47. Jahrgang Nr. 4 / November 2017
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1. Weihachten
2. Joseph und der Engel
3. Franz fährt das Christkind im Schlitten
4. Das Jesuskind schläft, und die Jungfrau betrachtet es
5. Offener Brief an Herrn Dr. Georg Bätzing, Bischof von Limburg
6. Unkonventionelle Utopien - kuriose Retrospektiven
7. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten...
8. Das ist Rassismus
9. Am Rande notiert
10. Die Bergpredigt
11. Tracy Gillett über Kinder-Erziehung
12. In memoriam H. H. Pfr. Josef von Zieglauer
13. Bücherbesprechung
14. Mitteilungen der Redaktion
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„Das ist Rassismus“


Er gilt als bekanntester Islamkritiker Deutschlands. Doch Hamed Abdel-Samad kritisiert nicht nur den Islam, sondern auch das liberale Milieu in Europa (JF vom 16.12.2016)

Moritz Schwarz: Die Publizistin Sabatina James beklagt, unsere Gesellschaft lasse es zu, daß Islamkritiker verfolgt leben müßten, während Fundamentalisten und Islamisten sich unbeschwert öffentlich bewegen können.

Abdel-Samad: Einerseits bin ich sehr dankbar, von den deutschen Behörden so guten Schutz zu erhalten. Andererseits – da hat Frau James recht – ist Kritik am Islam in Europa tatsächlich unerwünscht. Etwa von seiten der Politik, weil diese fürchtet, Islamkritik könne zum einen ihre Geschäfte mit islamischen Ländern, zum anderen ihre Migrations- und Flüchtlingspolitik stören. Dazu kommen nicht nur die Islamisten und Islam-Lobby-isten hierzulande, sondern auch viele normale Muslime, die Islamkritik meist sofort als Angriff auf das Existenzrecht aller Muslime interpretieren. Wovon in meinem Fall natürlich keine Rede sein kann. Zudem sind da die Journalisten und Intellektuellen aus dem linksliberalen Lager – und dort sind die meisten Journalisten und Intellektuellen zu Hause –, von denen viele Islamkritik als „fremdenfeindlich“, „rassistisch“ oder „rechtspopulistisch“ brandmarken. Solche Vorwürfe können in Deutschland rasch dazu führen, daß eine Berufskarriere beendet ist. Dabei ist auch dieser Vorwurf oft, etwa in meinem Fall, abwegig. Ich etwa will gerade Muslime vor Menschenrechtsverletzungen im Namen des Islam schützen, und schließlich sind vor allem sie Opfer des islamistischen Terrors. Aber diese Intellektuellen und Journalisten haben es geschafft, daß Islamkritik oft als dunkel und schmutzig gilt, statt als aufklärerisch – etwas, das mit Populismus statt mit Humanismus zu tun habe. Dabei ist letzterer Grundlage meiner Kritik! Amerika- oder Rußlandkritik gilt ihnen oft als intellektuell, Islamkritik dagegen als „dumpf“. Ja, die gesellschaftliche Stimmung begünstigt also die Einschüchterung von und den Rufmord an Islamkritikern.
 
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