48. Jahrgang Nr. 3 / August 2018
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1. Gebet in der Dämmerung
2. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben
3. Das Kreuz mit dem Kreuz
4. Auf dem Weg zur Unterwerfung
5. Nachlese...
6. Mittel gegen den Zorn
7. Der Sauerteig der Welt
8. Die Hoffnung, niemals tiefer fallen zu können, als in Gottes Hand
9. Die bunte Gesellschaft ist vorgezeichnet
10. Leserbriefe
11. Buchbesprechungen:
12. Nachricht:
13. Mitteilungen der Redaktion
Das Jesuskind schläft, und die Jungfrau betrachtet es
 
Das Jesuskind schläft, und die Jungfrau betrachtet es

von
Gloria Riestra De Wolff

Es war eines Rosenstocks einzige Rose,
welche auf Stroh gefallen im Nordwind,
es war eine Stirn so weiß wie ein Mond,
der sich im Quell des Lebens spiegelt...

Es war über der finsteren Nacht
eine Salve von Licht – Pfeile, Blitze –
und es war ein Gesang, der des Schlafes Frieden
unterbrach im grauen Tal der Hirten...

Es war eines Lammes symbolisches Fell,
das demjenigen Schutz bot,
der in Wahrheit es war, das wahre Lamm,
dessen Zeuge der Prophet sein wollte...

Es waren zwei zarte Narden, geschlossen noch,
doch schon mit Andeutungen von Nägelein,
es war eine Mutter, die sie angenagelt sah,
und von Ferne fühlte sie grausame Speere...

Es waren zwei winzige Augen,
die in der schlaflosen Angst der Welt
die absoluten Himmel widerspiegelten
und die Welten aus dem Nichts hervorhoben...

Es war einer Krippe armseliges Quartier,
zur Stütze hoher Sehnsüchte geworden,
und es war ein König, kommend in seinem sterblichen Leibe
um uns die Reichtümer der Himmel zu schenken...
 
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