49. Jahrgang Nr. 3 / September 2019
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1. Die Gottesfrage: Gott als Richter
2. Ich bin der Herr, Dein Gott, 1. du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
3. Politisch korrekte Eltern – Ihr opfert Eure Kinder Eurem Wahn
4. Man raubt Familien die Luft zum Atmen
5. Fridays for Future - oder wie die Ideale der Jugend mißbraucht werden
6. Mitstreiter gesucht – Brief an einen Konservativen
7. Buchbesprechung:
8. Hymnen an die Kirche
9. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
10. Mitteilungen der Redaktion
Ich bin der Herr, Dein Gott, 1. du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
 
„Ich bin der Herr, Dein Gott,
1. du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“


von
Eberhard Heller

Als mir die Mitglieder des Freundeskreises die Redaktion der „Einsicht“ im Frühjahr 1975 übertrugen – das von mir redigierte Heft erschien kurz darauf im Mai 1975 -, war ich zunächst sehr skeptisch, ob ich dieser Aufgabe als Nicht-Theologe überhaupt gewachsen sein würde. Denn wegen ihrer konsequenten Beurteilung der Beschlüsse des II. Vatikanums und der Einführung der auf ihm basierenden Reformen hatte sich die „Einsicht“ im deutschsprachigen Raum bereits einen gewissen theologischen Ruf erarbeitet, den es zu verteidigen galt. Seit ihrem Bestehen im Jahr 1971 hatte die Zeitschrift eine entschieden konservative, d.h. stringent katholische Position eingenommen, die sich ausschließlich an der vorkonziliaren Theologie orientierte und die insbesondere die Bereiche Liturgie, Moraltheologie, Fundamentaltheologie umfaßte. Fach-Theologen von internationalem Ruf, die mit dem Freundeskreis der Una Voce zusammenarbeiteten, hatten die vatikanischen Dokumente genauestens studiert und die in ihnen enthaltenen Häresien aufgezeigt, womit belegt werden konnte, daß der von Paul VI. eingeführte sog. NOM in sich ungültig war und dessen Promulgator sich dadurch als Häretiker bloßgestellt hatte und daß Paul VI. somit nicht als legitimer Papst gelten konnte: Es herrsche „Sedisvakanz“ hatte die „Einsicht“ verkündet. Mit dieser exponierten Position stand die Zeitschrift damals, selbst im Kreis der Konzils-Kritiker, völlig isoliert da. Kaum jemand wagte, diese Konsequenzen zu ziehen.

Ich hatte damals der Übernahme dieser verantwortungsvollen Aufgabe, die mit dieser theologischen Hypothek verbunden war, nur zugestimmt, weil mir die Unterstützung von Fach-Theologen aus unserem Kreis fest zugesichert worden war. (Daß ich bald merkte, wie bescheiden diese Unterstützung schließlich ausfiel, steht auf einem anderen Blatt.) Ich selbst hatte bis dahin nur einige Vorlesungen in der Sakramententheologie und der Exegese belegt, was als eher dürftige Voraussetzung für die Erfüllung der übernommenen Aufgabe anzusehen war. Hilfreich, sogar mitentscheidend bei der Redaktionsarbeit aber waren einmal meine religions-philosophischen Studien mit einer strengen Systematik und zum anderen mein Wissen, welches ich im schulischen Religionsunterricht erworben hatte. Viele Fragen ließen sich mit Hilfe des Katechismus klären, zumindest im Ansatz. D.h. aber nicht, daß ich auf diesem Niveau stehen bleiben konnte. Denn eine dauernde Vertiefung war notwendig, da Probleme auftraten, für die es bis dahin keine klassischen theologischen Antworten gab, die man gleichsam aus der „Schublade“ hervorholen konnte. Wie sollte z. B. ein einfaches Gemüt denn die Konsequenzen überblicken, die sich aus der veränderten Definition der Kirche ergaben: „Die kath. Kirche nimmt teil an (subsistit in) an der Kirche Christi“ gegenüber der alten Formel „Die kath. Kirche ist (est) die Kirche Christi“. Wie sollte jemand ohne theologische Systematik erkennen, daß sich in diesem „subsistit in“ das gesamte Programm des Ökumenismus und auch des Synkretismus verbarg?

