48. Jahrgang Nr. 3 / August 2018
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1. Gebet in der Dämmerung
2. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben
3. Das Kreuz mit dem Kreuz
4. Auf dem Weg zur Unterwerfung
5. Nachlese...
6. Mittel gegen den Zorn
7. Der Sauerteig der Welt
8. Die Hoffnung, niemals tiefer fallen zu können, als in Gottes Hand
9. Die bunte Gesellschaft ist vorgezeichnet
10. Leserbriefe
11. Buchbesprechungen:
12. Nachricht:
13. Mitteilungen der Redaktion
Betrachtungen über das Gebet
 
Betrachtungen über das Gebet



von

Evagrius Ponticus (+ 390)


Das Gebet ohne Zerstreuung ist die höchste Leistung des Verstandes. Das Gebet ist die Erhebung des Geistes zu Gott. Bitte zuerst um die Freiheit von Leidenschaften, zweitens um die Befreiung von Unwissenheit und drittens, um frei zu sein von jeglicher Versuchung und Verlassenheit. Suche im Gebet einzig das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, d.h. Tugend und Weisheit, und alles andere wird dir hinzugegeben werden (Matth. 6,33).  Wenn du gemeinsam oder allein betest, zwinge dich, nie gewohnheitsmäßig, sondern bewußt zu beten. Du wirst nicht das vollendete Gebet erhalten, wenn du belastet bist mit stofflichen Dingen und unruhig durch ständige Sorgen; denn das Gebet verlangt frei sein von jedem Gedanken. Es ist dir unmöglich, in Fesseln zu laufen. Der Geist, der Leidenschaften unterworfen ist, wird nie die Höhe des Gebetes erreichen. Er wird durch leidenschaftliche Regungen hin- und hergezogen und erlangt nicht die unerschütterliche Ruhe. Wenn Gottes Engel uns zu Hilfe kommt, verjagt er mit einem Worte alle feindlichen Einflüsse und zündet dem Verstande ein Licht an, das nicht er lischt.
 
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