48. Jahrgang Nr. 3 / August 2018
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1. Gebet in der Dämmerung
2. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben
3. Das Kreuz mit dem Kreuz
4. Auf dem Weg zur Unterwerfung
5. Nachlese...
6. Mittel gegen den Zorn
7. Der Sauerteig der Welt
8. Die Hoffnung, niemals tiefer fallen zu können, als in Gottes Hand
9. Die bunte Gesellschaft ist vorgezeichnet
10. Leserbriefe
11. Buchbesprechungen:
12. Nachricht:
13. Mitteilungen der Redaktion
Ein aufschlußreiches Interview
 
Ein aufschlußreiches Interview
mit dem Präsidenten des ZDK Prof. Thomas Sternberg

Frage: „Man hat mir davon erzählt, daß so was wie die Beichte in vielen Regionen Deutschlands im Grunde verschwunden ist. Ist das so?

Sternberg: In Deutschland beichten nicht mal die frömmsten Katholiken.

Frage: Aber wie dürfen die Leute, die nicht mehr beichten gehen, die Eucharistie empfangen?

Sternberg: Wir sehen den Zusammenhang zwischen Beichte und Eucharistie nicht mehr so.

Frage: Aber dieser Zusammenhang ist ja der Kirchenlehre sehr eng. Die Frage ist dann, ob die Eucharistiefeier in Deutschland unter diesen Bedingungen überhaupt gültig ist.

Sternberg: Ja, sie ist gültig. Aber es ist ein interessantes Thema. Die Eucharistie beruht nicht auf der Beichte. Weil die Eucharistie selbst die Kraft hat, die Sünden zu verzeihen. Es ist wahr, daß der Zusammenhang zwischen Eucharistie und Beichte radikal gebrochen ist, er existiert praktisch nicht mehr.

Frage: In Ihrem ZDK kennen sie keinen Menschen, der zur Beichte gehen würde?“

Sternberg: Nein, ich kenne niemanden.“

Aus einem Interview des Präsidenten des ZDK (Zentralkomitee der deutschen Katholiken) Prof. Thomas Sternberg mit der Slowakischen Katholischen Internetzeitung Postoj, zitiert in IDAF-Nachrichten 4-2017 und in „Der Fels“, Juni 2017).

Abgesehen von der klaren Verfälschung der katholischen Glaubenslehre hätten wir da auch noch ein paar Fragen an das oberste Laiengremium, das sogenannte ZDK. Warum darf sich dieser dubiose Verein überhaupt noch römisch-katholisch nennen? Und wie soll eine geistig-spirituell modernistisch entkernte Religion auf Dauer der immer aufdringlicheren Islamisierung standhalten und den Zumutungen des materialistischen Atheismus und Liberalismus Paroli bieten? Oder hat man diesen Widerstand längst aufgegeben? Zum Sakrament der Beichte anbei ein paar Anmerkungen und Gedanken des großen katholischen Autors Léon Bloy: „Du gestehst mir, daß Dich nichts so sehr von der Beichte abhält wie die äußerste Mittelmäßigkeit vieler Priester, das heißt, Du willst also, daß Gott seine Kirche mit menschlichen Mitteln regiert. Du wünschst Dir einen tiefen Moralisten als Priester. Aber, Du unglückliches Kind, ein Priester ist zehntausendmal mehr als das, denn er ist ein Priester im Namen Jesu Christi. Weiter sagst Du, Du wünschst Dir eine Strafe, die genau der Größe des Fehlers entspricht.

Dieser Gedanke, das muß ich Dir leider sagen, ist sentimentales Geschwätz. Die heilige Katharina wurde jedes Mal ohnmächtig, als es Gott gefiel, ihr in einer ihrer Visionen den Schrecken einer einzigen läßlichen Sünde zu zeigen.“ „Bete viel und beichte aus Gehorsam. Geh aus Gehorsam zur Kommunion. Du wirst es dann bald aus Liebe tun“. „Nur die Christen können reich sein. Sie haben die Taufe, die Buße, die Eucharistie, die Firmung, die letzte Ölung und die Ehe. Sie haben den Mantel der Heiligen Jungfrau und den Schutz der Heiligen., sie haben neunzehn Jahrhunderte gesegneter Erde und  den wundersamen Brunnen der Tradition“. Soweit Léon Bloy, der wie Alexander Pschera im Vorwort des wunderbaren Buches „Unterwegs mit … Léon Bloy“ (Fe-Medienverlag 2017) schreibt, „in einem gesellschaftlichen Klima lebte, daß dem von heute in vielen Punkten ähnelt: „Der Geist des Fortschritts und der Technologie setzte die entscheidenden Akzente. Materialistische und nihilistische Weltanschauungen beherrschten im Gefolge Friedrich Nietzsches die Diskussion. Die Welt des Sichtbaren beanspruchte die gesamte Aufmerksamkeit, ja sie schien die einzig zulässige zu sein. Man sprach nicht mehr von Volk, sondern von der „Gesellschaft“. Die Soziologie ging als wissenschaftliche Disziplin aus der Milieutheorie hervor. Damit ging eine Umwertung einher: im Zentrum des Lebens stand nun nicht mehr das individuelle Seelenheil, sondern das Wohlergehen gesellschaftlicher Schichten. Nun zählte nur noch das zählbare, das Geld, das sich von einem Tauschmedium zu einem Fetisch entwickelte. Das Universum des Unsichtbaren hingegen sah sich dem Vorwurf des Aberglaubens und der Scharlatanerie ausgesetzt. Die historische Bibelkritik um Ernest Renan unterzog die Texte der Bibel einer kritischen Lektüre, der es darum ging, Glaubensgewißheiten zu erschüttern.

Politisch war diese Epoche von der Trennung von Staat und Kirche geprägt. Mit dem Gesetz von 1905 wurde Frankreich zu einem laizistischen Staat. In der Folge wurden Kirchen und Klöster enteignet und geschlossen, Mönche und Nonnen vertrieben. Zeitweilig fürchteten die Katholiken um den Gottesdienst und um die Sakramente.“ Erinnert uns das alles nicht stark an die heutigen Zeit, in der die Woelkis, Marx und Sternbergs eine „römisch-katholische Kirche“ repräsentieren, deren Schwäche und Gottverlassenheit mit Händen greifbar ist?

Werner Olles
 
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