48. Jahrgang Nr. 2 / April 2018
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1. Himmelfahrt
2. Christus ward für uns zur Sünde.
3. Die Gottesfrage
4. Betrachtungen über das Gebet
5. Ein aufschlußreiches Interview
6. Tausende katholische Ex-Muslime
7. Der Islam und kein Ende
8. Gehört der Islam zu Deutschland?
9. Asyl, Flüchtlinge, Verfolgte, Zuwanderer
10. Buchbesprechung
11. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
12. Mitteilungen der Redaktion
Ihr seid das Salz der Erde
 
„Ihr seid das Salz der Erde"

von
Eberhard Heller


Der vollständige Text lautet: „Ihr [allein] seid das Salz der Erde; wenn aber das Salz schal geworden ist, womit soll es gesalzen werden? Es taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden“ (Matthäus 5,13). Christus spricht zu seinen Jüngern, zu solchen also, die sich zu Ihm bekennen. Er tut es nicht in der Form einer Ermahnung, daß sie das Salz sein sollen, sondern er sagt, daß sie es sind. Das Gleichnis ist den damaligen Bräuchen entnommen, Fleisch durch Einsalzen zu konservieren, ohne diese Behandlung würde es schlecht, ungenießbar, übelriechend werden, es würde einfach verfaulen.

Salz spielte schon im Alten Testament eine wichtige Rolle. Jedes Opfer musste mit Salz gesalzen werden (vgl. Mk 9,4.9) ja sogar das heilige Räucherwerk (2. Mose 30,35). Der Prophet Elias behandelte das schlechte Wasser von Jericho mit Salz, welches er in die Quelle des Wassers warf, um es zu heilen (2. Könige 2,19-22).

Das "Salz" steht also für das erhaltende Moment, das das Verderben oder die Fäulnis des "Fleisches"  - hier schon im übertragenen Sinn: der Menschen - verhindern soll. Es symbolisiert das, was uns durch Christus mitgegeben wird, ein Sinn stiftendes Leben zu gestalten, das uns über den (leiblichen) Tod hinaus das ewige Leben verheißt.

Diesen Auftrag, das "Salz" zu sein, d.h. die Bewahrung und Anwendung von Vermögen und die Kraft ausstrahlen zu können, um zu bewahren, was sonst verkommen würde, hat Christus seinen Jüngern mitgegeben, weil er in sie die gute Botschaft, das Evangelium in ihre Herzen gepflanzt hatte. Dieser Auftrag, "Salz" zu sein, also das Prinzip des erhaltenden Lebens zu sein, welches ohne diese Anwendung verkommen oder verkümmern würde, den müssen heute wir erfüllen, wenn wir behaupten oder für uns in Anspruch nehmen wollen, die treuen Gläubigen zu sein, die das Deposito fidei ohne Abstriche zu bewahren, die aber dieses Deposito nicht nur als theoretisches Formelwerk, als Sammlung orthodoxer Sätze im theologischen Wissen betrachten, sondern eine Einheit von Glauben und Leben, von Orthodoxie und Orthopraxie herstellen wollen, was heißt, Christi Intentionen weiterzugeben. Es wäre also die Aufgabe dieses Häufleins der Aufrechten, das "Fleisch" - die Mitmenschen vor der "Fäulnis" d.i. das (moralische) Verderben zu bewahren, weil sie an uns sehen, daß wir Leben sind und dieses geistige Feuer auch in ihnen zu entfachen, sie mit lebendigem Geist erfüllen.

Und wenn man dieser Aufgabe nicht gewachsen ist, sieht man ganz einfach dann, daß das "Fleisch" - die Mitmenschen - "verfaulen". Was haben wir, da es es sich ja um die handeln, die unsere "Nächsten" sind, falsch gemacht, und wir selbst schon "schal" geworden, weshalb niemand von uns "Konservierung", geistige Erhaltung erfährt!!!

Es gibt aber noch ein weiteres Gleichnis, in dem Christus auch das Versagen scharf kritisiert. Bei Matthäus bringt er das Beispiel von dem Baum mit guten Früchten und dem, der keine guten Früchte trägt. „Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“ (Matth. 7, 19) Nicht einmal als Brennholz, also in einer weiteren, anderen Benutzung taugt er. Er wird entsorgt wie heutzutage der Müll, der auch entsorgt werden muß.

„Salz“ sein heißt z.B. auch: wie Christus dienend; er wäscht den Aposteln beim Letzten Abendmahl die Füße.
 
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