50. Jahrgang Nr. 9 / November 2020
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1. Trinität und Inkarnation
2. Kath. Bischöfe
3. Die Menschenrechte
4. Spätes Erwachen
5. Nicht in den Wind gesät
6. Als Corona-Maßnahme in Mecklenburg-Vorpommern sollen Kinder von ihren Eltern getrennt werden
7. Vom Selbstmord des Abendlandes
8. Islam-Terror in Wien
9. Buchbesprechungen:
10. NACHRICHTEN, NACHRICHTEN, NACHRICHTEN...
11. Mitteilungen der Redaktion
Buchbesprechungen:
 
Buchbesprechungen:

Sonja Dengler: Alles wird gut
Roman. Fontis Verlag, Basel 2019. 336 S., 18.-€
Bestellungen bei  Tiqua e.V. , info@tiqua.org - Tel. 06223 990245 oder der Redaktion

Die Geschichte des Paares, das in Sonja Denglers Buch Lisa und Ulrich heißt, ist wahr. Sie ist genauso geschehen, wie die Autorin sie beschreibt, geändert wurden nur die Rahmenhandlung und der Ort. Die sich abspielenden Ereignisse sind hingegen authentisch. Tatsächlich ereignen sich solche Dramen täglich tausendfach. Eine junge Frau wird schwanger, sie ist Journalistin und hofft auf einen wichtigen Posten, auf eine Karriere in ihrem Beruf. Doch das Kind, das sie erwartet, könnte alle ihre hochfliegenden Träume zunichte machen. Zudem will ihr „Freund“ dieses Kind unter gar keinen Umständen und versucht mit allen erdenklichen Mitteln Lisa zu einer Abtreibung zu zwingen, ihr gemeinsames Kind soll auf keinen Fall das Licht der Welt erblicken. Während ihr Partner sie immer massiver bedroht, wächst jedoch bei Lisa mehr und mehr die Liebe zu dem kleinen Menschen, den sie unter ihrem Herzen trägt, und schließlich wird ihr klar, daß sie dieses unschuldige, schwache Wesen nicht opfern darf und kann, nicht für ihre Karriere und auch nicht für ihren „Freund“…

Sonja Dengler, die Autorin des Romans „Alles wird gut“, weiß genau worüber sie schreibt. Aufgewachsen in einer Großfamilie gründete sie mit einer Freundin die Lebensschutzorganisation „Tiqua“, nachdem sie mit 29 Jahren zum christlichen Glauben fand und sich bereits zuvor um mißbrauchte Kinder und Zwangsprostituierte gekümmert hatte. Da sie täglich mit Schwangerschaftskonfliktberatung zu tun hat – allerdings ohne die Ausstellung eines „Beratungsscheins“, den es sogar bei „katholischen Beratungsstellen“ gab, bis Papst Benedikt XVI. die Ausstellung des sogenannten Tötungsscheins untersagte -, kennt sie die seelischen Qualen der Frauen, die abgetrieben haben, genau, und vor allem kennt sie auch den Schmerz und den Todeskampf der ungeborenen Kinder bei einer Abtreibung. Tatsächlich werden allein in Deutschland in jeder Stunde 30 Kinder durch eine Abtreibung getötet, alle zwei Minuten ein lebender Mensch

 „Alles wird gut“ ist ein Buch, das Mut macht, sich gegen das himmelschreiende Unrecht der Abtreibung zu wehren, Mitleid mit den Schwächsten der Schwachen zu empfinden und dafür zu kämpfen, daß der grausame Massenmord an den wehrlosen Ungeborenen endlich ein Ende findet.

Werner Olles

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Max Thürkauf: Die geistgelenkte Hand greift nach der Erde
Über die technologischen Maßlosigkeiten unserer Zeit - ihre Ursachen, Konsequenzen und ihre Überwindung. Hg. Inge M. Thürkauf-Hugenschmidt.
Kißlegg (Christiana) April 2020. 176 Seiten. ISBN 978-3-7171-1322-5. € 9.80

Es gibt Texte, die sind überzeitlich und zukunftsbedeutsam. Sie bedürfen meist einer behutsamen und fachkundigen Kompilation, um ihrer ungebrochenen Aktualität gerecht zu werden. Der Publizistin Inge M. Thürkauf ist dies mit teilweise vergriffenen Werken ihres verstorbenen Mannes, des Atomwissenschaftlers Max Thürkauf, überzeugend gelungen.

