47. Jahrgang Nr. 2 / Mai 2017
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1. Himmelfahrt
2. Der Verrat am Christentum – Islam und Vatikanum II
3. Islamistischer Terror in Frankreich
4. Zum Verhältnis von Kirche und Pastoral
5. Die Synode von Pistoja
6. Die Hölle ist nicht leer
7. Christenglauben!
8. Et regnabunt cum Christo mille annis
9. Betrachtungen über das Gebet
10. Astra regent homines, sed reget astras deus
11. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
12. Mitteilungen der Redaktion
Et regnabunt cum Christo mille annis
 
Et regnabunt cum Christo mille annis

von
Michel Mottet, Mai 1992
übersetzt von Jürgen Graf

Fortsetzung II:

Nachdem wir an diese Tatsachen erinnert haben – die, wie wir bald sehen werden, alles andere als nebensächlich sind -, gilt es darauf hinzuweisen, dass sich die Verkündung des Erlösers nicht an Adam und Eva, sondern an die Schlange richtet, d. h. an Satan, was bedeutet, dass der Kampf gegen den Feind des Menschengeschlechts von Gott direkt geführt wird und dass seine endgültige Niederlage durch den Samen der Frau bewirkt werden wird, also durch Christus, der den Kopf der Schlange durch die Frau zertritt, die den Erlöser jungfräulich empfangen und gebären wird, im Gegensatz zu Eva, die sich dafür entschieden hat, unter schweren Umständen und in Sünde zu gebären. Dass sich die Ankündigung direkt an Satan richtet, bedeutet auch, dass nach dem Sündenfall Gott allein die Kraft und die Macht besitzt, ihn zu überwinden. Selbstverständlich gilt das Versprechen für Adam und Eva und ihre ganze Nachkommenschaft, die auf fleischlichem Wege von ihnen gezeugt wird, bis hin zum allerletzten Menschen, der auf diese Weise auf die Welt kommen wird.

Diese Bedeutung besitzt das Wort generatio – das nicht nur Generation oder Geschlecht, sondern auch „Zeugung“ bedeutet – beispielsweise in Matthäus 24; 34, Markus 13; 30 und Lukas 21; 32: Amen dico vobis, quia non praeteribit generatio haec, donec omnia fiant – Wahrlich, ich sage euch: Diese Zeugung wird nicht vergehen, bis dass dieses all geschehe. [In der deutschen Bibel steht nicht „diese Zeugung“, sondern „dieses Geschlecht“; Anmerkung des Übersetzers.] Es kann sich hier keinesfalls um die „Generation“ Christi, also dessen „Zeitgenossen“, handeln, weil Jesus diese Worte nach der Verkündigung des ENDES DER ZEITEN spricht, das zum Zeitpunkt, wo sich Christus an seine Zuhörer wendet, selbstverständlich noch nicht eingetreten ist. Der Sinn dieser Worte ist also folgender: Diese Art der Zeugung wird nicht verschwinden, ehe alle Dinge vollendet sein werden. Dies ist der einzig mögliche Sinn, es sei denn, man erkühne sich zu behaupten, Jesus habe sich geirrt!

Das ganze Alte Testament ist ein Bericht über die aufeinanderfolgenden Katastrophen, die durch diese Art der Fortpflanzung heraufbeschworen wurden und zur Sintflut führten, von der nur Noah und seine Familie gerettet zu werden verdienten. Diese beispiellose Strafe gerät bald in Vergessenheit, und die Ungerechtigkeit der Menschen nimmt nur noch zu. Gott wählt also einen Menschen, Abraham, und lehrt ihn, dass der verheissene Erlöser nicht auf diese Weise gezeugt werden kann, um in die Welt zu kommen und sie zu erretten. Dann bewirkt er, dass Abraham und Sarah, die für die körperliche Form der Zeugung schon viel zu alt sind, Isaak zur Welt bringen, den Sohn des GLAUBENS Abrahams. Ein dermassen anschauliches Beispiel hätte dem Volk Israel eigentlich ein Licht aufgehen lassen und ihm vor Augen führen sollen, dass man durch leibliche Zeugung nicht zum Sohn Gottes werden kann; es hätte ihm zur Erkenntnis verhelfen sollen, dass diese Art der Fortpflanzung sündhaft ist und dass es sich folglich durch den Ritus der Beschneidung reinigen muss, einen materiellen Eingriff, der eine spirituelle Realität symbolisiert, wie dies in den früheren Studien, welche die Texte des Heiligen Paulus erläutern, mit seltener Präzision und Anschaulichkeit erklärt worden ist. Nur eine Minderheit hat sich bemüht, dies zu verstehen, und die Geschichte Israels ist folglich eine neue Folge von Katastrophen, bis zur schlussendlichen Katastrophe: DER VERURTEILUNG DES MESSIAS ZUM TODE, der Zerstörung Jerusalems und der Zerstreuung des ganzen abtrünnigen und gottesmörderischen Volkes. Das Reich Israel wurde mit Stumpf und Stiel ausgerottet, so dass nicht einmal die Hoffnung blieb, es eines Tages wiedererstehen zu sehen… Es genügt darauf hinzuweisen, dass all die zahlreichen und wunderbaren Prophezeiungen über das Reich Israel während der gesamten historischen Periode, die das Alte Testament umfasst, niemals in Erfüllung gegangen sind. Diese Periode endet mit der Enthauptung des Heiligen Johannes des Täufers, von dem Jesus gesagt hat: Unter allen, die vom Weibe geboren sind, ist keiner aufgestanden, der grösser sei als Johannes der Täufer (Matthäus 11; 11). Somit wird der letzte der Propheten, der grösste Mensch, den je ein Weib geboren hatte, der schon im Leibe seiner Mutter gesegnet worden war, durch den ehebrecherischen Zorn einer Frau enthauptet…

