51. Jahrgang Nr. 4 / August 2021
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1. Der Geist als Seele der Kirche
2. Lehren der Wüstenväter
3. Chalcedon, Maximus Confessor und die Hyopstatische Union
4. Papst Leo der Große
5. Der Herr ist der Geist
7. Die Impftoten-Bilanz
8. Buchbesprechung
9. Wolkenkuckucksheim - Man muss nicht an den Islam denken
10. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
11. Mitteilungen der Redaktion
Erstrahlen können im Lichte der Liebe Gottes
 
Erstrahlen können im Lichte der Liebe Gottes

von
+ H.H. Dr. Otto Katzer


Die Quelle jeglichen Glückes, des zeitlichen und des ewigen, ist die Erneuerung des Kreuzesopfers, so wie es sich abspielt bei einer jeden heiligen Messe. Ich sage: Heilige Messe, nicht eines Abendmahles oder wie anders diese oder jene Handlung genannt wird! Solange wir uns nicht bewußt sind, daß wir am Kalvarienberg stehen mit der Muttergottes, solange wir uns nicht in tiefster Reue unserer Sündhaftigkeit, welche verursacht hatte, daß der Heiland für uns so viel leiden mußte, hier stehen, haben wir dieses Opfer nicht begriffen und sind somit fern von der Quelle unseres zeitlichen und ewigen Glückes. Ja, an Stelle des Glaubens sind Meinungen gekommen, theologische Meinungen, und so viel sind ihrer, wie Schwämme in einem schwülen Sommer, wenn aus der Feuchtigkeit sie nur so empor sprießen. Was kann man da alles hören an Offenbarungen da und Offenbarungen dort, und es hat dieser oder jener das und das gesagt. Und diese Meinungen, die stärken uns keineswegs. Sie sind ein ärgeres Gift als das schlimmste und giftigste Rauschgift. Sie rauben uns die Kraft, sie rauben uns das Licht. Und das Endergebnis sehen wir, wie wir taumeln am Rande eines Abgrundes, in den zu stürzen wir einen jeden Augenblick können, und nur ein Wunder Gottes hat es bis jetzt erreicht, daß wir noch hier, aber eben am Rande stehen. Da bleibt nun nichts anderes übrig, als sich die Worte des Heilandes zu Herzen zu nehmen: „Wen dürstet, der komme zu mir.“ Und wo bist Du, Herr? „Hier im allerheiligsten Altarsakrament, dort warte ich auf dich! Wer dürstet, der komme zu mir und trinke.“ Denn, so spricht die Heilige Schrift, erwähnt der Herr, aus dem Leibe dessen, der an mich glaubt, werden Ströme des lebendigen Wassers fließen. Überlassen wir uns aber jenen Meinungen, von denen wir soeben gesprochen haben, bald dieser, bald jener, dann müssen wir uns zu Herzen nehmen, das, was der göttliche Heiland beim Jakobsbrunnen der Samariterin gesagt hat: „Wer von diesem Wasser trinkt, der wird wieder dürsten, wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, wird nicht mehr dürsten in Ewigkeit.“ Denn aus seinem Herzen werden Ströme des lebendigen Wassers in Ewigkeit fließen.“ - Diese Welt hat den Weg ohne Gnade betreten. Wir wollen es nicht zugeben, wir glauben dem nicht. Und bis wir es werden glauben müssen - und vielleicht ist der Augenblick nicht so weit entfernt, daß wir es werden glauben müssen, - dann ist es zu spät! Dann aber kommt nicht ihr, die ihr überleben werdet, und sagt nicht dem Herrn: „Wieso? Wenn Du Gott wärest, könnte das nicht sein. O nein, Gott kann nicht mehr sehen dein Treiben, o Mensch! Und nur die Barmherzigkeit hält ihn zurück, um die Strafe sich nicht ergießen zu lassen über diese Welt.

Es sei uns erlaubt, jetzt einen Blick vom Weltraum auf diesen Erdball, den wir bewohnen, zu werfen, sodaß die Herzensreinheit und das Erfülltsein vom Lichte Gottes sich als Strahlen auswirkt; und hiermit etwa ähnlich  sind wie die Sterne am Himmel. wie würde da dieser Erdball aussehen? - Dort, ein völlig dunkler Flecken, dann vielleicht ein kleines Licht, dann, wo wir es überhaupt nicht erwarten würden, ein helles Licht, weil dort ein Herz ist, das völlig rein ist und infolgedessen die Fülle des Lichtes Gottes in sich aufnehmen kann. Und wie ein Komet hinter ihm die Funken der Liebe: seine Lebensäußerungen, welche angezündet sind an dem himmlischen Feuer, welches in sein Herz gelegt wurde und wiederum eine Finsternis - und dann? Dann vielleicht ein Heer, ein Sumpf von Irrlichtern! Der göttliche Heiland mahnt uns: Ich bin das Licht der Welt. Ich bin der Weg, niemand kommt zum Vater außer durch mich. Denn nur, wer mit mir verbunden bleibt und ich mit ihm, der wird Frucht tragen, denn ohne mich könnt ihr nichts tun!

Und so wollen wir heute, ganz besonders bei der heiligen Kommunion, die göttliche Liebe bitten, sie möge unsere Persönlichkeit völlig verzehren mit ihrem Feuer, so daß verbrannt wird, was Schlechtes an uns ist, und wir völlig erstrahlen in diesem Lichte und dieser armen Welt das werden, was unsere Lebensaufgabe ist, und so Gott preisen: Licht vom Licht.

Amen
 
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