Das Buch gliedert sich in drei große Teile mit jeweiligen Unterkapiteln.
1.    Der Mensch-ein Phänomen jenseits der Maschine
2.    Technomanie-die Todeskrankheit des Materialismus
3.    Die Überwindung des naturwissenschaftlichen Materialismus    
Zunächst weist der Autor nach, dass Umweltprobleme eigentlich Innenweltprobleme sind. Es geht um die Wahrheit, um eine religiöse Entscheidung bezüglich der Lebensvielfalt und eine scharfe Absage an die Lüge des Materialismus. Entgegen einer mechanistisch-deterministischen Betrachtungsweise betont Professor Thürkauf die Befreiung der Totalität menschlicher Individualität durch das Mysterium von Golgota. Er plädiert für eine Synthese von anschauender und hervorbringender Urteilskraft. „Nur mit einer Hinwendung auf die Wirklichkeit der Geistseele des Menschen kann verhindert werden, dass die technologische Katastrophe historische Wirklichkeit wird.“ (S.34)
Im 2. Teil werden facettenreich die Ursachen technologischer Maßlosigkeit beschrieben. Die Maschine als materielle Macht und das Metall als Symbol  der Maßlosigkeit, ja als apokalyptische Substanz, prägen jene Destruktivität der Naturwissenschaften, die in Technomanie mündet. Menschliche Hybris, Machbarkeitswahn und Manipulation der geistigen Grundlagen abendländischen Denkens, errichten eine Diktatur der Wissenschaft und Technik. Ideologien und Scheinwahrheiten erweisen sich als bittere Früchte einer zum Götzen erhobenen materialistischen Weltanschauung. „Die Möglichkeit einer Manipulation der Natur mit Hilfe von abstrakten physikalischen Modellen ist noch kein Beweis dafür, dass die Modelle naturgerecht sind. Beispielsweise lässt sich die menschliche Gesellschaft mit Ideologien manipulieren, die keineswegs menschengerecht sind. Die Schäden stellen sich erst spät ein.“ (S. 66)
Der 3. Teil zeigt Horizonte auf, die in jüngster Zeit erschreckend aktuell sind. Er verweist auf die babylonische, nicht zuletzt durch die Massenmedien gesteuerte Sprachverwirrung. Die Naturwissenschaft verbaut sich – so Thürkauf – mit ihren unwahren Richtigkeiten immer mehr den Zugang zur Wahrheit, ja zum Leben. So wird in der Molekularbiologie bei Genmanipulationen Ursache und Wirkung verwechselt. Die Gene sind Mittel und nicht Ursachen des Lebens. Manipulation von Leben darf nicht mit dessen Hervorbringung verwechselt werden. Die raffinierten Eingriffe der selbsternannten Menschenzüchter zerstören mit der Genetik unser Erbe, denn sie betrachten Vererbung als eine Folge von „Zufall und Notwendigkeit“ (Monod). Angeblich bestimmt der Zufall die Kombination der Gene. Diese hätten dann der Notwendigkeit physikalischer Gesetze zu gehorchen. Dagegen – so Thürkauf - ist der Zufall ein Ereignis (etwas was einem zu – fällt) und keine Bestimmung. Bestimmen kann nur eine mit Sprache begabte Person. Diese Person die das menschliche Erbe bestimmt, ist Gott. „Die Gentechnologie wird daher das Ende der materialistischen Naturwissenschaft sein, die ihre Gottlosigkeit ‚Wertfreiheit‘ nennt (S. 100). Mit einem Blick auf die ungewöhnliche Erklärung zur Stellung der Moral, soll diese kurze Besprechung beendet sein. Ausgehend von dem mathematischen Begriff der Funktion stellt Professor Thürkauf die Moral als Funktion der Zeit dar. Für die Entwicklung einer Epoche ist nicht der Funktionswert (die Höhe der Moral) sondern das Differenzial (die Änderung der Moral) entscheidend. Die kulturlose Technokratie unserer Zeit bewegt sich in einem Minimum. Jedoch - so schreibt der prophetische Denker: „Es ist mein Glaube, dass das Differenzial - die Änderung der Moral - im heutigen moralischen Tiefstand positiv ist, d.h. dass die Demut ...stärker geworden ist, als der Hochmut.“
Mit einer Meditation des Vaterunsers für die Naturwissenschaftler schließt das Werk. Nachzutragen bliebe, dass der Bekenner Max Thürkauf, seine katholische Haltung, unbestechlicher Zeuge für Christus in einer verwüsteten Welt zu sein, beispielhaft lebte.