Sind diese Prophezeiungen dann während der Periode in Erfüllung gegangen, die das Neue Testament umfasst, das noch zur Zeit des Alten Testaments beginnt und mit der Wiederkehr Christi endet? Wir haben bereits gesehen, dass dies mitnichten der Fall ist. Jene, die diese auf einer falschen Deutung des Heiligen Augustinus fussende Hypothese unterstützen, sind übrigens (mit gutem Grund) vollkommen unfähig, irgendeine tausendjährige Periode zu nennen – also einen Zeitraum, der, wenn man die Zahl wörtlich nimmt, zehn Jahrhunderte umfasst -, in der die Kirche, ohne es zu wissen, zum wiederhergestellten Reich Israel geworden wäre, nachdem das Tier und der Lügenprophet in den flammenden Pfuhl geworfen worden sind und Satan in Fesseln geschlagen wurde! Bedeutet dies dann, dass das Tausendjährige Reich – das niemand leugnet, da es in der Heiligen Schrift zweimal erwähnt wird – in einer unbestimmten Zukunft liegt, doch jedenfalls vor dem Erscheinen des Lügenpropheten oder Antichristen? Diese Hypothese fällt sofort in sich zusammen, weil der Lügenprophet oder Antichrist im Dienste des Tieres steht und Apostasie begeht, um dessen Plan zu verwirklichen und somit seine Macht über die ganze Welt zu stärken. Es sei ein weiteres Mal wiederholt: Die unabdingbare Voraussetzung für die Wiederherstellung des Reiches Israel, das mit dem Tausendjährigen Reich vollkommen identisch ist, ist die Vernichtung des Tieres und des Lügenpropheten oder Antichrist, des MENSCHEN DER SÜNDE, des SOHNS DES VERDERBENS. Ausserdem – und dies ist von kapitaler Bedeutung – verkünden die Texte des ganzen Neuen Testaments nicht die Ausmerzung des Bösen während einer bestimmten oder unbestimmten Zeit, sondern weisen darauf hin, dass das Böse weiterbestehen wird und dass alle Gläubigen es unablässig bekämpfen müssen; vor allem aber verkünden sie, dass das Böse dermassen überhandnehmen wird, dass es zur GROSSEN APOSTASIE führen wird, ja bereits geführt hat – und letztere ist die vom Heiligen Paulus angekündigte Vorbedingung für das Erscheinen des Widersachers, des Sündenmenschen, d. h. des Menschen und der Menschen, welche die Erbsünde, oder die fleischliche Fortpflanzung, loben, durch die der Tod Macht über den Menschen gewonnen hat.  Dieses Lob auf den Geschlechtsakt ist ein Artikel des Pseudo-Kodex des kanonischen Rechts jener Sekte geworden, die den Namen der katholischen Kirche für sich usurpiert hat. Dies lässt das Ausmass und die Tiefe der von diesem Pseudo-Klerus begangenen Apostasie erkennen.

Es gibt aber noch einen anderen Weg, den Irrtum jener nachzuweisen, die allen überwältigenden Gegenbeweisen zum Trotz behaupten, das Tausendjährige Reich falle in die Zeit der Kirche. Besonders anstössig an dieser Behauptung ist ihre UNGERECHTIGKEIT. Wie wir oben festgehalten haben, wurde die Verheissung eines Erlösers nicht gegenüber der Kirche als solcher abgegeben, oder gegenüber Israel als Volk, das zu dessen Fleischwerdung auserkoren wurde, sondern gegenüber der GANZEN Nachkommenschaft Adams und Evas. Es ist ein Glaubensdogma, dass die Erlösung allen Menschen vom Anfang bis zum Ende der Zeiten offenstand und offensteht. Wer würde es da wagen, Adam und Eva, die diese Verheissung selbst gehört haben, auszuschliessen? Sie haben dieses Versprechen durch mündliche Überlieferung weitergegeben, und es ist durch das erste Buch des grossen Gesetzgebers Moses zu uns gekommen, mit dem sich Gott von Angesicht zu Angesicht unterhielt und dem er eine absolute Garantie abgab.

Es reicht der Hinweis darauf, dass dieses Versprechen der gesamten Nachkommenschaft Adams ohne eine einzige Ausnahme erteilt wurde. Mit diesem Versprechen und durch dieses Versprechen werden alle Auserwählten seit Adam der Erlösung teilhaftig, wenn sie in Übereinstimmung mit den ihnen bekannten göttlichen Gesetzen sowie dem Naturgesetz gelebt haben, dessen Urheber ebenfalls Gott ist. Die Zahl dieser Auserwählten ist einzig und allein Gott selber bekannt. Wir kennen – dank des Alten Testamentes – nur einige wenige von ihnen, die wir hier nicht erwähnen können, mit nur EINER Ausnahme, DANIEL, zu dem Gott spricht:
    Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zur ewigen Schmach und Schande...
    Geh hin, Daniel, denn es ist verborgen und versiegelt bis auf die letzte Zeit. Viele werden gereinigt, geläutert und geprüft werden, aber die Gottlosen werden gottlos handeln; alle Gottlosen werden’s nicht verstehen, aber die Verständigen werden’s verstehen.
    Und von der Zeit an, da das tägliche Opfer abgeschafft und das Greuelbild der Verwüstung aufgestellt wird, sind tausendzweihundertneunzig Tage.
    Du aber, Daniel, gehe hin, bis das Ende kommt, und ruhe, bis du auferstehst zu deinem Erbteil am Ende der Tage. (Daniel 12; 2, 9-11, 13.)


