49. Jahrgang Nr. 2 / Mai 2019
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1. Himmelfahrt Christus im Herzen
2. Das Dokument von Abu Dhabi
3. Die Gottesfrage
4. Ich rufe dich bei Deinem Namen: Mein bist Du
5. Motiv einer neuen Erziehung
6. Das entwurzelte Kind
7. Buchbesprechung:
8. Mitteilungen der Redaktion
9. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
10. Hinweis der Redaktion
Betrachtungen über das Gebet
 
Betrachtungen über das Gebet



von

Evagrius Ponticus (+ 390)


Das Gebet ohne Zerstreuung ist die höchste Leistung des Verstandes. Das Gebet ist die Erhebung des Geistes zu Gott. Bitte zuerst um die Freiheit von Leidenschaften, zweitens um die Befreiung von Unwissenheit und drittens, um frei zu sein von jeglicher Versuchung und Verlassenheit. Suche im Gebet einzig das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, d.h. Tugend und Weisheit, und alles andere wird dir hinzugegeben werden (Matth. 6,33).  Wenn du gemeinsam oder allein betest, zwinge dich, nie gewohnheitsmäßig, sondern bewußt zu beten. Du wirst nicht das vollendete Gebet erhalten, wenn du belastet bist mit stofflichen Dingen und unruhig durch ständige Sorgen; denn das Gebet verlangt frei sein von jedem Gedanken. Es ist dir unmöglich, in Fesseln zu laufen. Der Geist, der Leidenschaften unterworfen ist, wird nie die Höhe des Gebetes erreichen. Er wird durch leidenschaftliche Regungen hin- und hergezogen und erlangt nicht die unerschütterliche Ruhe. Wenn Gottes Engel uns zu Hilfe kommt, verjagt er mit einem Worte alle feindlichen Einflüsse und zündet dem Verstande ein Licht an, das nicht er lischt.
 
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