Magdalena S. Gmehling

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Oliver Grohe: Die Priesterbruderschaft St. Pius X. und die Papstfrage.
73 Seiten. Das Heft kann bestellt werden bei Oliver.Grohe@gmx.de oder der Redaktion

Die zentrale Frage, die der Autor in seiner Schrift behandelt, ist die, ob es mit der Lehre der katholischen Kirche vereinbar ist, Lehren oder Vorschriften eines Papstes über Glaube oder Moral unter bestimmten Bedingungen abzulehnen. Zwar hängen in den Häusern der Pius-Bruderschaft Bilder von Franziskus neben Fotos von Erzbischof Lefebvre und dem Heiligen Pius X., was ekklesiologisch gesehen bereits nicht korrekt ist, psychologisch jedoch vielleicht verständlich, denn die FSSPX hat seit vierzig Jahren keine offiziellen kanonischen Beziehungen mit Rom und den Ortsbischöfen. Auch die mißtrauische Haltung gegenüber Rom ist nicht zu kritisieren, zumal die kanonische Anerkennung durch den Heiligen Stuhl in weite Ferne gerückt zu sein scheint. Dennoch bildet sie Seminaristen aus, predigt und feiert die Sakramente, betet den Rosenkranz für Franziskus, darf offiziell das Bußsakrament spenden und sie können auch die Erlaubnis erhalten, kanonisch bei Hochzeiten zu assistieren. Ebenso wenig sind die Mitglieder nicht exkommuniziert, obwohl es im Juni 2017 zweideutige Zeichen aus Rom gab, und die Einigungsformel konnte beim besten Willen von der FSSPX nicht angenommen werden, ohne noch mehr Priester zu verlieren.
Tatsächlich geht es jedoch darum, ob ein häretischer „Papst“ unbegrenzte Macht hat, oder daß diese Macht Grenzen hat, falls der jeweilige Bischof von Rom modernistische und liberalistische Äußerungen in sein Lehramt integriert und damit die immerwährende Lehre der heiligen römisch-katholischen Kirche und das übermittelte Wort Gottes in der Tradition als Vicarius Christi verdunkelt anstatt es treu zu verwalten und gegen alle Feinde der Kirche tapfer zu verteidigen. Die Inflation von häretischen Äußerungen des Herrn Bergoglio hat allerdings inzwischen jedes erträgliche Maß überschritten, und es bestehen Zweifel daran, ob die FSSPX die Zweideutigkeiten und Gefahren dieses „Papstes“ überhaupt noch zu erkennen in der Lage ist. Eine einfache Zurechtweisung genügt hier bereits nicht mehr. Wer an das Dogma vom Primat des Papstes glaubt und das Erste Vatikanum akzeptiert, kann im Prinzip gar nicht anders als den Primat und die Unfehlbarkeit von Franziskus als offensichtlichen und offiziellen Mißbrauch des Petrusamtes zu verstehen. Das Verhalten der Priesterbruderschaft St. Pius X. ist in diesem konkreten Bezugspunkt mehr als nur zweifelhaft, doppelzüngig und mißverständlich. Wie sie aus diesem Sumpf der Orientierungslosigkeit glaubwürdig herauskommen will, ohne weitere Priester und Anhänger zu verlieren, ist bis jetzt völlig unklar.