Dieser kapitale Text des Propheten Daniel, auf den sich Jesus selbst beruft, wenn er das Ende der Tage ankündigt, lehrt uns also, dass viele, aber nicht alle, in jenem Augenblick auferstehen werden, darunter auch Daniel selbst, um ihre Belohnung zu empfangen. Doch ist hier womöglich von einer Auferstehung in übertragenem Sinne die Rede? Wäre dies der Fall, so spräche der Heilige Text nicht von der Erde, die nach allgemeiner Auffassung und bis zum Beweis des Gegenteils vollkommen materiell ist! Die Erde, von der Daniel spricht, ist dieselbe, von der es in der Genesis heisst: In sudore vultus tui vesceris pane, donec revertaris in terram de qua sumptus es: quia pulvis es, et in pulverem reverteris – Im Schweisse deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden (1. Mose 3; 19). Folglich geht es hier um die wirkliche Auferstehung des Fleisches, welche von zahlreichen jener Menschen angekündigt wird, die sich vor der Fleischwerdung Jesu geopfert haben, d. h. all jenen Gerechten und Heiligen seit Adam, was ein elementarer Akt der GERECHTIGKEIT seitens des Gottes der Barmherzigkeit ist… Doch wann wird jene Auferstehung stattfinden? Gott sagt es zu Daniel: Am Ende der Tage, also bei der Wiederkehr des Menschensohns, der auf Erden zurückkehrt, um dort das Reich Israel wiederaufzurichten. Da das Tausendjährige Reich und das Reich Israel nicht gleichzeitig bestehen können, liegt es auf der Hand, dass beide Begriffe ein und dieselbe Realität bezeichnen. Wie der Prophet Daniel ausdrücklich sagt, verstehen dies jene Menschen, welche die Heilige Schrift gelesen und sich ihre Gedanken darüber gemacht haben, nicht jedoch die Gottlosen, die sie bewusst ignorieren oder verachten oder verfälschen, denn die Heilige Schrift wird nur durch den Glauben verständlich.

Nachdem wir dies klargestellt haben, wollen wir zum nächsten Punkt übergehen: Da alle Gerechten auferstehen, um ihren Anteil am Tausendjährigen Reich zu empfangen, ist dies der absolute Beweis dafür, dass letzteres zwangsläufig erst nach der ersten Auferstehung der Heiligen, d. h. zur Zeit der Wiederkehr Christi, eintreten wird. Dieses TATSÄCHLICHE Reich kann also nicht in der von der Kirche geprägten Periode liegen, die sich von Pfingsten bis zur Rückkehr des Menschensohns erstreckt, denn die gesamte Epoche der Kirche ist nur ein Teil der Zeit, die seit der Verheissung des Erlösers bis zu seiner Fleischwerdung und seiner Rückkehr – der ERSTEN PHASE DES REICHS – verstreicht; schliesslich rettet ein und derselbe Erlöser, Jesus, alle Menschen, die VOR seiner Fleischwerdung an die Verheissung geglaubt haben, sowie jene, die dies DANACH taten. Erst nach dieser ersten Phase werden ALL jene, die vor dem Kommen des Erlösers den Tod gefunden haben, die Verwirklichung ihrer Hoffnung in aller Klarheit sehen. Aus diesem Grund spricht der Heilige Text in der Vergangenheit von einem Tausendjährigen Reich, wobei die Zahl tausend einen sehr langen, aber begrenzten Zeitraum bedeutet, d. h. all jene Zeit, die Gott der gesamten Nachkommenschaft Adams zugemessen hat, um das Heil zu erlangen – unter Nutzung der göttlichen und natürlichen Erleuchtungen, die ihr in jeder Epoche der Heilsgeschichte den Weg wiesen. Die Heilsgeschichte beginnt nicht mit Israel, dem Beinamen Jakobs, sondern mit Adam und dann mit Abel, dem ersten Vorgänger des Erlösers, der von ihm sprach, wobei er die ungläubigen Juden verfluchte, sie als Schlangen und Otterngezücht bezeichnete und zu ihnen sprach: Auf dass über euch komme all das gerechte Blut, das vergossen ist auf Erden, von dem Blut des gerechten Abel bis auf das Blut des Zacharias, des Sohnes Barachjas, welchen ihr getötet habt zwischen Tempel und Altar (Matthäus 23; 35). Diese Worte beziehen sich nicht nur auf die ungläubigen Juden, die zur Zeit Jesu lebten, sondern auf alle, die bis heute im Unglauben verharren. Folglich lehrt uns Christus persönlich, dass die Geschichte der Erlösung ein GANZES bildet, da sie bis auf Abel, den Gerechten, zurückreicht, den ersten Märtyrer, dessen Blut aus Hass auf Gottes Wort auf der Erde vergossen wurde und den Jesus selbst rächen wird. Die Zahl jener, die von Gottes Sohn selbst so eindeutig für heilig erklärt worden sind, ist nicht gross. Abel gehört folglich zu denjenigen, von denen im 20. Kapitel der Offenbarung die Rede ist:
    Et animas decollatorum propter testimonium Jesu, et propter verbum Dei – und ich sah die Seelen derer, die enthauptet [oder auf andere Weise getötet] sind um des Zeugnisses von Jesus und um des Wortes Gottes willen; diese Märtyrer haben also unsichtbar gemeinsam mit Jesus gelebt und geherrscht, durch GLAUBEN und HOFFNUNG. Ihre Herrschaft war ebenso wirklich wie schmerzhaft, bescherte ihnen aber vor allem einen unsagbaren inneren Frieden und einen Trost, den keine menschliche Sprache auch nur annähernd schildern kann…