Aber die Beurteilung nicht aller Fehlpositionen verlangt solch spezielle theologische Kenntnisse. In vielen Fällen reicht die Grundkenntnis aus, also das einfache Katechismuswissen, um eine Position als nicht mit der Lehre der Kirche in Einklang befindlich festzustellen, besonders dann nicht, wenn sie sich so deutlich zeigt wie in den öffentlichen Dokumenten von Bergolio/Franziskus. Wenn ich heute dessen Statements betrachte, die er zu den aktuellen Problemen gibt, besonders auch zur Umwelt und zur Flüchtlingskrise, dann kann man nur staunen, in welcher Realitätsferne er schwebt! Die Vorstellung, er könne zwei Milliarden Asylanten – vielleicht hat er sich versprochen und meinte „nur“ 2 Millionen - im Vatikan unterbringen (und ernähren!!), zeigt, auf welcher Abwegigkeit er sich befindet. Er ist durch und durch ein „grüner Träumer“. Viel gravierender aber sind seine Abstrusitäten im theologischen Bereich, wo er seine synkretistischen Ideen auf eine bis dahin für unmöglich gehaltene Höhe getrieben hat.

Bergolio ist Jesuit, er ist Angehöriger eines Ordens, der einst wegen seiner theologischen Bildung großen Einfluß in der Kirche ausübte. Schaut man nun ganz oberflächlich sein sog. Kirchenkonzept bezüglich des Islam und des Judentums an, so fällt auf, daß er dabei von einem Gottesbegriff ausgeht, der jeden Unterschied in der Vorstellung von Gott in den drei Religionen leugnet. Dadurch wird das Fundament christlichen Glaubens, daß Gott der Herr ist, zerstört.

Um noch einmal auf dessen Unterschrift unter das Abkommen, welches er und der Scheich Ahmed al-Tajib, der Großimam der Al-Azhar-Universität in Kairo geschlossen haben, in dem die Absicht bekundet wird, die Brüderlichkeit von Muslimen und Christen festzuschreiben. Doch Bergolio geht in diesem Dokument noch einen gewaltigen Schritt auf dem Weg in den totalen Synkretismus weiter. So heißt es u.a.: „Der Pluralismus und die Verschiedenheit in Bezug auf Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Ethnie und Sprache entsprechen einem weisen göttlichen Willen, mit dem Gott die Menschen erschaffen hat. Diese göttliche Weisheit ist der Ursprung, aus dem sich das Recht auf Bekenntnisfreiheit und auf die Freiheit, anders zu sein, ableitet.“ (Vatican news)

Man kann es kaum glauben: Die vielen Religionen entspringen der göttlichen Weisheit!! Von welchem „Gott“ ist hier die Rede? Von einem sog. Ober- oder Über-Gott, der über den anderen „Göttern“ als Endpunkt jeder einzelnen Religion steht? Oder wie soll sich die christliche Religion gegenüber dem Islam als Ausfluß göttlicher Weisheit verstehen, wenn Allah befiehlt, die Christen zu töten?

Das ganze Konstrukt ist an Absurditäten nicht zu überbieten. Aber abgesehen davon, erlaubt ein Rückgriff auf das erste Gebot „Du sollst keine fremden Götter neben mir haben“, um festzustellen, daß sich Bergolios Position nicht im Einklang mit der kath. Lehre befindet. Denn dieses Gebot gilt unbedingt, weil „ich, der Herr, Dein Gott bin“. Man muß also nur dieses Gebot heranziehen, um Bergolio als Polytheisten brandmarken zu können, um diesen Abfall aufzuzeigen, da er viele „fremde Götter“ hat und sie anerkennt. Und es ist klar, wenn jemand neben Christus Mohammed oder Buddha, den Hinduismus, das Judentum und alle christlichen Sekten akzeptiert oder den Gott der Christen mit dem Gott des Islam gleichsetzt, daß er der Apostasie verfallen ist. Es genügt also das einfache Katechismuswissen und der entschiedene Wille, es anzuwenden, um entscheiden zu können, ob eine Position der Lehre bzw. dem Wesen der kath. Kirche entspricht oder nicht. Insofern erweist sich Bergolio als Apostat (nicht nur als Häretiker!!), da seine Position nicht einmal der Forderung des 1. Gebotes entspricht.

Wie ist es möglich, daß ein solches Verhalten, daß solche Dokumente, die die Apostasie Bergolios eindeutig belegen, nicht dazu führt, ihn abzusetzen, denn ein Apostat kann nicht Papst sein. Es ist dies das „Geheimnis der Bosheit“, das „mysterium iniquitatis“. Aber selbst die (konservativen) Modernisten können sich einen solchen Totengräber eigentlich nicht leisten. Doch gibt es immer noch Opportunisten, die diese einfache – ich betone einfache – Wahrheit nicht akzeptieren wollen bzw. dieses Wissen darum auf das Verhalten und die Position Bergolios und seine Kamarilla nicht anwenden wollen, um nicht die nötigen Konsequenzen zu ziehen bzw. ziehen zu müssen.
 
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