Werner Olles
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ZSK: Vision 2000

Die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift „Vision 2000“ dokumentiert in ihrer aktuellen Ausgabe (3/2020), daß auch in Österreich von regierungsamtlicher Seite zum Thema „Corona-Krise“ überzogene und auf der Klaviatur der Angst spielende Aussagen gemacht wurden. So habe Bundeskanzler Kurz – angestachelt von seinem grünen Gesundheitsminister - auf einer Pressekonferenz von 100.000 Toten gesprochen, die es im Land geben werde. Tatsächlich waren es Stand 9.5.2020 exakt 615, die mit und nicht an der Infektion starben, von denen die allermeisten über 84 Jahre alt waren und diverse Vorerkrankungen hatten. Chefredakteur Christof Gaspari erinnert an die Mitte Mai weltweit ermittelte Zahl Covid-19-Erkrankter von 3,89 Millionen, während die Zahl mit chronischer Hepatitis Infizierter weltweit über 325 Millionen beträgt, wovon jährlich 1,3 Millionen sterben und 1,7 Millionen sich neu infizieren. Sein Fazit: Die Zahl der Corona-Toten werde überschätzt und damit auch die Gefährlichkeit des Virus. Doch über die Main-stram-Medien und das Zwangsgebühren-TV wurden nur Bedrohungsszenarien verbreitet, ohne das Ausmaß der Gefahren halbwegs richtig einzuschätzen. Beispielsweise habe die WHO 2018 auf jährlich bis zu 650.000 Todesfälle durch saisonale Atemwegserkrankungen hingewiesen, was noch nie ein Anlaß für einen „Shut-Down“ mit bürgerliche Grundrechte einschränkende Maßnahmen gewesen sei. Laut der Tageszeitung „Die Welt“ vom 7.5.20 habe der Statistiker und Mathematiker Isaac Ben-Israel anhand eines Vergleichs der Infektionskurven des Corona-Virus in 25 Ländern errechnet, daß die Infektionskurve unabhängig von den ergriffenen Maßnahmen sinke. Die Pandemie erreiche 40 Tage nach dem Ausbruch ihren Höhepunkt und tendiere nach 70 Tagen gegen null. Der katholische Wiener Psychiater, Neurologe und Psychotherapeut Raphael Bonelli beschreibt das Phänomen Angst in einer Umwelt, die auf Emotionalisierung setzt. Zwar habe Angst einen nützlichen Effekt, wenn eine Bedrohung da sei, aktiviere sie Adrenalin und das sympathische System. Die klassischen Reaktionsmöglichkeiten seien Flucht oder Kampf. Diese seien nützlich, doch müsse die Reaktion angemessen sein und in einer richtigen Relation zur tatsächlich bestehenden Gefahr stehen, denn wenn die Angst zu groß werde, habe die Vernunft nichts mehr zu sagen. Dies bezeichne man als Panik „in der die Bedrohung überschätzt werde und die Leute zu „ganz absurden Sachen“ neigen. Zudem löse Panik einen Kontrollverlust aus und die Angst werde pathologisch. Als eine der psychischen Abwehrkräfte definiert Bonelli die Religiosität, wer fest in seinen religiösen Anschauungen verwurzelt sei, kippe weniger leicht. Als Christen seien wir aufgerufen, furchtlos zu leben in einer Welt, in der es immer Bedrohungen gegeben habe und geben werde. Weitere Beiträge befassen sich mit dem „Aufruf zu einem notwendigen „Klimawandel“ in unserer Gesellschaft“ (Weihbischof Andreas Laun) und der „Warnung vor der Pandemie der Angst“ (Christiaan Alting von Geusau).
Werner Olles
Kontakt: Vision 2000. Beatrixgasse 14a/12, A-1030 Wien. www.vision2000.at

Zitat:
Die Furcht des HERRN ist der Anfang des Weisheit. Weisheit und Zucht verachten nur die Narren. Gehorche, mein Sohn, der Zucht deines Vaters und verwirf nicht die Unterweisung deiner Mutter! Denn ein anmutiger Kranz für dein Haupt sind sie und eine Perlenschmuck um deinen Hals.  Mein Sohn, wenn Sünder dich locken, so folge ihnen nicht! Und wenn sie sagen: Geh mit uns! Wir planen Mord und lauern ohne Grund auf den, der schuldlos ist. Wir wollen sie wie die Unterwelt lebendig verschlingen und vollständig wie solche, die ins Grab versinken. Allerlei kostbaren Besitz werden wir gewinnen, werden unsere Häuser mit Beute füllen. Dein Los wirf in unserem Kreise; ein Beutel soll uns allen sein! Mein Sohn, ziehe nicht mit ihnen des Weges, halte deinen Fuß zurück von ihrem Pfad! Denn ihre Füße laufen zum Bösen und eilen, Blut zu vergießen. (Sprüche 1, 7-20)

 
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