Wenn es noch nötig wäre, weitere Zitate anzuführen, um alles, was in dieser Studie festgehalten wird, zu untermauern, müsste man hier einen enorm grossen Teil der Heiligen Schrift – Hunderte von Seiten – zitieren, was ein Ding der Unmöglichkeit ist. Aus diesem Grund tut jeder um sein Heil besorgter Leser gut daran, die Heilige Schrift immer wieder zu lesen und gebührend über das Gelesene nachzudenken, wobei er um Erleuchtung durch den Heiligen Geist bitten sollte, der ihm allein das Verständnis vermitteln kann, da alle heiligen Texte unter seiner Einwirkung übersetzt und in der Vulgata zusammengefasst worden sind. Hätten jene, die kategorisch leugnen, dass das Tausendjährige Reich NACH der Wiederkehr Christi eintreten wird, sich dieser Mühe unterzogen, hätten sie schwerlich in eine dermassen schwerwiegenden Häresie verrannt. Sie hätten sich bei der Lektüre des Anfangs der Apostelgeschichte ohne jeden Zweifel Fragen gestellt – dort, wo beschrieben wird, wie die Jünger Jesus nach der Zeit fragen, zu der er das Reich Israel, das, wie wir gesehen haben, mit dem Tausendjährigen Reich identisch ist, wiederherstellen wird. Zahlreiche Kommentatoren dieses Abschnitts der Bibel lassen zu diesem Thema deplatzierte ironische Bemerkungen fallen, da sie sich vorstellen, die Apostel hätten, als sie diese Frage stellten, an die Gründung des politischen Reichs Israel gedacht und die Lehre des Messias folglich noch gar nicht verstanden. Diese Kommentatoren, die sich über die Apostel lustig machen, vergessen ganz einfach das Wesentlichste, nämlich dass sie diese Frage keinem gewöhnlichen Sterblichen stellen, sondern dem auferstandenen Jesus, dessen GÖTTLICHKEIT sie alle anerkannt und verkündet haben, einschliesslich des Heiligen Thomas, dessen vorübergehenden Unglauben man loben muss, weil er dazu diente, die GÖTTLICHKEIT CHRISTI mit noch grösserer Kraft zu verkünden. Die Apostel denken also keinesfalls an dieses politische Reich, denn gerade weil Jesus, der Messias, der ein solches politisches Reich, das, wie die meisten Juden hofften, in DIESER sündigen Welt errichtet werden sollte, beharrlich ablehnte, wurde er zum Tode auf die denkbar schmachvollste Weise verurteilt, die den schlimmsten Verbrechern vorbehalten war – der KREUZIGUNG. Die Frage nach der wirklichen Wiederherstellung des Reiches Israel, jenes messianischen Königreiches, das von allen Propheten angekündigt worden, aber weder nach der Menschwerdung noch unmittelbar nach der Auferstehung Jesu Wirklichkeit geworden ist, wird also dem DURCH UND DURCH GÖTTLICHEN Menschensohn gestellt. Er antwortet, diese Wiederherstellung werde zu dem vom Vater festgelegten Zeitpunkt erfolgen und nachdem das Evangelium bis an alle Enden der Welt verkündigt worden sei. Somit leugnen jene, die kategorisch behaupten: Nein, es wird nach dem Antichrist kein Tausendjähriges Reich geben, ipso facto die ganze Lehre Jesu zu dieser spezifischen Frage, und sie leugnen auch alle Prophezeiungen des Alten Testaments, die der Heilige Petrus in Erinnerung ruft und die noch nicht in Erfüllung gegangen sind. Dies wird im zweiten Teil der vorliegenden Studie durch die Untersuchung der Verheissungen bewiesen werden, die in diesen Texten enthalten sind – zweifellos den schönsten und tröstlichsten, die je in menschlicher Sprache niedergeschrieben wurden.

