln.

Angesichts dieser Entwicklungsmöglichkeit der sich zudem nach Osten erweiternden Europäischen Union stellt sich im Kontext der Globalisierung, durch welche diese Union zu einer Globalisie-rungsagentur zu werden droht, sowie im Kontext des internationalen Terrorismus und seiner globalen Bekämpfung durch die globalisierte NATO die Frage, ob der Behauptung von Xavier Tilliette: „West-Europa oder das Europa der Händler steht“ (Tilliette, 1994, Europa des Geistes und der Geister, S. 35) noch zuzustimmen ist. Ein politischer Aufbau Europas wäre ihm zufolge zwar erforderlich und unumgänglich, sein Konzept habe er aber noch nicht gefunden, denn ohne einen europäischen Geist sei eine gemeinsame Politik undenkbar. (vgl. ebd., S. 36) Und europäischer Geist sei vor allem europäische Philosophie, so dass nur durch die „Wiedergeburt Europas aus dem Geiste der Philosophie“ (Husserl, zit. ebd., S. 46) die europäische Krise überwunden werden könne. Diesbezüglich sollte jedoch daran erinnert werden, dass es der Philosophie des antiken Griechenland, der Philosophie eines Sokrates und Platon nicht gelungen ist, die griechische Polis und Polis-Kultur zu retten. Es war das „Christentum, welches – obwohl ohne Gewalt – als eine revolutionäre Kraft die Welt der Spätantike erschüttert und verändert hat“ (Weiland, 1994, Das christliche Erbe in der heutigen Welt, S. 424) sowie, so ist zu ergänzen, Europa eine neue Zukunft eröffnet hat. Erst in der durch das Christentum konstituierten Neuen Welt konnte die Philosophie und antike Kultur ihre für Europa außerordentliche Bedeutung erlangen. Und die Krise des europäischen Geistes ist nicht zuletzt in der für das westliche, moderne Europa charakteristischen Entkoppelung von Christentum und Philosophie begründet, während für den orthodoxen Osten, sieht man von den westlichen Einflüssen ab, diese Entkoppelung nicht, zumindest nicht in dem Maße wie im Westen stattgefunden hat. Auch diesbezüglich erweist sich das Paradigma des Ostens als ein der Einheit, hier der Einheit von Christentum und Philosophie verpflichtetes, von welchem nicht zuletzt deshalb erhofft werden kann, dass es zukunftsfähig sein wird.

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Literaturverzeichnis:

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Goerdt, Wilhelm: Russische Philosophie , Freiburg/München 1984.
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Hahn, Karl und Hagen, Anja: Föderalismus in der Bundesrepublik Deutschland, Zehn Thesen zu seiner Geschichte, seinem Aufbau und seiner Transformation im Zuge der deutsch-deutschen Vereinigung, in: Hahn, Karl/Husemann-Lüking, Martina (Hrsg.): Föderale Perspektiven für Europa, Münster 1995.
Hammer, Thomas: Einheit und Vielheit bei Heraklit von Ephesus, Würzburg 1991.
Hauerwas, Stanley: Ohne Feind kein Christentum, in: Krieg, C. u.a.: Die Theologie auf dem Weg in das dritte Jahrtausend, Gütersloh 1996.
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Schaffhauser, Jean-Luc in: Bergedorfer Gesprächskreis, 122. Protokoll, Russlands europäische Dimension, Hamburg 2002.
Schneider, Jakob Hans Josef: Nikolaus von Kues: De Pace Fidei – Religionsfriede?, in: Brieskorn, Norbert/ Riedenauer, Markus (Hrsg.): Suche nach Frieden: Politische Ethik in der Frühen Neuzeit I, Stuttgart, Berlin, Köln 2000.
Suttner, Ernst Christoph: Die orthodoxe Welt und der lateinische Westen – Gegensatz oder Ergänzung?, in: Hanns-Seidel-Stiftung e.V. (Hrsg.): Politische Studien, Heft 382, München 2002.
Tilliette, Xavier: Europa des Geistes und der Geister, in: Buhr, Manfred (Hrsg.): Das geistige Erbe Europas, Neapel 1994.
Utechin, S.V.: Geschichte der politischen Ideen in Russland, Stuttgart 1966.
Weiland, Jan Sperna: Das christliche Erbe in der heutigen Welt, in: Buhr, Manfred (Hrsg.): Das geistige Erbe Europas, Neapel 1994.
Wenturis, Nikolaus: Griechenlands Sicherheit nach dem Ende des Kalten Krieges, in: Rill, Bernd (Hrsg.): Griechenland: Politik und Perspektiven, München 1999.








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