47. Jahrgang Nr. 4 / November 2017
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DAS ATHANASIANISCHE GLAUBENSBEKENNTNIS
 
DAS ATHANASIANISCHE GLAUBENSBEKENNTNIS

Das sogenannte athanasianische Glaubensbekennntnis, nach dem Anfangswort auch "Quicumque" genannt, stammt nach allgemeiner Auffassung nicht vom heiligen Athanasius, sondern wurde zwi-schen dem Ende des 4. und dem Ende des 6. Jahrhunderts zuerst in lateinischer Sprache verfaßt. Vielleicht ist der heilige Ambrosius der Urheber. Dieses Glaubensbekenntnis, das in der katholi-schen Kirche stets anerkannt und hochgehalten worden ist, enthält eine der klarsten Formulierungen des Geheimnisses der Heiligsten Dreifaltigkeit und der Menschwerdung Jesu Christi.

***

Wer da selig werden will, der muß vor allem den katholischen Glauben festhalten; wer diesen nicht in seinem ganzen Umfange und unverletzt bewahrt, wird ohne Zweifel ewig verloren gehen.

Dies ist aber der katholische Glaube: Wir verehren den Einen Gott in der Dreifaltigkeit und die Drei-faltigkeit in der Einheit, ohne Vermengung der Personen und ohne Trennung der Wesenheit. Eine andere nämlich ist die Person des Vaters, eine andere die des Sohnes, eine andere die des Heiligen Geistes. Aber Vater und Sohn und Heiliger Geist haben nur Eine Gottheit, gleiche Herrlichkeit, gleich ewige Majestät. Wie der Vater, so der Sohn, so der Heilige Geist. Unerschaffen ist der Vater, unerschaffen der Sohn, unerschaffen der Heilige Geist. Unermeßlich ist der Vater, unermeßlich der Sohn, unermeßlich der Heilige Geist. Ewig ist der Vater, ewig der Sohn, ewig der Heilige Geist. Und doch sind es nicht drei Ewige, sondern Ein Ewiger, wie auch nicht drei Unerschaffene und nicht drei Unermeßliche, sondern Ein Unerschaffener und Ein Unermeßlicher. Ebenso ist allmächtig der Vater, allmachtig der Sohn, allmächtig der Heilige Geist, und doch sind es nicht drei Allmächtige, sondern Ein Allmächtiger. So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott, und doch sind es nicht drei Götter, sondern es ist mlr Ein Gott. So ist der Vater Herr, der Sohn Herr, der Heilige Geist Herr, und doch sind es nicht drei Herren, sondern es ist nur Ein Herr. Denn wie wir nach der christlichen Wahrheit jede Person einzeln als Gott und Herrn erkennen, so verbietet uns doch auch der katholische Glaube, drei Götter oder Herren anzunehmen. Der Vater ist von niernand gemacht, noch geschaffen, noch gezeugt. Der Sohn ist vom Vater allein, nicht gemacht, noch ge-schaffen, sondern gezeugt. Der Heilige Geist ist vom Vater und vom Sohn, nicht gemacht, noch geschaffen, noch gezeugt, sondern hervorgehend. Es ist also Ein Vater, nicht drei Väter, Ein Sohn, nicht drei Söhne, Ein Heiliger Geist, nicht drei Heilige Geister. Und in dieser Dreieinigkeit ist nichts früher oder später, nichts größer oder kleiner, sondern alle drei Personen sind sich gleich ewig und gleich groß, so daß in allem, wie bereits vorhin gesagt wurde, sowohl die Einheit in der Dreifaltig-keit als auch die Dreifaltigkeit in der Einheit zu verehren ist. Wer daher selig werden will, muß dies von der heiligsten Dreifaltigkeit glauben.

Aber zum ewigen Heil ist es ferner notwendig, treu auch an die Menschwerdung unseres Herrn Jesus Christus zu glauben. Das ist nun der rechte Glaube: Wir müssen glauben und bekennen, daß unser Herr Jesus Christus, der Sohn Gottes, Gott und Mensch ist. Gott ist er aus der Wesenheit des Vaters von Ewigkeit gezeugt, und Mensch ist er aus der Wesenheit der Mutter in der Zeit geboren. Vollkommener Gott, vollkommener Mensch, bestehend aus einer vernünftigen Seele und einem menschlichen Leibe. Dem Vater gleich der Gottheit nach, geringer als der Vater der Menschheit nach. Da er nun Gott ist und Mensch zugleich, so sind doch nicht zwei, sondern nur ein Christus. Einer aber, nicht als ob die Gottheit in Fleisch verwandelt worden wäre, sondern weil Gott die Menschheit angenomrnen hat. Einer ganz und gar, nicht durch Vermengung der Wesenheit, sondern durch die Einheit der Person. Denn wie die vernünftige Seele und der Leib nur einen Menschen ausmachen, so ist auch Gott und Mensch nur ein Christus. Der gelitten hat um unseres Heiles willen, abgestiegen ist zur Unterwelt, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himnlel, sitzet zur Rechten Gottes des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebendigen und die Toten.

Bei seiner Ankunft werden alle Menschen in ihren Leibern auferstehen und Rechenschaft ablegen über ihre eigenen Handlungen. Und die, welche Gutes getan haben, werden eingehen zum ewigen Leben, die aber Böses getan haben, ins ewige Feuer.

Dies ist der katholische Glaube! Wer ihn nicht treu und fest umfaßt, kann nicht selig werden.

(zitiert nach: Neuner-Roos: "Der Glaube der Kirche in den Urkunden der Lehrverkündigung", 7. Aufl. 1965, S. 448-450; Verlag Friedrich Pustet, Regensburg)
 
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