Wie konnte es auf dem Gebiet des Glaubens, der auf der Bibel fusst, zu einer derartigen Katastrophe kommen? Infolge einer Reihe von Irrtümern, deren erster FUNDMENTALER NATUR IST: ER BESTEHT DARIN, DAS ERSTE TIER MIT DEM ANTICHRIST ZU IDENTIFIZIEREN. Hierdurch warf man die ganze Lehre des Propheten Daniel über Bord, der uns mit aller wünschenswerten Deutlichkeit erklärt, dass die Tiere, die er getrennt sieht und die der Heilige Johannes zu einem einzigen verbindet, sämtliche gottlosen politischen Mächte repräsentieren, die von Anbeginn der Welt bis zum Ende der Zeiten gewütet haben und weiterhin wüten werden. Der monumentale und tragische Irrtum, den insbesondere der Katechismus des Oratoriums begeht, liegt darin, dass er diesem Trugschluss erliegt. Wie ist es möglich, einen so groben Fehler zu begehen und in einem KATECHISMUS zu publizieren, ohne zuvor die verheerenden Folgen zu bedenken, die er nach sich ziehen muss? Wenn das erste Tier und der Antichrist ein und dieselbe Person sind, und wenn von diesem Antichrist formell verkündigt wird, dass er erst NACH der grossen Apostasie, also unmittelbar vor der Rückkehr des Menschensohns, auf Erden erscheinen wird, folgt hieraus unausweichlich, dass das erste Tier NIEMALS vor dem Ende der Zeiten auf Erden erschienen ist! Doch hat die Herrschaft des Tieres im IRDISCHEN PARADIES mit dem SÜNDENFALL begonnen, denn genau in jenem Moment vermochte Satan, der Herr des Tieres, in die Welt einzugehen und durch all jene, die ihn während aller folgenden Jahrhunderte als Meister anerkannten, über DIESE Welt zu herrschen; diese bilden also den monströsen MORALISCHEN LEIB des ersten Tieres, dem Satan seine Gabe, Unheil zu stiften, schenkt. Und wie der Prophet Daniel lehrt uns auch die Geschichte, dass Satan in den politischen Mächten, die ohne Gott oder gar gegen Gott herrschen, seine Fähigkeit, Böses zu tun, mit grösster Wirksamkeit gegen alle wahren Gläubigen entfalten kann. Diese Fähigkeit erreicht ihren Höhepunkt, wenn diese Staaten Gesetze erlassen, die dem göttlichen Gesetz direkt zuwiderlaufen. Man braucht kein Universitätsprofessor zu sein, um das zu wissen; es reicht, die Geschichte zu studieren und die Heilige Schrift zu lesen. Um nur ein einziges Beispiel anzuführen: Durch die politische Macht Roms hat Satan die Kirche in den ersten Jahrhunderten verfolgt, und diese Manifestation des ersten Tieres war so sichtbar und so fürchterlich, dass die Christen – zu Unrecht – glaubten, auf Erden könne kein Tier mehr erscheinen, das so böse sei wie dieses. Sie konnten die Natur des letzten Tieres natürlich nicht kennen, das sich von allen anderen unterscheidet – desjenigen, das heutzutage auf Erden regiert und nicht direkt den Leib, sondern durch die Verherrlichung des Leibes die Seele angreift, indem es ein IRDISCHES PARADIES verspricht, das auf TOLERANZ beruht (gegenüber dem Bösen natürlich, denn das Gute muss nicht toleriert, sondern gefördert werden), auf GEGENSEITIGEM RESPEKT (zwischen dem Wolf und dem Lamm!), auf ÖKUMENE (der planetarischen Ökumene aller Todfeinde der Kirche), auf FRIEDEN, SICHERHEIT UND SOLIDARITÄT (zwischen dem Mörder und seinen Opfern, dem Dieb und dem Bestohlenen, dem Ausbeuter und dem Ausgebeuteten, dem Atheisten und dem Gläubigen, dem Schurken und dem Heiligen), auf FREIHEIT (ohne Grenzen, zwecks Befriedigung sämtlicher Gelüste, was, wie es bei Hezekiel 16; 49 heisst, DIE SÜNDE SODOMS ist: materielle und sinnliche Genüsse in allen Formen, unter tiefster Verachtung der Armen) – und dies alles in der DEMOKRATIE, die besser DÄMONOKRATIE hiesse, weil GOTTES GESETZ in ihr nicht mehr Grundlage und Richtlinie der Staaten ist.

Und dieser immer hektischere Marsch auf die schließliche Katastrophe zu wird von denen, die sich als „Kräfte des Fortschritts“ gerieren, als Gesetz der FORTLAUFENDEN UND STÄNDIGEN EVOLUTION ZUM BESSEREN HIN ausgegeben. Die eben angeführte Liste ist weit davon entfernt, vollständig zu sein, und jeder kann sie um Schlagwörtern wie „MORGEN IST DAS RASIEREN KOSTENLOS“ ergänzen, mit denen die „Herren der Erde“ das vulgum pecus nach Strich und Faden betrügen, denn dieses „Morgen“ ist für alle Zeiten das Morgen eines vorhergehenden Morgen, bei dem es sich, wie jedermann sofort erkannt haben dürfte, um die eigentliche Essenz des SOZIALISMUS in all seinen heutigen Formen handelt. Um eine Wange kostenlos zu rasieren, verdreifacht oder vervierfacht er den Preis für das Rasieren der anderen, denn um eine Dienstleistung kostenlos anzubieten, muss man das dadurch verlorene Geld auf einem anderen Gebiet eintreiben.

Wie bereits in den vorhergehenden Studien nachgewiesen wurde, haben wir es hier mit dem vierten Tier des Propheten Daniel zu tun. Dieser gibt ihm keinen Namen, so dass wir es logischerweise DAS ANONYME TIER nennen können. Dieses Tier sieht und schildert der Heilige Johannes zu Beginn des 13. Kapitels der Offenbarung. Es stellt faktisch ein Amalgam der ersten drei Tiere Daniels – Löwin, Bär und Leopard - dar (der Heilige Johannes kehrt die Reihenfolge um und spricht von Leopard, Bär und Löwe, was sich daraus erklärt, dass Daniel diese Tiere in der Zukunft sieht und der Apostel in der Vergangenheit und der Zukunft, wobei er bis zum Ende der Zeiten vorstösst). Dieses letzte Tier, teilt uns der Prophet Daniel mit, ist von den drei ersten VOLLKOMMEN VERSCHIEDEN, was bedeutet, dass es seine Macht auf ganz andere Art und Weise ausübt. Weil es Satan nicht gelungen ist, ein ihm vollkommen ergebenes, die ganze Welt umfassendes politisches Reich zu schaffen, was er mit allen grossen Reichen versucht hat, die je auf Erden existiert haben – eine Parodie auf das Reich Gottes -, hat er beschlossen, sich auf anderem Wege endgültig zum Herrn der Erde aufzuschwingen. Die politischen Staaten existieren natürlich weiter; die einen sind stark, die anderen schwach, was dem Tier das Aussehen eines Leoparden verleiht (der Leopard ist das Symbol der Heuchelei, der Doppelzüngigkeit und der Vielfältigkeit). Dies verleiht ihm äusserlich das Aussehen der “VEREINTEN NATIONEN“, während in seinem Inneren ein unbarmherziger und tückischer Kampf tobt, den die Starken gegen die Schwache führen, um sie zu knechten. Die starken Staaten verfügen weiterhin über alle Mittel, die in der Vergangenheit den Aufbau, die Erhaltung und die Expansion von Reichen ermöglicht haben – die Macht der Waffen, die vom Bären und vom Löwen symbolisiert wird. Jedermann weiss, in welchem Umfang diese militärische Macht vom ANONYMEN TIER entwickelt worden ist, mit dem Ergebnis, dass sie mittlerweile ein „apokalyptisches“ Ausmass erreicht hat (dieses Adjektiv wird hier im Sinne von „imstande, alles Leben auf Erden auszulöschen“ verwendet). Niemals in der Geschichte stand einem Reich ein solches Arsenal von Massenvernichtungswaffen zur Verfügung, um den gängigen Ausdruck zu verwenden. Mit gutem Grund schildert der Prophet Daniel die fürchterliche Gefährlichkeit des letzten Tieres dermassen eindringlich, denn dieses besitzt in der Tat die Mittel, jeden, der ihm Widerstand leistet, hinwegzufegen und zu zermalmen. DIESE PROPHEZEIUNG DANIELS HAT SICH HEUTE ALSO BEREITS VOLLSTÄNDIG BEWAHRHEITET.

Die Zerstörung der Welt ist jedoch keineswegs das, was Satan wünscht. Eine solche totale Auslöschung alles Lebens auf Erden wäre nämlich gleichbedeutend mit dem ENDE SEINER HERRSCHAFT. Deshalb hetzt er die Menschen zwar in ein wahnsinniges Wettrüsten – wobei die wirksamsten Waffen den Starken vorbehalten sind, um „punktuelle“ Aktionen durchzuführen, die von den Herren der Welt, welche sich Satan verschrieben haben und ihm zu Diensten stehen, organisiert werden -, mobilisiert aber gleichzeitig Heerscharen von „Pazifisten“ und „Umweltschützern“, deren „Mission“ – denn um eine solche handelt es sich – darin besteht, zu beweisen, dass Frieden und Sicherheit, ja das vollkommene Glück mit rein menschlichen und materiellen Mitteln erlangt werden können. Um die Schlagkraft ihrer Propaganda zu erhöhen, erwecken sie jene „Nostalgie“ nach dem „VERLORENEN PARADIES“, die im Bewusstsein eines jeden Menschen auf ebenso reale wie geheimnisvolle Weise verwurzelt ist. Diese Nostalgie ist der wahre Kern, in dem sämtliche Theorien vom unbegrenzten Fortschritt in Richtung auf das Bessere wurzeln, die implizit oder explizit leugnen, dass sich einst eine entscheidende Katastrophe ereignet hat, die DAS BÖSE in den Menschen und die gesamte Welt brachte und jegliche Rückkehr in dieses „Paradies“ verunmöglicht. Grundlegende Voraussetzung dafür, dass eine solche Rückkehr möglich wird, ist das Verschwinden des Bösen, weil das Paradies definitionsgemäss ein Ort und ein Zustand ist, in dem das Böse nicht existieren kann.

Folglich muss jeder Mensch, der sich ausschliesslich auf seine Intelligenz verlässt, unausweichlich zum Schluss gelangen, dass sich zu einem bestimmten Zeitpunkt unbedingt eine Katastrophe zugetragen haben muss, die das Böse in den Menschen und in die Welt brachte, und dass der Urheber dieser Katastrophe niemand anderes sein kann als der Mensch, weil Gott definitionsgemäss nicht die Ursache des Bösen sein kann – denn der Beweis für das Vorhandensein Gottes lässt sich, wie allgemein bekannt ist, mit Hilfe der menschlichen Intelligenz erbringen. Wer diese durch die menschliche Intelligenz erbrachten Beweise leugnet, behauptet damit, dass der Mensch seinem Wesen nach dauerhaft unfähig zur Erkenntnis ist. Von der überwältigenden Absurdität der Vorstellung, der Mensch könne ausserhalb des Schöpfers stehen, befreit uns nun die Offenbarung, die nichts anderes als die WAHRHEIT ist. Sie bringt uns Erleuchtung, indem sie uns die Augen darüber öffnet, dass der ursprüngliche Urheber des Bösen nicht der Mensch, sondern Satan ist, der Engel der Rebellion, des Widerspruchs, der Verneinung und der Zerstörung, dessen nie erlöschendes, ewig loderndes Feuer der stets aufs neue unternommene Versuch ist, das einzige und letzte Gut zu zerstören, das ihm bleibt, nämlich das von Gott geschaffene WESEN, das er in seinen Besitz genommen hat. Dies ist die Frohe Botschaft der Offenbarung, die alle Menschen vor Freude hüpfen lassen müsste, teilt sie ihnen doch noch zusätzlich mit, dass der Sohn Gottes selbst Mensch geworden ist, um Satan in demselben „Objekt“, das jenem zur Einführung des Bösen in den Menschen und die Welt diente, zu besiegen – in dem Leib, den er kreuzigen lassen wird, um für uns zu vermahnen (2. Korinther 5; 21), wobei er ganz reell den Platz der ehernen Schlange (4. Mose 21; 9; Johannes 3; 14) einnimmt, eines klaren Symbols für die erste Sünde, die von der Schlange – d. h. Satan – inspiriert wurde. All das weiss Satan besser als jeder andere. Sein ganzes unaufhörliches Wirken als brüllender Löwe wird also darin bestehen, sich selbst und damit auch die Katastrophe leugnen zu lassen, die er heraufbeschworen hat, indem er den Menschen – seinen Opfern – weismachte, sie würden die ewige Seligkeit durch die Sünde erlangen, die sie in Wahrheit erst dem physischen und dann dem ewigen Tod überantwortet hat. Und die vollkommen verblendeten Menschen glauben ihm, obschon die ganze Geschichte beweist, dass das Paradies stets in der Zukunft liegt und dass der von Satan gewiesene Weg nichts als eine Kette von Misserfolgen und Katastrophen ist, die am Ende unseres 20. Jahrhunderts die ständige Gefahr heraufbeschworen hat, dass unverantwortliche und perverse Menschen einen Atomkrieg mit „apokalyptischen“ Folgen vom Zaun brechen (wobei das Wort „apokalyptisch“ in oben erwähntem Sinne zu verstehen ist, denn laut der Schrift wird das Ende der Welt nicht auf diese Weise eintreten).

DIESER ART IST DER HEUTIGE ZUSTAND DER WELT, und wir können daraus mit Recht folgern, dass DAS VIERTE TIER PRAKTISCH SCHON SEINE ENDGÜLTIGE GESTALT ERREICHT HAT.

Wie uns der Prophet Daniel ferner erklärt, ist es ein Merkmal dieses letzten Tieres, dass eines seiner Hörner ein Maul hat, das redete grosse Dinge (Daniel 7; 8) und dass sein Reich die ganze Welt verschlingen wird. Es wird Reden gegen den Allerhöchsten halten und die Heiligen bekämpfen, im Wahn, es sei der absolute Herrscher der Zeiten und der Gesetze. Es wird bis zur Wiederkehr des Menschensohns herrschen, der kommen wird, um den Heiligen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen (Daniel 7; 22):
UND BIS DIE ZEIT KAM, DASS DIE HEILIGEN DAS REICH EMPFINGEN

Das Merkmal dieses letzten Tieres besteht folglich in seinem – in seinen Erklärungen klar zum Ausdruck gebrachten – Willen, sich dem Allerhöchsten zu widersetzen, im Wahn, es besitze das Recht, die Zeiten und die Gesetze zu ändern.

Was bedeutet der Ausdruck die Zeiten und die Gesetze ändern? Da er im Text der Offenbarung steht, ist sein Sinn im religiösen Bereich zu suchen. Sich das Recht zur Veränderung der Gesetze anmassen bedeutet folglich: Für sich das Recht in Anspruch nehmen, die Gesetze, denen der Schöpfer der von ihr geschaffenen Natur auferlegt hat, ändern zu wollen. Wir wissen mit voller Sicherheit, in welcher Epoche diese wahnsinnige Anmassung erstmals proklamiert wurde und sich dann über die ganze Erde verbreitete: In der Epoche der sogenannten Französischen Revolution, wo die gesamte Macht zum Erlassen von Gesetzen Gott „theoretisch“ entrissen und der anonymen Masse der Menschen überantwortet wurde, mit dem blasphemischen Schlagwort DEMOKRATIE, wobei dieses Wort natürlich in seinem ursprünglichen und absoluten Sinne gemeint war (die Menschen haben nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, ihre Gemeinschaften im Hinblick auf das ALLGEMEINWOHL zu organisieren; dies legt das Evangelium unter Androhung ewiger Strafen für jene fest, die es verschmähen, den Armen zu helfen und sich stattdessen den vergänglichen Vergnügungen des Lebens hingeben). Wer würde sich, wenn er sich diese Verwirklichung der Prophezeiung Daniels vor Augen hält, noch vermessen zu behaupten, das vierte Tier sei noch nicht auf der Welt erschienen, während es doch in Wahrheit schon seit zwei Jahrhunderten als GÖTZE dort thront und jeden, der sich nicht vor seiner – Gott gestohlenen – Souveränität verneigt, in den „Orkus“ befördert?

Während sich der Sinn von die Gesetze ändern also sehr leicht deuten lässt, wirft der mysteriöse Ausdruck die Zeiten ändern weitaus grössere Probleme auf. Was bedeuten die Zeiten in der Offenbarung? Gemeint sind die verschiedenen Perioden der Religionsgeschichte der Menschen, so wie sie uns in der Heiligen Schrift erklärt werden. So wie die Schöpfung sieben Tage umfasste, unterscheidet die Bibel zwischen sieben klar umrissenen Perioden. Die erste erstreckte sich von der Schaffung des Menschen als Ebenbild Gottes bis zur Sintflut. Die zweite dauerte von Noah bis Abraham, die dritte von Abraham bis zur Menschwerdung des Gottessohnes, denn, wie uns der Heilige Petrus in Galater 4; 4 in Erinnerung ruft: Als aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, und unter das Gesetz getan; der Sohn Gottes ist der Erlöser der Auserwählten ALLER Zeiten der Heilsgeschichte. Die vierte Periode erstreckt sich von Pfingsten bis zur Wiederkehr des Menschensohns: Es ist dies die Zeit der Kirche, die auf Petrus gegründet ist. Die fünfte Periode ist jene des Tausendjährigen Reichs, während dessen Satan unschädlich gemacht worden ist, die sechste jener kurze Zeitraum nach seiner Freilassung, in dem er abermals eine ungeheuer grosse Zahl von Menschen in den Untergang führen wird. Schliesslich entspricht die siebte Periode dem ewigen Reich des Vaters, das dem siebten Tage der Schöpfung entspricht, weil alle Auserkorenen für alle Ewigkeit in die Ruhe Gottes eintreten werden.

Dies sind die von Gott festgelegten und in der Heiligen Schrift klar beschriebenen Zeiträume. Wie, und mittels welcher Ränke, gedenkt das vierte Tier also diese Zeiträume zu ändern? Indem es eigenmächtig erklärt, der Mensch sei keinesfalls eine direkte Schöpfung Gottes und somit dessen vollkommenes Ebenbild, sondern eine Art von Ableitung des Tieres, die sich fortlaufend und konstant entwickle, bis es „selbst das Bewusstsein entwickelt hat, sein eigener absoluter Herr zu  sein“.

Dass es „Christen“ gibt, die eine solche Fabel akzeptieren und fördern, obwohl sie eine gigantische Lästerung Gottes und des Menschensohns darstellt, übersteigt jeder Vorstellungskraft, denn Christus ist der ERSTGEBORENE aller Menschen, die folglich nach Seinem Ebenbilde geschaffen worden sind. Somit verändert die Evolutionstheorie die Zeiten tatsächlich, läuft sie doch darauf hinaus, sie alle zu leugnen. Diese groteske Theorie, von welcher der Heilige Petrus und der Heilige Paulus gleichermassen prophezeit haben, sie werde sich am Ende der Zeiten verbreiten, ist unter der Herrschaft des Vierten Tieres nichtsdestoweniger zum „wissenschaftlichen Glaubensdogma“ geworden und wird vor allem vom Fernsehen bis zur Ermüdung propagiert, dem bevorzugten Instrument des Tieres, von dem der Heilige Johannes in Offenbarung 13; 14 sagt, dass es dem Bild des Tieres Geist gab, damit des Tieres Bild redete. Kann man das Kino und das Fernsehen noch genauer und treffender charakterisieren? Es ist dies ein zusätzlicher Beweis dafür, dass das vierte Tier des Propheten Daniel nicht in einer unbestimmten Zukunft erscheinen wird, sondern in der heutigen Welt in voller Macht auf seinem Throne sitzt.

Der Prophet Daniel führt uns die Bedeutung des vierten Tieres vor Augen, die ihm von einem Engel erklärt wird. Wie bereits erwähnt, teilt er uns mit, das es sich um das Symbol eines Reichs handelt, also einer SOUVERÄNEN POLITISCHEN MACHT und nicht einer PERSON. Diese Macht wird von sieben Köpfen gelenkt – der Kopf ist stets das Sinnbild des Führers und die Zahl sieben jenes der Fülle, in diesem Fall der Fülle der Macht, die Gott geraubt worden ist. Dies verdeutlicht der Heilige Johannes, der dieses vierte Tier in seiner schlussendlichen Gestalt sieht. Daniel teilt uns mit, dass es alles verschlingt, zermalmt und zerstampft, die ihm Widerstand leisten, und beide Autoren, Daniel und Johannes, bestätigen, dass es Krieg gegen die Heiligen führt und den Sieg über sie davonträgt: Et est datum illi bellum facere cum sanctis, et vincere eos. Et data est illi potestas in omnem tribum, et populum, et linguam, et gentem - Und ihm ward gegeben, zu streiten wider die Heiligen und sie zu überwinden; und ihm ward gegeben Macht über alle Geschlechter und Völker und Sprachen und Nationen (Apokalypse 13; 7). Dieser Sieg des Tieres über die Heiligen bedeutet keineswegs, dass diese vom Glauben abfallen werden, sondern lediglich, dass sie weltweit von jeder politischen Macht ausgeschlossen sein werden, weil es dem Tier gelingen wird, SEIN REICH ÜBER DIE GESAMTE WELT AUSZUDEHNEN. Hierzu bedient es sich der DEMOKRATIE, die den Menschen die Illusion vermittelt, Herren über die Zeiten und die Gesetze zu sein, die sie nach Lust und Laune und nach eigenem Gutdünken festlegen können, ohne sich noch um die von Gott erlassenen Gesetze zu kümmern, obwohl dieser der einzige Herr über sie sowie über die Zeiten ist. Diese Prophezeiung ist mit dem Verschwinden der kirchlichen Staaten vollkommen in Erfüllung gegangen, gibt es doch heute auf der ganzen Welt keinen Fussbreit Boden mehr, wo ein Staat errichtet werden könnte, der seine Verfassung auf das Evangelium Christi des Erlösers gründet. Ein solcher Staat könnte als Vorbild für die Welt dienen, und die Katholiken könnten vor Verfolgungen aller Art dort Zuflucht finden, während das heutige Rom, das nur noch theoretisch das Oberhaupt der Christenheit ist, zu einer solchen Kloake von Dieben und Perversen geworden ist, dass viele seiner Untertanen sich die Teilung des Landes wünschen, um sich dieses Babylons weltlicher und klerikaler Mafiosi zu entledigen…    (Fortsetzung folgt)
 
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